11.10.2024

Der Weinabsatz in den Vereinigten Staaten ist weiterhin rückläufig, so der jüngste Bericht der Wine & Spirits Wholesalers of America (WSWA), der für die letzten 12 Monate bis August 2024 einen Rückgang der Verkäufe an über 450.000 Einzelhändler um 6 % ausweist. Dies steht im Gegensatz zu früheren Meldungen, wie z. B. einer von BMO Financial im Mai 2024 durchgeführten Umfrage unter mehr als 600 Weinkellereien, die Erwartungen an eine Erholung der Weinnachfrage geweckt hatten.
Die WSWA-Analyse deutet darauf hin, dass der anfängliche Optimismus zwar auf saisonale Faktoren und die Umstrukturierung der Lagerbestände zurückzuführen war, die allgemeinen Verbrauchsgewohnheiten nun jedoch Anlass zur Sorge geben. Die jüngsten Daten zeigen, dass die Weinbestände in den Geschäften um 8 % gesunken sind, während die Spirituosenbestände um 3,9 % zurückgegangen sind. Am stärksten betroffen sind Tafelweine mit einem Preis zwischen 8 und 10,99 $, die sowohl im Einzelhandel als auch in der Gastronomie um 12,7 % zurückgingen.
Dale Stratton, Analyst bei SipSource, wies darauf hin, dass der Weinsektor vor Herausforderungen steht. Als Gründe werden unter anderem ein verändertes Verbraucherverhalten, Inflationsdruck und eine geringere Regalfläche für Wein genannt. Gleichzeitig wächst die Vorliebe für alternative Getränke wie THC-haltige Getränke, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,04 Milliarden Dollar erzielten und in diesem Jahr 3,09 Milliarden Dollar erreichen könnten. Bis 2032 wird dieser Markt voraussichtlich 117,05 Milliarden Dollar erreichen und damit fast doppelt so groß sein wie der US-Weinsektor, der für dieses Jahr auf 61,2 Milliarden Dollar geschätzt wird.
Darüber hinaus boomt auch der Markt für trinkfertige Getränke (RTD) trotz einer Verlangsamung des Wachstums bei den harten Seltersgetränken. Es wird erwartet, dass dieser Markt zwischen 2022 und 2027 um 12 % wächst und bis 2027 ein Volumen von 40 Milliarden US-Dollar erreicht.
Trotz dieser Schwierigkeiten zeigen sich einige Weinkategorien weiterhin widerstandsfähig. Prosecco hat im Jahresvergleich um mehr als 2 % zugelegt, und Spitzenweine mit einem Preis von mehr als 50 $ pro Flasche verzeichneten in den letzten sechs Monaten einen bescheidenen Anstieg von 1 % und erreichten 3 % auf dem Inlandsmarkt. Dies deutet darauf hin, dass die einkommensstärkeren Verbraucher immer noch bereit sind, Geld auszugeben, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehende Weihnachtszeit.
Danny Brager, ein weiterer Analyst von SipSource, warnte jedoch, dass der Rückgang des Produktvertriebs in Bars, Restaurants und Geschäften sowohl Wein als auch Spirituosen betrifft, was die Auswahl für die Verbraucher einschränken könnte.
Das Konzept der Premiumisierung, das einst als wichtiger Wachstumsmotor für den Weinsektor galt, scheint ebenfalls unter Druck zu geraten. Die Zahlen zeigen, dass selbst Weine und Spirituosen des oberen Marktsegments in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt eine Verlangsamung erfahren. Spirituosen im Preissegment über 100 $ verzeichneten mit einem Rückgang von 12,5 % den stärksten Rückgang, während Spirituosen im mittleren Preissegment zwischen 50 und 99,99 $ in Bars und Restaurants um 3,9 % und im Einzelhandel um 4,3 % zurückgingen.
Diese Kombination von Faktoren deutet darauf hin, dass der Weinsektor in den USA nicht nur mit veränderten Konsumgewohnheiten zu kämpfen hat, sondern auch mit dem Wettbewerb innerhalb des Marktes für alkoholische Getränke und dem Wachstum neuer Alternativen.
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