Der Asteroid, der die Dinosaurier tötete, war auch der Geburtshelfer des Weins

Studie zeigt, dass das Aussterben der Dinosaurier zum Aufkommen des Weins führte

03.07.2024

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Vor sechsundsechzig Millionen Jahren veränderte ein katastrophales Ereignis den Lauf des Lebens auf der Erde. Der Asteroid Chicxulub, der bekanntlich das Aussterben der Dinosaurier verursachte, wird nun für ein unerwartetes Vermächtnis verantwortlich gemacht: den Ursprung des Weins. Dies geht aus jüngsten Forschungsergebnissen hervor, die darauf hindeuten, dass die Saat des Weinbaus in der Zeit nach diesem verheerenden Einschlag gelegt wurde.

Der Chicxulub-Einschlag bedeutete nicht nur das Ende für die Dinosaurier, sondern löschte auch etwa 75 % der Pflanzen- und Tierarten der Erde aus. Dieses Massenaussterben, das als Kreidezeit-Paläogen-Aussterben (K-Pg) bezeichnet wird, hat die Biosphäre des Planeten drastisch verändert. Mitten in diesem Tumult haben Forscher des Field Museum of Natural History in Chicago versteinerte Traubenkerne entdeckt, die auf diese Zeit zurückgehen.

Diese Kerne, die in den neotropischen Regionen von Kolumbien, Panama und Peru gefunden wurden, sind schätzungsweise zwischen 60 und 19 Millionen Jahre alt. Die Forscher behaupten, dass diese Fossilien die frühesten Belege für die Familie der Vitaceae - die Blütenpflanzen, aus denen die Weinreben stammen - in der westlichen Hemisphäre darstellen. Die in der Fachzeitschrift Nature Plants veröffentlichten Ergebnisse bieten einen faszinierenden Einblick in die Evolutionsgeschichte der Weinrebe und ihre Verbreitung über den gesamten Globus.

Die Studie zeigt, dass regionale Aussterbe- und Ausbreitungsereignisse die evolutionäre Entwicklung der Vitaceae in der Neotropis erheblich beeinflusst haben. Trotz der dramatischen Veränderungen in der biologischen Vielfalt während des Känozoikums sind diese Regionen dynamische Zentren der Pflanzendiversifizierung geblieben. Die heutige botanische Vielfalt der Neotropis ist jedoch auch ein Zeugnis für das umfangreiche Aussterben der Pflanzen in den letzten 66 Millionen Jahren.

Unmittelbar nach dem Chicxulub-Einschlag hatte das Fehlen der Dinosaurier tiefgreifende Auswirkungen auf die Umwelt. Ohne die großen Pflanzenfresser, die die Vegetation zertrampelten und verzehrten, wurden die Wälder dichter und ermöglichten eine Vermehrung der Pflanzenwelt. Diese Veränderung schuf ein Umfeld, in dem Kletterpflanzen, wie z. B. Weinreben, gedeihen konnten. Da es keine Störungen durch Dinosaurier mehr gab, konnten diese Pflanzen auf die Bäume klettern und in den entstehenden Wäldern gedeihen.

Darüber hinaus spielte die Entwicklung einer neuen Tierwelt, insbesondere einer Vielzahl von Vögeln und Säugetieren, eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung der Traubenkerne. Laut Dr. Fabiany Herrera vom Negaunee Integrative Research Center am Field Museum hatte das Aussterbeereignis auch erhebliche Auswirkungen auf die Pflanzenwelt. "Der Wald wurde im Wesentlichen zurückgesetzt", erklärte Herrera, und die Zusammensetzung der Pflanzengemeinschaften veränderte sich. In den Fossilien finden wir um diese Zeit immer mehr Pflanzen, die mit Hilfe von Lianen auf Bäume klettern, wie z. B. Weintrauben".

Diese Studie wirft nicht nur ein Licht auf die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit von Pflanzenarten, sondern auch auf das komplizierte Geflecht von Wechselwirkungen, die evolutionäre Prozesse vorantreiben. Sie deutet darauf hin, dass die durch den Asteroiden Chicxulub verursachte Verwüstung unbeabsichtigt die Voraussetzungen für die Entstehung der Weinrebe geschaffen hat, die schließlich zum Anbau von Wein führte.

Wenn Sie das nächste Mal ein Glas Wein trinken, sollten Sie sich einen Moment Zeit nehmen, um über das kosmische Ereignis nachzudenken, das indirekt zu dessen Existenz beigetragen hat. Der zehn Kilometer große Asteroid, der eines der größten Massenaussterben in der Erdgeschichte verursachte, ebnete auch den Weg für das Wachstum der Weinreben und verknüpfte so das Schicksal unseres Planeten mit den uralten Ursprüngen des Weinanbaus. Die Widerstandsfähigkeit des Lebens und seine Fähigkeit, sich selbst im Angesicht von Katastrophen anzupassen und zu gedeihen, ist in der Tat ein Wunder, das einen Toast verdient.

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