14.06.2024

Die Cognac-Branche muss sich auf einen bedeutenden strategischen Wandel einstellen, denn das Bureau National Interprofessionnel du Cognac (BNIC) hat eine Reduzierung der zulässigen Höchstmenge für die Destillationskampagne 2024-2025 angekündigt. Diese Entscheidung, die auf einer Sitzung am 13. Juni getroffen wurde, ist eine sorgfältige Reaktion auf die veränderten Marktbedingungen und die Dynamik des internationalen Handels.
Die Entscheidung des BNIC, den Höchstertrag von 10,45 hl AP/ha im letzten Jahr auf 8,64 hl reinen Alkohol pro Hektar (hl AP/ha) zu senken, bedeutet eine bemerkenswerte Verringerung um 17 %. Dieser Schritt ist nicht nur eine numerische Anpassung, sondern eine strategische Reaktion auf die abkühlenden Exportmärkte für Cognac. Nach Jahren rekordverdächtiger Zahlen hat die Branche nun mit einer Abkühlung zu kämpfen. Diese Entscheidung muss noch von der Sektion Organisme de Défense et de Gestion (ODG) des BNIC und den Ausschüssen des Institut National de l'Origine et de la Qualité (INAO) ratifiziert werden.
Mehrere Faktoren haben zu dieser vorsichtigen Haltung beigetragen. Vor allem gibt es Befürchtungen über mögliche neue Zölle auf wichtigen Märkten wie China und den Vereinigten Staaten. Im Zeitraum 2022-2023 wurden die Cognac-Exporte durch überschüssige Lagerbestände in den USA, die während der Pandemie aufgebaut wurden, und eine langsamer als erwartete wirtschaftliche Erholung in China beeinträchtigt.
Die jüngsten Zölle der Europäischen Kommission auf chinesische Elektrofahrzeuge haben die Sorge vor Vergeltungsmaßnahmen verstärkt. Darüber hinaus könnte eine laufende Anti-Dumping-Untersuchung gegen die Cognac-Industrie ihre Marktposition in China, auf das 25 % ihres Exportvolumens entfallen, weiter erschweren. In den USA sorgt die politische Ungewissheit im Vorfeld der anstehenden Wahlen für zusätzliche Unwägbarkeiten, insbesondere angesichts früherer Zollkonflikte im Zusammenhang mit dem Airbus-Boeing-Streit.
Trotz dieses Gegenwinds bleibt das BNIC hinsichtlich der mittel- und langfristigen Wachstumsaussichten für Cognac optimistisch. Die Organisation unterstreicht die Bedeutung von Umsicht und sorgfältiger Planung. Die Strategie für das Jahr 2024 beinhaltet die mögliche Umwidmung von Rebflächen für andere Zwecke oder die Verlängerung des Zeitraums für die Nutzung neuer Pflanzrechte. Die außergewöhnliche Ernte 2023, die 12,8 Millionen Hektoliter Wein hervorbrachte, war ein Silberstreif am Horizont, der es der Branche ermöglichte, ihre Klimareserven von zuvor 90.000 hl AP auf 250.000 hl AP aufzustocken.
Florent Morillon, der Präsident des BNIC, betonte, dass angesichts der zu erwartenden Schwierigkeiten in den kommenden Monaten eine realistische Sichtweise erforderlich sei. Christophe Veral, Vizepräsident des BNIC, schloss sich seinen Worten an und betonte die Notwendigkeit der Anpassung, um die Nachhaltigkeit des Sektors zu gewährleisten. Das BNIC ist bestrebt, nicht nur die bestehenden Märkte zu schützen und auszubauen, sondern auch neue Märkte zu erschließen, um den Cognac nicht zum Spielball geopolitischer Auseinandersetzungen werden zu lassen.
Der Rückgang der Erträge und die vorsichtige Strategie des BNIC verdeutlichen die schwierige Gratwanderung, vor der die Cognac-Industrie steht. Durch eine Anpassung der Produktion und eine effiziente Verwaltung der Ressourcen versucht die Branche, inmitten wirtschaftlicher und politischer Unsicherheiten Stabilität zu wahren. Dieser Ansatz ist entscheidend, um die Grundlage für einen künftigen Aufschwung zu schaffen und die langfristige Gesundheit des Cognac-Marktes zu gewährleisten.
Während die Cognac-Branche diese turbulenten Zeiten meistert, unterstreicht die Betonung strategischer Anpassungen und vorsichtigen Optimismus ein breiteres Bild von Widerstandsfähigkeit und Weitsicht. Die Fähigkeit der Branche, sich anzupassen und zu gedeihen, wird auf die Probe gestellt werden, aber die Schritte, die heute unternommen werden, zielen darauf ab, den Cognac-Liebhabern auf der ganzen Welt eine stabile und gedeihliche Zukunft zu sichern.
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