
In der Welt des Weins steht unser Geruchssinn an erster Stelle. Er ist der wichtigste Akteur bei der großartigen Darbietung der Weinverkostung, doch ironischerweise ist er auch der Sinn, den wir am meisten vernachlässigen, wenn es um Training und Entwicklung geht. Der berühmte spanische Wettbewerb La Nariz de Oro (Die goldene Nase) wollte diese Unterschätzung des Geruchssinns bekämpfen. Hier wurde die Crème de la Crème der Sommeliers auf die Probe gestellt, die sich allein auf ihren Geruchssinn verlassen mussten, um den geheimnisvollen Inhalt der "temible copa negra" oder des furchterregenden schwarzen Glases zu entschlüsseln. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung war nichts für schwache Nerven, denn sie erforderte ein umfassendes und fein abgestimmtes olfaktorisches Verständnis, das nur Profis besitzen können.
Für den Rest von uns Weinliebhabern mag der Druck einer so anspruchsvollen Jury nicht so groß sein, aber das bedeutet nicht, dass unsere Nasen weniger leistungsfähig sind. Ob Sie es glauben oder nicht, unser Geruchssinn ist unglaublich gut entwickelt, wahrscheinlich besser als viele unserer anderen Sinne. Der Haken an der Sache ist jedoch, dass wir diese angeborene Fähigkeit oft nicht so stark nutzen, wie wir es könnten. Verglichen mit einem Hund mögen unsere olfaktorischen Fähigkeiten bescheiden erscheinen, aber mit ein wenig Konzentration und Training können auch wir den reichen Duftteppich erschließen, den ein einziges Glas Wein zu bieten hat.
Sich auf eine olfaktorische Reise durch ein Weinglas zu begeben, kann zunächst wie eine entmutigende Aufgabe erscheinen. Es ist eine Sache, zu wissen, dass ein Wein Noten von Erdbeeren, Tabak, Leder und Vanille aufweisen könnte; es ist eine andere, diese Aromen tatsächlich eigenständig zu identifizieren. Diese wohlriechenden Noten entstehen nicht, weil jemand beschlossen hat, den Wein mit Erdbeeren, einer Packung Marlboros, einer Lederjacke und einigen Vanilleschoten zu tränken. Vielmehr sind sie das Ergebnis faszinierender chemischer Zufälle, die Erinnerungen und Assoziationen auslösen, die in unserem Geruchsgedächtnis gespeichert sind.
Vereinfacht gesagt, lassen sich die Aromen im Wein in drei Hauptgruppen einteilen: Primär- oder Sortenaromen, die aus der Traube selbst stammen (man denke an die Kaffee-, Johannisbeer- oder Trüffelnoten im Cabernet Sauvignon); Sekundär- oder Gärungsaromen, die als Nebenprodukte des Gärungsprozesses entstehen; und Tertiär- oder Bukettaromen, die sich während der Reifung des Weins entwickeln, entweder in Kontakt mit der Luft (oxidativ) oder geschützt vor ihr (reduktiv).
Innerhalb dieser Kategorien lassen sich die Aromen weiter in Reihen wie blumig, fruchtig, pflanzlich oder mineralisch unterteilen, wobei jede Reihe ihr eigenes Spektrum an Düften bietet, die es zu entdecken und zu genießen gilt. Der Schlüssel zur Entdeckung dieser Düfte liegt in der Schulung der eigenen Nase, und Hilfsmittel wie der Aromaster bieten eine unterhaltsame und lehrreiche Möglichkeit, die eigenen olfaktorischen Fähigkeiten zu verfeinern. Doch der beste Ansatz ist wohl der einfachste: sich mit Freunden zusammenzusetzen, ein Glas in der Hand, und seine Eindrücke frei zu teilen. Schließlich soll eine Weinprobe keine Prüfung sein, sondern ein Vergnügen, vor allem, wenn man sie in guter Gesellschaft und mit ein paar Lachern erlebt.
Wenn Sie sich also das nächste Mal ein Glas einschenken, nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um den Wein wirklich zu riechen, bevor Sie einen Schluck nehmen. Sie werden feststellen, dass Ihre Nase Ihnen mehr verrät, als Sie je gedacht hätten. Und denken Sie daran: Es gibt natürlich auch unangenehme Gerüche im Wein, aber das ist ein Thema für einen anderen Tag. Konzentrieren wir uns erst einmal auf die reizvolle Vielfalt der Aromen, die eine Weinverkostung zu einem so reichen und angenehmen Erlebnis machen.
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