30.01.2024

In den grünen Landschaften des Willamette Valley in Oregon verbindet ein Pionierprojekt die alte Kunst der Weinherstellung mit der futuristischen Welt der künstlichen Intelligenz und Robotik. An der Oregon State University (OSU) ist eine einzigartige Initiative im Gange, die die Schädlingsbekämpfung im Weinbau revolutionieren und möglicherweise eine neue Ära der nachhaltigen, chemiefreien Landwirtschaft einläuten könnte.
Der Prototyp dieses Roboters mit dem Namen "Pied Piper" (Rattenfänger) stellt einen bahnbrechenden Ansatz für die Schädlingsbekämpfung in Weinbergen dar. Der vom Fachbereich Biological and Ecological Engineering der OSU entwickelte "Pied Piper" soll die Paarungsrituale gängiger Schädlinge im Weinberg, wie z. B. Baumheuschrecken und Stinkwanzen, durch harmonische Schwingungen unterbrechen. Diese Technologie steht im Einklang mit den Grundsätzen der biologischen, nachhaltigen und biodynamischen Landwirtschaft und verspricht eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen chemischen Methoden.
Der Rattenfänger funktioniert nach einem einfachen, aber genialen Prinzip. Baumheuschrecken, die für die Verbreitung des Rotfleckenkrankheit-Virus bekannt sind - eine Krankheit, die die photosynthetische Effizienz der Reben beeinträchtigt - kommunizieren und finden Partner durch Vibrationen. Der Roboter lauscht auf diese Paarungsrufe und antwortet mit seinen eigenen Vibrationen. Durch diese Interferenz entsteht eine "überfüllte" Vibrationsumgebung, die es für männliche Baumhüpfer schwierig macht, potenzielle Partner zu finden.
Das Weingut Stag Hollow Winery, das sich für nachhaltige und biodynamische Anbaumethoden einsetzt, ist eines der ersten Weingüter, das den Rattenfänger in seinen Weinbergen getestet hat. Der Eigentümer des Weinguts, Mark Huff, äußerte sich begeistert über das Potenzial dieser Technologie als Alternative zu Pestiziden und betonte die Übereinstimmung mit dem Ethos des nachhaltigen Weinbaus.
Das Konzept der VMD (Vibrational Mating Disruption) in der Landwirtschaft ist in den Vereinigten Staaten zwar neu, aber nicht ohne Beispiel. Das OSU-Team verdankt seine Inspiration den italienischen Entomologen Dr. Rachele Nieri und Dr. Valerio Mazzoni von der Edmund-Mach-Stiftung (FEM), einem Weinbau-Forschungsinstitut in Trentino, Italien. Nieri und Mazzoni haben eine fünfjährige Studie über den Einsatz von VMD in Weinbergen geleitet und sich dabei auf die Forschung im ökologischen Weinbau konzentriert. Ihre Ergebnisse, die erstmals 2019 veröffentlicht und 2023 aktualisiert wurden, belegen die Wirksamkeit von VMD als sichere, nicht-invasive Methode zur Reduzierung von Baumheuschreckenpopulationen.
Diese Technologie steht an der Schnittstelle zwischen Tradition und Innovation und verbindet die jahrhundertealten Praktiken der biodynamischen Landwirtschaft mit modernster KI und Robotik. Die Zusammenarbeit zwischen Forschern, Winzern und Technologen könnte einen bedeutenden Schritt nach vorn in der nachhaltigen Landwirtschaft darstellen und als Vorbild für andere Sektoren dienen, die ihre Umweltauswirkungen verringern wollen.
Beim Rattenfänger-Projekt geht es nicht nur um Schädlingsbekämpfung, sondern es ist ein Symbol für die sich entwickelnde Beziehung zwischen Technologie und Natur. In dem Maße, wie sich diese Technologie weiterentwickelt und durchsetzt, könnte sie eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Zukunft des grünen Weinbaus spielen, indem sie die Integrität der Weinberge bewahrt und gleichzeitig die Umwelt schützt.
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