Einen Wein mit den Augen schmecken

Der erste Eindruck eines Weins wird mit den Augen gemacht, genau wie die Liebe

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Die Welt des Weins bietet ein Kaleidoskop von Farben, die die Sinne verzaubern und vom hellsten Gelb bis zum tiefen Schwarz eines gereiften Pedro Ximénez reichen. Das Spektrum reicht vom hellsten Gelb bis zum tiefen Schwarz eines gealterten Pedro Ximénez, von leuchtendem Gold über rosafarbenes Grau und warmes Mahagoni bis hin zu lebhaftem Kirschrot, Rubinrot und Bernstein. Die Liste der Farbtöne ist scheinbar endlos und spiegelt die reiche Vielfalt des Weins wider.

Die Farbe des Weins ist völlig natürlich, wird jedoch durch äußere Faktoren stark beeinflusst. Dies zeigt sich bei Weißweinen, die im Laufe der Zeit durch die Einwirkung von Luft, Licht und Wärme dunkler werden. Diese Farbveränderung ist auf die Oxidation der natürlichen Farbstoffe des Weins zurückzuführen, wie Tannine, Anthocyane, Phenolverbindungen, Polyphenoloxidasen, Eisen, Flavone usw., die alle aus der Traube stammen.

Dieses Phänomen ist vergleichbar mit der Bräunung eines Apfelstücks, das an der Luft liegt. Das weiße Fruchtfleisch des Apfels nimmt langsam braune Töne an, wenn es der Luft ausgesetzt wird, ein Prozess, der sich in der Welt des Weins widerspiegelt.

In Zusammenarbeit mit Barcolobo, einem Weingut, das für seine hochwertigen Einzelweine bekannt ist, untersuchen wir, wie man die Qualität eines Weins mit den Augen "schmecken" kann.

Im Gegensatz zu Weißweinen nehmen bei Rotweinen die Farbintensität und der Farbton mit der Zeit ab. Ein frisch hergestellter Rotwein, der etwa ein Jahr alt ist, zeigt kräftige Rot-, Violett- und Veilchentöne, die bei älteren Weinen allmählich zu einem sanfteren Ziegelrot verblassen. Interessanterweise ist der Schaum, der sich beim Einschenken von jungem Rotwein bildet, rot, während er bei älteren Weinen weiß wird.

Die visuelle Phase der Weinverkostung beginnt mit der Betrachtung des Weins im Glas vor einem gut beleuchteten weißen Hintergrund. Ein junger Weißwein sollte blass erscheinen, während ein älterer Wein eine tiefere Farbe hat. Dies gilt auch für Finos, Manzanillas und Cavas. Ein junger Rotwein weist leuchtende violette oder violette Farbtöne auf, während ein Grand Reserva eine gedämpftere, ziegelsteinartige Farbe hat.

Achten Sie auch auf den Farbton: Bei den Finos reicht die Palette von strohgelb bis grünlich-gelb, was typisch für einige ältere Moriles ist. Das Weiß kann von fast wässrig blass bis zu den Honigtönen einiger Muskateller reichen.

Klarheit und Transparenz sind ebenfalls entscheidend. Der Wein sollte niemals trüb oder auch nur leicht undurchsichtig erscheinen. Jede derartige Unvollkommenheit, es sei denn, es handelt sich um ungefilterte Weine, die in einigen Lokalen serviert werden, sollte Grund genug sein, die Flasche zurückzuweisen.

Trübungen können mit Schwebeteilchen, fettigem Schimmer auf der Oberfläche oder anderen Anzeichen einhergehen, die die makellose Klarheit des Weins beeinträchtigen. Dies ist nicht zu verwechseln mit Korkpartikeln, die von einem defekten Korken stammen.

Immer seltener findet man winzige Kristalle im Wein, die durch schnelles Abkühlen eines Weins entstehen, der vor der Filtration und Abfüllung nicht gekühlt oder geschützt wurde. Die Bildung dieser Kristalle, bei denen es sich häufig um Bitartrate handelt, beeinträchtigt nicht die Qualität des Weins, kann aber sein Aussehen beeinträchtigen.

Der visuelle Aspekt ermöglicht es, die Harmonie zwischen Farbe, Aroma und Geschmack zu erkennen. Ein junger, lebendiger Rotwein sollte aromatisch, vollmundig, frisch und leicht gerbstoffhaltig sein. Ist dies nicht der Fall, ist etwas nicht in Ordnung. Ein junger Weißwein sollte blass sein, fruchtig in der Nase und leicht am Gaumen.

Die Flüssigkeit ist ein weiterer wichtiger optischer Aspekt. Bei einigen feinen Weinen war früher die Krankheit der "Fettigkeit" üblich, bei der der Wein dickflüssig wie Öl ist. Jeder Wein sollte ein angemessenes Maß an Flüssigkeit und Bewegung im Glas aufweisen. Natürlich sollte ein trockener Weißwein beweglicher sein als ein Muskateller oder Pedro Ximénez. Ein Mangel an Flüssigkeit bei einem trockenen Wein, insbesondere bei einem Weißwein, kann auf mögliche Probleme hinweisen.

Bei Schaumweinen ist die Sprudelung, also die Freisetzung von Bläschen, ein wichtiger Qualitätsparameter. Lange, feine Bläschenketten sollten kontinuierlich vom Boden und den Seiten des Glases aufsteigen.

Bei der Weinverkostung werden zahlreiche Begriffe verwendet, um visuelle Aspekte zu beschreiben. Für die Klarheit können Weine als brillant, transparent, leuchtend oder umgekehrt als opalisierend, trüb, trübe, gebrochen, milchig, verschleiert usw. bezeichnet werden.

Was die Farbe betrifft, so ergänzen Begriffe wie lebhaft, klar, offen, frisch, leuchtend, blass das bereits erwähnte breite Farbspektrum. Fehlt der Farbe die Lebendigkeit, wird sie als stumpf, matt, vergangen, schwach usw. bezeichnet.

Die Intensität schließlich reicht von stark bis stumpf und umfasst schwach, verblasst, dunkel und mehr.

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