06.05.2026

Frankreich hat Amoéba eine neue Notfallzulassung für sein Biokontrollprodukt AXPERA erteilt. Damit darf die Lösung 120 Tage lang gegen Falschen Mehltau an Reben eingesetzt werden – ein Schritt, der französischen Winzern mit Blick auf die Vegetationsperiode 2026 ein weiteres Instrument an die Hand gibt.
Die am Dienstag vom Unternehmen mit Sitz in Chassieu bekannt gegebene Zulassung wurde vom französischen Ministerium für Landwirtschaft und Ernährungssouveränität auf Antrag der Weinbranche erteilt. Sie folgt auf eine ähnliche Notfallgenehmigung im Frühjahr 2025 und erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die französische Lebensmittelbehörde ANSES die endgültige Prüfung von AXPERA für eine dauerhafte Zulassung abschließt. Amoéba erklärte, mit einer Entscheidung in den kommenden Wochen zu rechnen.
Die befristete Zulassung gilt für den Zeitraum von Mai bis August 2026, wenn Anti-Mehltau-Behandlungen in den Weinbergen üblicherweise eingesetzt werden. Sie ermöglicht es den Erzeugern, AXPERA sofort in ihre Schutzprogramme aufzunehmen, statt auf den Abschluss des vollständigen Zulassungsverfahrens zu warten.
Falscher Mehltau zählt weiterhin zu den größten Bedrohungen für französische Weinberge, vor allem in Jahren mit feucht-warmem Wetter, das den Krankheitsdruck begünstigt. Das Problem ist schwieriger zu beherrschen geworden, weil die Grenzen für den Kupfereinsatz enger geworden sind; Kupfer ist seit Langem eine Standardbehandlung im ökologischen wie im konventionellen Weinbau. Zudem sehen sich die Erzeuger mit zunehmenden Resistenzen gegen einige konventionelle Fungizide konfrontiert, was die Wirksamkeit bestehender Produkte verringert und einen häufigeren Wechsel der Wirkmechanismen erzwingt.
In Bordeaux, einer der wichtigsten Weinregionen Frankreichs, war die Krankheit 2023 nach von Amoéba zitierten Zahlen auf bis zu 90 % der Reben verbreitet. Das Unternehmen erklärte, AXPERA könne zusammen mit geringen Kupfermengen eingesetzt werden und helfe den Erzeugern möglicherweise dabei, regulatorische Vorgaben einzuhalten und zugleich ihre Möglichkeiten zur Krankheitsbekämpfung zu erweitern.
Jean-Marc Petat, Geschäftsführer von Green for Agro, der Biosolutions-Tochter von Amoéba, sagte, die Notfallzulassung sei ein wichtiger Schritt vor der dauerhaften Genehmigung. Die Winzer suchten nach einem schnelleren Zugang zu Werkzeugen, die ihnen helfen könnten, auf Gesundheits- und Klimabelastungen in den Weinbergen zu reagieren.
Amoéba arbeitet beim Markteintritt von AXPERA mit seinem Vertriebspartner Koppert zusammen. Das Unternehmen teilte mit, dass es nach der bereits 2025 erteilten Registrierung in den USA weiter um Zulassungen in Frankreich und anderen europäischen Märkten bemüht sei. Der Wirkstoff hinter AXPERA erhielt in Europa eine positive abschließende Stellungnahme der EFSA, doch die Produktzulassung steht noch aus.
Die Entscheidung fügt sich in eine breitere Debatte im europäischen Weinbau darüber ein, wie sich Krankheitsbekämpfung, Umweltauflagen und Produktionskosten angesichts volatilerer Wetterbedingungen und weniger chemischer Optionen in Einklang bringen lassen. Für französische Weinberge bietet die befristete Genehmigung unmittelbare Entlastung, während die Regulierungsbehörden entscheiden, ob AXPERA einen längerfristigen Platz im Markt erhält.
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