Bierabsatz in Deutschland sinkt im September um 4,6 Prozent
Der Inlandsabsatz sank um 7,3 Prozent. Exporte federten die Einbußen ab, nachdem warmes, trockenes Wetter die Nachfrage nicht angekurbelt hatte.
Mittwoch, 4. November 2026
Der Bierabsatz in Deutschland ist im September erneut gesunken. Damit setzte sich die Schwächephase der Branche fort – obwohl die Wetterbedingungen normalerweise die Nachfrage begünstigen.
Der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels teilte am Dienstag, dem 3. November, unter Berufung auf Zahlen des Deutschen Brauer-Bundes mit, dass der gesamte Bierabsatz im September gegenüber August um 4,6 Prozent zurückgegangen sei. Der Rückgang folgte auf einen wechselhaften Sommer und zeige, dass die Verbrauchernachfrage trotz eines warmen und vergleichsweise trockenen Monats in Deutschland verhalten geblieben sei.
Die größte Schwäche zeigte sich auf dem Inlandsmarkt. Der Bierabsatz in Deutschland sank gegenüber August um 7,3 Prozent, während die Exporte im selben Zeitraum um 9,4 Prozent zulegten. Damit lag der Inlandsabsatz im Monatsvergleich fast 3 Prozentpunkte unter dem Trend des Gesamtmarkts.
Der Branchenverband verwies zudem auf einen stärkeren Rückgang beim steuerpflichtigen Bierabsatz, einer viel beachteten Branchenkennzahl. Den in dem Bericht zitierten Daten des Deutschen Brauer-Bundes zufolge sank der steuerpflichtige Bierabsatz gegenüber August um 17,3 Prozent. Die Zahlen deuten darauf hin, dass die Brauer die Nachfrage im Inland weiterhin nur schwer beleben können, selbst wenn die saisonalen Bedingungen günstig sind.
Im kumulierten Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum fällt die Entwicklung weniger deutlich, aber weiterhin negativ aus. Der Gesamtabsatz sank nach Angaben des Verbands um 1,3 Millionen Hektoliter beziehungsweise 2,1 Prozent, der Inlandsabsatz um 1,6 Millionen Hektoliter beziehungsweise 3,2 Prozent. Die Exportmengen sorgten für eine gewisse Entlastung und stiegen im bisherigen Jahresverlauf um 3,2 Prozent. Ohne diesen Zuwachs im Ausland würde die Gesamtbilanz deutlich schwächer ausfallen.
Die Daten verdeutlichen die wachsende Kluft im deutschen Biermarkt. Der Inlandsverbrauch, der weiterhin das Rückgrat der Branche bildet, steht unter Druck, da die Haushalte ihre Ausgaben nach wie vor zurückhalten. Für Brauer und Getränkegroßhändler erschwert das den Absatz auf dem heimischen Markt und kann Exportgeschäfte wichtiger machen, um einen weiteren Rückgang des Absatzes zu verhindern.
Dieser Druck wirkt sich auf den gesamten Getränkefachhandel aus, denn Bier ist weiterhin ein wichtiger Frequenzbringer für Groß- und Einzelhändler. Ein länger anhaltender Rückgang der Inlandsnachfrage nach Bier kann sich auf Bestandsentscheidungen, Preisstrategien und Werbeaktivitäten im gesamten Getränkesortiment auswirken – auch bei anderen alkoholischen Getränken, die um dieselben Verbraucherausgaben konkurrieren.
Der Verband nannte neben der anhaltenden Zurückhaltung der Verbraucher keinen einzelnen Grund für die schwächere Entwicklung im Inland. Die Septemberzahlen belegen jedoch erneut, dass warmes Wetter allein nicht ausreicht, um den Abschwung umzukehren. In Deutschland hat die Biernachfrage häufig von trockenen Spätsommerbedingungen, Veranstaltungen im Freien und dem Reiseverkehr profitiert. Im September führten diese Faktoren nicht zu einem höheren Absatz im Inland.
Die regionalen Ergebnisse fielen unterschiedlich aus. Im Ländervergleich des Verbands zum steuerpflichtigen Bierabsatz verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern mit einem Plus von 1,8 Prozent den stärksten Zuwachs. Berlin/Brandenburg folgte mit einem Anstieg von 1,4 Prozent. Am Ende der Rangliste lag Hessen mit einem Rückgang von 30,9 Prozent.
Der Septemberbericht erschien zu einem Zeitpunkt, an dem die Branche weiter beobachtet, ob die Exportnachfrage in den letzten Monaten des Jahres einen schwächeren Inlandsmarkt ausgleichen kann. Die jüngsten Zahlen zeigen, dass Deutschlands Brauer zunehmend auf Abnehmer im Ausland angewiesen sind, während der Verbrauch im Inland unter Druck bleibt.