Weinabsatz im globalen Travel Retail steigt 2025 wertmäßig um 5 Prozent

Laut IWSR stieg der Weinabsatz im Travel Retail um 2 Prozent. Wein zählt damit zu den wenigen weiter wachsenden Alkoholkategorien.

Dienstag, 3. November 2026

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Der Weinabsatz in Duty-free-Geschäften und anderen Läden für internationale Reisende ist 2025 gestiegen. Die Erlöse nahmen dabei stärker zu als die Zahl der verkauften Einheiten, wie aus einer am 16. September veröffentlichten Analyse von IWSR hervorgeht. Demnach legte Wein im globalen Travel Retail von 2024 bis 2025 wertmäßig um 5 Prozent und mengenmäßig um 2 Prozent zu.

Die Differenz zwischen den beiden Kennzahlen deutet darauf hin, dass der Kanal pro verkaufter Einheit Wein mehr Erlös erzielte, obwohl der Absatz physisch nicht stark zunahm. Auf Basis der von IWSR veröffentlichten gerundeten Wachstumsraten stieg der durchschnittliche Wert je Mengeneinheit um rund 2,9 Prozent. Aus den verfügbaren Daten geht nicht hervor, welcher Anteil dieser Veränderung auf höhere Preise, eine Verschiebung hin zu teureren Produkten, Währungseffekte oder andere Faktoren entfiel.

Die Zahlen fallen auf, weil ein Großteil des globalen Alkoholmarkts 2025 weiterhin schwächelte. In seinem Überblick zum Travel Retail bezeichnete IWSR den Kanal als einen der wenigen Bereiche, in denen die Alkoholabsätze weiter wuchsen, während sich viele Inlandsmärkte abschwächten. Zum Travel Retail zählen Duty-free-Geschäfte und andere Verkaufsstellen für internationale Reisende, vor allem an Flughäfen, aber auch in Grenzgeschäften, auf Fähren und an anderen Transitstandorten.

Innerhalb dieses Kanals wuchs Wein zwar nicht so schnell wie Spirituosen, verzeichnete aber sowohl wert- als auch mengenmäßig Zuwächse. IWSR zufolge stieg der Absatz von Wein und Spirituosen im globalen Travel Retail 2025 zusammengenommen um 5 Prozent. Bei Spirituosen nahm die Menge um 6 Prozent und der Wert um 7 Prozent zu. Damit übertrafen sie Wein beim Mengenwachstum, beim wertmäßigen Zuwachs jedoch nur knapp.

Getragen wurde die Entwicklung der Weinkategorie vor allem von Stillwein, den IWSR als wichtigsten Treiber des Gesamtanstiegs ausmachte. Die Analyse verwies zudem auf einen Wandel bei Trinkgelegenheiten und Produktauswahl. Leichte Aperitifs legten mengenmäßig um 16 Prozent und wertmäßig um 25 Prozent zu. Das deutet auf eine stärkere Nachfrage nach leichteren, unkomplizierten Produkten in einem Einzelhandelsumfeld hin, das von Impulskäufen, Geschenken und hochwertigen Reise-Mitbringseln geprägt ist.

Nicht alle Segmente des Weinmarkts entwickelten sich in dieselbe Richtung. Bei Champagner ging die Absatzmenge zurück, während der Wert stieg – ein Muster, das häufig auf einen höherwertigen Produktmix oder höhere Preise hindeutet, obwohl weniger Flaschen verkauft werden. Prosecco entwickelte sich im Travel Retail gegenläufig und verzeichnete sowohl mengen- als auch wertmäßige Rückgänge. IWSR bezeichnete diesen Trend als mögliches Zeichen einer „Prosecco-Müdigkeit“ in einem Markt, in dem Verbraucher mit zahlreichen konkurrierenden Kategorien konfrontiert sind und ihre Kaufentscheidungen oft schnell treffen.

Das ist für italienische Erzeuger von Bedeutung, denn Prosecco zählt zu den bekanntesten Weinexporten Italiens und ist regelmäßig im Flughafenhandel vertreten. Eine schwächere Entwicklung im Travel Retail bedeutet nicht zwangsläufig, dass die weltweite Nachfrage nachlässt. Derselbe Bericht von Wine Meridian zitierte separate IWSR-Daten, denen zufolge italienischer Schaumwein in den USA von 2018 bis 2023 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 5 Prozent erzielte. Für den Zeitraum von 2023 bis 2028 wird ein jährliches Wachstum von 4 Prozent prognostiziert. Die Zahlen aus dem Travel Retail legen jedoch nahe, dass eine hohe Bekanntheit allein möglicherweise nicht mehr ausreicht, um den Absatz in einem Kanal weiter zu steigern, in dem Neuheiten, eine Premiumpositionierung und eine schnelle Markenkommunikation besonders wichtig sind.

Auch regional fiel die Entwicklung im Travel Retail sehr unterschiedlich aus. Laut IWSR verzeichneten 2025 alle vier erfassten Großregionen wertmäßige Zuwächse, allerdings in unterschiedlichem Tempo. Europa sowie Afrika und Naher Osten legten jeweils um 11 Prozent zu, die Amerikas um 7 Prozent und der Asien-Pazifik-Raum um 2 Prozent. Diese Zahlen beziehen sich auf den Travel Retail insgesamt und nicht allein auf Wein. Sie zeigen jedoch, dass sich der Kanal nicht einheitlich entwickelte.

Einige der stärksten Zuwächse im Kanal entfielen auf Spirituosenkategorien, die Premiumpreise mit einer klaren Herkunfts- und Identitätsgeschichte verbinden. Japanischer Whisky legte laut derselben IWSR-Analyse wertmäßig um 44 Prozent und mengenmäßig um 37 Prozent zu. Scotch und amerikanischer Whiskey verzeichneten jeweils ein wertmäßiges Plus von 10 Prozent, irischer Whiskey von 11 Prozent. Dieser breitere Kontext ist für Wein relevant, denn Reisende in Duty-free-Geschäften entscheiden sich zwischen verschiedenen Kategorien und nicht nur zwischen unterschiedlichen Weinmarken.

Für Weinproduzenten, auch in Italien, weisen die Daten für 2025 auf einen wachsenden, zugleich aber selektiver werdenden Markt hin. Wenn der Wert stärker steigt als die Menge, bedeutet das, dass der Kanal weiterhin Raum für teurere Käufe bietet. Die Unterschiede zwischen den Kategorien zeigen jedoch, dass nicht jedes bekannte Produkt gleichermaßen profitiert. Stillwein legte zu, leichte Aperitifs verzeichneten einen starken Anstieg, Champagner behauptete trotz rückläufiger Absatzmenge seinen Wert, und Prosecco verlor nach beiden Kennzahlen.

Die Zahlen deuten außerdem darauf hin, dass der Travel Retail Produkte begünstigen könnte, die einen Aufpreis schnell rechtfertigen können. Kunden in Flughafen- und Grenzgeschäften haben oft wenig Zeit und kaum Gelegenheit, Angebote zu vergleichen. In diesem Umfeld können eine klare Positionierung, erkennbare Qualitätsmerkmale und ein besonderes Profil stärker ins Gewicht fallen als im Supermarktregal. Das von Wine Meridian zitierte IWSR-Material vertrat die Auffassung, dass der Travel Retail zunehmend von Erlebnis und Entdeckung geprägt ist und nicht mehr nur von Bequemlichkeit.

Gleichzeitig lassen die veröffentlichten Daten mehrere wichtige Fragen offen. Das zitierte Material von IWSR enthält weder einen Gesamtbetrag in US-Dollar noch ein absolutes Absatzvolumen für Wein im globalen Travel Retail. Daher lassen sich die Zuwächse anhand öffentlich zugänglicher Quellen nicht in zusätzliche Erlöse oder verkaufte Liter umrechnen. Die Analyse schlüsselte auch nicht auf, welcher Anteil des wertmäßigen Plus von 5 Prozent auf höhere Regalpreise, Veränderungen im Produktmix, Wechselkursbewegungen oder Verschiebungen des Passagieraufkommens an Flughäfen und in den Regionen zurückzuführen war.

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