Weinverkäufe im US-Einzelhandel sanken in den vier Wochen bis zum 17. Oktober um 3,3 Prozent
Der Weinabsatz sank um 4,9 Prozent. Stillwein belastete die Entwicklung, während Schaumwein und alkoholfreie Produkte zulegten.
Mittwoch, 28. Oktober 2026
Die Weinverkäufe im US-Einzelhandel gingen in den vier Wochen bis zum 17. Oktober sowohl wertmäßig als auch mengenmäßig zurück. Das geht aus Daten von NielsenIQ hervor, die am Dienstag, dem 27. Oktober, veröffentlicht wurden. Die anhaltende Schwäche bei Stillwein überwog dabei die Zuwächse bei Schaumwein und alkoholfreien Produkten.
NielsenIQ zufolge sanken die Weinverkäufe ohne weinbasierte Cocktails gegenüber dem entsprechenden Vierwochenzeitraum 2025 wertmäßig um 3,3 Prozent. Der Absatz ging im selben Zeitraum um 4,9 Prozent zurück. Die Zahlen stammen aus NielsenIQs Daten zur Messung des Einzelhandels und bilden nur die erfassten Einzelhandelskanäle ab, nicht den gesamten US-Markt.
Die Daten zeigen, dass sich die Schwäche der Kategorie weiterhin auf Stillwein konzentrierte, den größten Teil des Geschäfts. Die Stillweinverkäufe sanken im Vierwochenzeitraum wertmäßig um 4,0 Prozent und mengenmäßig um 5,3 Prozent. Schaumwein verzeichnete dagegen ein wertmäßiges Umsatzplus von 1,1 Prozent, während der Absatz um 0,3 Prozent zurückging. Alkoholfreier Wein, ein deutlich kleineres Segment, wuchs weiterhin schneller als der Rest der Kategorie: Die Verkäufe stiegen wertmäßig um 19,2 Prozent und mengenmäßig um 16,0 Prozent.
NielsenIQ zufolge konnte eine leichte Verbesserung in der jüngsten Woche den allgemeinen Rückgang nicht umkehren. Die wöchentlichen Weinverkäufe beliefen sich auf 368,6 Millionen US-Dollar und lagen damit 0,2 Prozent über der Vorwoche. Trotz dieses Anstiegs blieb der Vergleich über den längeren Vierwochenzeitraum negativ.
Die Marktforschungsgruppe erklärte, das nachlassende Verbraucherinteresse sei im Berichtszeitraum mit einem Anteil von 47 Prozent am Rückgang der wichtigste Belastungsfaktor für die Kategorie gewesen. Eine geringere Produktverfügbarkeit machte 31 Prozent aus, während hinter den Erwartungen zurückbleibende Werbeaktionen für 22 Prozent verantwortlich waren – ein höherer Anteil als in der Vorwoche.
Die größere Abnahme des Absatzes gegenüber dem Rückgang der wertmäßigen Verkäufe deutet darauf hin, dass sich der durchschnittliche Erlös je Einheit besser behauptete als der Absatz in Kisten. Die Daten erlauben jedoch keine isolierte Ermittlung von Preiseffekten. NielsenIQ weist seine Zahlen in nominalen US-Dollar aus; die Differenz zwischen Wert und Menge bildet nicht allein Preisveränderungen ab.
Unter den Herstellern blieb Gallo gemessen am Umsatz in US-Dollar der größte Anbieter. Die Verkäufe sanken jedoch um 1,2 Prozent, der Absatz ging im Berichtszeitraum um 64.400 Kisten zurück. The Wine Group belegte Rang zwei und verzeichnete einen wertmäßigen Umsatzrückgang von 9,0 Prozent; der Absatz sank um 247.900 Kisten. Deutsch Family war der drittgrößte Hersteller und zählte zu den wenigen großen Anbietern mit Zuwächsen: Der Umsatz stieg um 3,5 Prozent, der Absatz um 9.000 Kisten. Trinchero Family und Delicato Family Wines komplettierten die Top fünf. Beide meldeten einen wertmäßigen Umsatzrückgang von 4,2 Prozent.
Zu den Unternehmen mit dem stärksten wertmäßigen Umsatzwachstum zählte NielsenIQ Deutsch Family, Kobrand, Delegat USA, Vineyard Brands und Wagner Family Wines. Delegat USA und Vineyard Brands legten jeweils um 7,3 Prozent zu, während Kobrand ein Plus von 7,0 Prozent verzeichnete. Wagner Family Wines wuchs um 3,5 Prozent.
Auf Markenebene lag Josh gemessen am Umsatz in US-Dollar an erster Stelle und verzeichnete ein Plus von 7,8 Prozent; der Absatz stieg um 35.400 Kisten. Barefoot belegte Rang zwei und legte um 1,2 Prozent zu, bei einem Absatzplus von 38.000 Kisten. Bota verzeichnete einen Rückgang von 3,4 Prozent, Sutter Home von 4,1 Prozent. La Marca, im Berichtszeitraum die fünftgrößte Marke nach Umsatz in US-Dollar, stieg um 14,7 Prozent und legte um 21.900 Kisten zu.
Einige kleinere Marken erzielten von einer niedrigeren Basis aus deutlich höhere Wachstumsraten. Whitehaven steigerte den Umsatz in US-Dollar um 23,3 Prozent, Art of the Cooper um 299,9 Prozent. Made by James verzeichnete ein Umsatzplus von 1.046,0 Prozent und gewann 9.200 Kisten hinzu.
Der NielsenIQ-Bericht erfasst die gemessenen Einzelhandelsverkäufe und schließt weinbasierte Cocktails aus. Er bildet daher nicht den gesamten Weinkonsum in den Vereinigten Staaten ab, einschließlich der Verkäufe über Kanäle außerhalb des NielsenIQ-Einzelhandelspanels. Die Daten weisen dennoch auf eine Kategorie hin, die bis Mitte Oktober unter Druck blieb: Die Zuwächse bei Schaumwein und alkoholfreiem Wein reichten nicht aus, um die Rückgänge bei Stillwein auszugleichen.