Studie: 51 % der französischen Winzer setzen Biokontrolle gegen Krankheiten ein
Laut Umfrage setzen 32 % Biokontrolle gegen Schädlinge ein. Ohne Kupfer und Schwefel deutet dies auf eine Verbreitung über Nischenanwendungen hinaus in Frankreichs Dauerkulturen hin.
Mittwoch, 4. November 2026

Alliance Biocontrôle, ein Branchenverband der Biokontrollunternehmen, veröffentlichte am Dienstag, dem 3. November, eine Studie, der zufolge die Biokontrolle in französischen Weinbergen und Obstgärten an Bedeutung gewinnt.
Laut einer in der Studie zitierten Branchenumfrage gaben 51 % der befragten Winzer an, Biokontrolle gegen Krankheiten einzusetzen; 32 % erklärten, sie zur Schädlingsbekämpfung zu nutzen. Kupfer und Schwefel sind in diesen Zahlen nicht berücksichtigt. In seiner Kurzberichterstattung über die Studie erklärte Agra, die Ergebnisse deuteten auf eine zunehmende Verbreitung in Dauerkulturen wie Weinbergen und Obstgärten hin.
Die Ergebnisse liefern einen weiteren Datenpunkt zu einem aufmerksam verfolgten Wandel in der französischen Landwirtschaft. Erzeuger stehen unter Druck, ihre Kulturen zu schützen und zugleich die Abhängigkeit von einigen herkömmlichen chemischen Mitteln zu verringern. Unter Biokontrolle werden im Allgemeinen Pflanzenschutzverfahren verstanden, die auf natürlichen Substanzen, lebenden Organismen oder anderen biologischen Mechanismen beruhen. Im Weinbau können dazu Produkte oder Methoden gehören, die anstelle oder ergänzend zu traditionelleren Behandlungen eingesetzt werden.
Das zentrale Ergebnis der Studie ist für den französischen Weinsektor bedeutsam, weil es zeigt, in welchem Umfang alternative Pflanzenschutzmittel bereits in der kommerziellen Weinbaupraxis angekommen sind. Die Auswirkungen reichen über den einzelnen Betrieb hinaus. Eine breitere Umstellung auf Biokontrolle könnte die Strategien der Lieferanten, die Produktentwicklung und die fachliche Beratung von Weinbauern beeinflussen. Außerdem könnte sie Investitionsentscheidungen im Pflanzenschutz lenken – zu einem Zeitpunkt, an dem Weingüter und Erzeuger nach Möglichkeiten suchen, den Krankheits- und Schädlingsdruck zu bewältigen, ohne die Produktion zu beeinträchtigen.
Die Zusammenfassung von Agra nannte weder den Umfang der Stichprobe noch das Profil der Befragten oder eine detaillierte regionale Aufschlüsselung. Auch separate Zahlen für Obstgärten waren in den verfügbaren Unterlagen nicht enthalten. Dennoch legen die Angaben zum Weinbau nahe, dass Biokontrolle in Frankreich nicht mehr auf Versuchsflächen oder eine kleine Gruppe von Erzeugern beschränkt ist. Wenn mehr als die Hälfte der befragten Winzer angibt, sie gegen Krankheiten einzusetzen, hat die Anwendung offenbar eine Größenordnung erreicht, die für Betriebsmittelhersteller, Berater, Genossenschaften und Weinproduzenten relevant ist.
Auch der Unterschied zwischen der Bekämpfung von Krankheiten und der von Schädlingen in den Umfrageergebnissen könnte bedeutsam sein. Mit 51 % liegt die Quote für den Einsatz gegen Krankheiten deutlich über den 32 % für die Schädlingsbekämpfung. Das deutet darauf hin, dass die Anwendung bei manchen Problemen der Rebengesundheit stärker etabliert sein könnte als bei anderen. Die über Agra veröffentlichte Zusammenfassung erläuterte die Differenz nicht und führte auch nicht auf, welche Krankheiten oder Schädlinge in den Antworten berücksichtigt wurden.
Kupfer und Schwefel wurden bei den Zahlen nicht berücksichtigt – ein wichtiger Punkt für die Einordnung der Ergebnisse. Beide Mittel sind seit Langem Bestandteil von Pflanzenschutzprogrammen im Weinbau, insbesondere bei der Bekämpfung von Pilzkrankheiten, und ihre Einbeziehung hätte das Bild erheblich verändern können. Durch ihren Ausschluss scheint sich die Umfrage enger auf andere Biokontrollprodukte und -verfahren zu konzentrieren, die inzwischen in der Praxis eingesetzt werden.
Frankreich zählt zu den weltweit führenden Weinbauländern. Veränderungen bei den Pflanzenschutzpraktiken in den Weinbergen werden daher in der gesamten Getränkeindustrie aufmerksam verfolgt. Sollte sich die Biokontrolle weiter ausbreiten, könnten Lieferanten des Weinsektors stärker mit einer Nachfrage nach alternativen Pflanzenschutzlösungen konfrontiert sein. Zugleich benötigen Erzeuger möglicherweise mehr spezialisierte Unterstützung dabei, diese Mittel in bestehende Weinbauprogramme zu integrieren.
Alliance Biocontrôle erklärte, die Studie habe den Einsatz in Weinbergen und Obstgärten untersucht und den Trend als breitere Zunahme in Dauerkulturen eingeordnet, nicht als isolierte Entwicklung im Weinbau. Der von Agra veröffentlichte Kurzbericht enthielt weder den vollständigen Studientext noch weitere methodische Angaben.