Brau Union Österreich erhöht Bier-Lieferpreise in Österreich zum 1. Dezember um 2,9 Prozent
Österreichs größte Brauerei verweist auf höhere Lohn-, Transport- und Verpackungskosten. Handel und Gastronomie entscheiden über Aufschläge für Verbraucher.
Donnerstag, 29. Oktober 2026

Brau Union Österreich erhöht die Preise für Bierlieferungen an Handelsketten und Gastronomiebetriebe in Österreich zum 1. Dezember um 2,9 Prozent. Das teilte das Unternehmen in einer Erklärung mit, über die die österreichische Nachrichtenagentur APA am Mittwoch, dem 28. Oktober, berichtete.
Die Erhöhung gilt für die Lieferpreise an gewerbliche Kunden, nicht unmittelbar für die Preise im Handel oder auf Speisekarten, die Verbraucher bezahlen. In welchem Umfang der Anstieg an Supermarktkunden sowie Gäste in Bars und Restaurants weitergegeben wird, hängt von den Preisentscheidungen der jeweiligen Handelsketten und Gastronomiebetriebe ab.
Brau Union begründete die Preiserhöhung mit gestiegenen Kosten in mehreren Bereichen, darunter Löhne und Gehälter, Transport, Rohstoffe und Verpackungen. Simon Steyrl, Manager des Unternehmens, erklärte, die steigenden Kosten belasteten das Geschäft in mehreren Kategorien. Zunächst versuche die Brauerei, Kostensteigerungen durch interne Effizienzmaßnahmen auszugleichen, könne aber nicht alle zusätzlichen Ausgaben auffangen.
Die Erhöhung um 2,9 Prozent fällt geringer aus als der Anstieg um 3,2 Prozent, den Brau Union im Dezember 2025 eingeführt hatte. Die neue Anpassung liegt damit 0,3 Prozentpunkte unter der vorherigen jährlichen Erhöhung. Das Unternehmen veröffentlichte keine aktualisierten Preislisten nach Produkten, weshalb sich die Auswirkungen in Euro auf einzelne Biermarken oder Packungsgrößen nicht berechnen lassen.
Brau Union ist die österreichische Tochtergesellschaft des niederländischen Braukonzerns Heineken und das größte Bierunternehmen des Landes. Zum Portfolio gehören Marken wie Gösser, Zipfer, Kaiser, Puntigamer, Schwechater, Wieselburger und Schladminger. Auf seiner Unternehmenswebsite gibt Brau Union an, in Österreich zwölf Brauereistandorte zu betreiben und mehr als 2.300 Menschen zu beschäftigen.
Die Ankündigung reiht sich in einen breiteren Trend jährlicher Preisanpassungen großer Getränkehersteller ein, die mit höheren Betriebskosten konfrontiert sind. Für Restaurants, Bars und Hotels könnte die Erhöhung zusätzlichen Druck bedeuten, während viele Betriebe weiterhin mit erhöhten Lohn- und sonstigen Kosten zu kämpfen haben. Für Supermarktketten steigen dadurch die Einkaufskosten im Großhandel; der Wettbewerb im Einzelhandel und Rabattaktionen könnten jedoch begrenzen, wie viel davon weitergegeben wird.
Die Verbraucherpreise für Bier in Österreich unterscheiden sich häufig stark, da Handelsketten insbesondere bei Bierkisten oft mit Sonderangeboten Kunden anlocken. Daher können sich die Auswirkungen der Erhöhung zum 1. Dezember je nach Verkaufsstelle, Region und Marke deutlich unterscheiden.
Heineken, der Mutterkonzern von Brau Union, war laut dem Branchenzulieferer BarthHaas 2025 gemessen an der Produktionsmenge mit 235,65 Millionen Hektolitern die zweitgrößte Brauerei der Welt. Die Ankündigung von Brau Union betrifft ausschließlich den österreichischen Gewerbemarkt und bedeutet nicht, dass die Verbraucherpreise in Geschäften oder Restaurants landesweit einheitlich steigen.