Becle, Eigentümer von Jose Cuervo, meldet im dritten Quartal 15,4 % weniger Umsatz mit Spirituosen

Das Absatzvolumen sank um 7,1 %. Gründe waren stärkere Rabattaktionen, härterer Wettbewerb in Nordamerika und Währungsdruck im traditionellen Spirituosengeschäft.

Donnerstag, 29. Oktober 2026

Teilen!

Becle, Eigentümer von Jose Cuervo, meldet im dritten Quartal 15,4 % weniger Umsatz mit Spirituosen

Becle, der mexikanische Spirituosenhersteller hinter Jose Cuervo, teilte am Mittwoch, dem 28. Oktober, mit, dass der Nettoumsatz im Kerngeschäft mit Spirituosen im dritten Quartal um 15,4 % zurückging. Das Absatzvolumen sank um 7,1 %. Die Zahlen deuten auf eine breite Abschwächung des traditionellen Spirituosengeschäfts hin, während trinkfertige Cocktails und alkoholfreie Getränke ausgenommen sind.

In den ungeprüften Ergebnissen für das am 30. September beendete Quartal meldete Becle für den Teilbereich Spirituosen einen Nettoumsatz von 8,479 Milliarden mexikanischen Pesos, nach 10,028 Milliarden Pesos im Vorjahreszeitraum. Das Absatzvolumen in dieser Spirituosengruppe sank von 4,828 Millionen auf 4,484 Millionen Kisten zu je neun Litern. Das entspricht einem Rückgang um 344.000 Kisten beziehungsweise rund 3,096 Millionen Liter.

Der Teilbereich Spirituosen steht besonders im Fokus, weil er RTD-Produkte und alkoholfreie Getränke ausschließt, die vom früheren Verkauf der Marke b:oost durch das Unternehmen betroffen waren. Damit ist die Spirituosensparte ein klarerer Indikator für die Nachfrage nach Becles wichtigsten Destillatmarken.

Der Umsatzrückgang fiel stärker aus als der Rückgang des Absatzvolumens. Auf Grundlage der veröffentlichten Zahlen sank der rechnerische Nettoumsatz je Spirituosenkiste von rund 2.076 auf etwa 1.891 Pesos, ein Minus von ungefähr 9 %. Dieser Wert ist nicht als direkte Preissenkung zu verstehen. Becle legte für den Teilbereich Spirituosen keine währungsbereinigten Zahlen vor. Das Unternehmen erklärte, der ausgewiesene Umsatz sei von Wechselkurseffekten, Rabattaktionen und einem ungünstigen regionalen und markenbezogenen Mix beeinflusst worden.

Konzernweit sank der Nettoumsatz im Quartal um 15,3 % auf 9,253 Milliarden Pesos, nach 10,922 Milliarden Pesos im Vorjahreszeitraum. Das Absatzvolumen ging um 8,7 % auf 5,715 Millionen Kisten zu je neun Litern zurück. Ohne b:oost lag das Absatzvolumen laut Unternehmen 5,6 % und der Nettoumsatz auf währungsbereinigter Basis 9,6 % unter dem Vorjahreswert.

Das Management erklärte, das Quartal sei von der Aufwertung des mexikanischen Pesos gegenüber dem US-Dollar, einem intensiveren Wettbewerb in Nordamerika und einem stärkeren Aktionsgeschäft geprägt gewesen. Becle teilte außerdem mit, der Übergang zu einem neuen US-Vertriebspartner schreite weiter voran und die Lagerbestände im Vertriebssystem hätten sich normalisiert.

Nach Kategorien war der Umsatzdruck breit angelegt. Der Nettoumsatz mit Jose Cuervo sank von 3,769 Milliarden auf 2,966 Milliarden Pesos, ein Rückgang um 21,3 %. Die übrigen Tequilamarken verzeichneten ein Minus von 6,7 % auf 4,008 Milliarden Pesos, nach 4,296 Milliarden Pesos. Bei sonstigen Spirituosen ging der Umsatz um 23,3 % auf 1,505 Milliarden Pesos zurück, nach 1,963 Milliarden Pesos. Das Absatzvolumen sank bei Jose Cuervo um 11,0 %, bei den übrigen Tequilas um 0,6 % und bei sonstigen Spirituosen um 8,2 %.

Die regionalen Zahlen zeigten unterschiedliche Belastungen in den einzelnen Märkten. In den USA und Kanada sank der Nettoumsatz um 14,5 % auf 5,145 Milliarden Pesos, während das Absatzvolumen um 3,0 % zurückging. Becle führte dies auf geringere Auslieferungen, ungünstige Wechselkurseffekte und den stärkeren Wettbewerb zurück. In Mexiko fiel der Nettoumsatz um 9,3 % auf 2,491 Milliarden Pesos. Das Unternehmen erklärte jedoch, der Verkauf von b:oost verzerrte den Vorjahresvergleich. Auf organischer Basis sank der Umsatz in Mexiko um 6,4 %, während das Absatzvolumen um 0,3 % zunahm. Im übrigen Ausland ging der Nettoumsatz um 25,1 % auf 1,617 Milliarden Pesos zurück; das Absatzvolumen sank um 19,9 %. Laut Unternehmen war dies vor allem auf den Zeitpunkt von Auslieferungen zurückzuführen, die ins vierte Quartal fielen.

Die Profitabilität verschlechterte sich deutlich. Der Bruttogewinn sank um 22,8 % auf 4,73 Milliarden Pesos, die Bruttomarge ging von 56,1 % auf 51,1 % zurück. Becle führte den Margenrückgang auf Währungseffekte, den regionalen Mix und stärkere Rabattaktionen zurück, teilweise ausgeglichen durch stabile Inputkosten. Auf währungsbereinigter Basis hätte die Bruttomarge laut Unternehmen 52,8 % betragen und damit 330 Basispunkte unter dem Vorjahreswert gelegen.

Die Ausgaben für Werbung, Marketing und Verkaufsförderung sanken um 6,6 % auf 1,986 Milliarden Pesos. Ihr Anteil am Umsatz stieg jedoch von 19,5 % auf 21,5 %. Die Vertriebskosten gingen um 8,2 % auf 447 Millionen Pesos zurück, während die Vertriebs- und Verwaltungskosten um 3,3 % auf 1,179 Milliarden Pesos stiegen. Becle erklärte, die gestiegenen Kostenquoten seien auf die operative Hebelwirkung bei rückläufigen Umsätzen zurückzuführen.

Das Betriebsergebnis sank um 64,4 % von 3,121 Milliarden auf 1,112 Milliarden Pesos. Das EBITDA ging um 57,9 % von 3,459 Milliarden auf 1,456 Milliarden Pesos zurück; die EBITDA-Marge fiel von 31,7 % auf 15,7 %. Im Vorjahresquartal war ein sonstiger Ertrag von 753 Millionen Pesos verbucht worden, der hauptsächlich aus dem Verkauf von b:oost und vertraglichen Vereinbarungen im Zusammenhang mit US-Vertriebsverträgen stammte. Dadurch war der Vergleich anspruchsvoller. Ohne diesen Ertrag aus dem Vorjahr wäre die EBITDA-Marge laut Becle auf währungsbereinigter Basis von 24,8 % auf 17,2 % gesunken.

Der Nettogewinn sank um 84,6 % von 4,123 Milliarden auf 633 Millionen Pesos. Nach Angaben des Unternehmens war der Rückgang auf das schwächere Betriebsergebnis und den Wegfall von Gewinnen zurückzuführen, die im dritten Quartal 2025 verbucht worden waren, darunter der Verkauf der Beteiligung an Lalo Spirits Holdings. Der Gewinn je Aktie betrug 0,18 Pesos, nach 1,15 Pesos im Vorjahreszeitraum.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 erzielte Becle einen Nettoumsatz von 26,523 Milliarden Pesos, 17,1 % weniger als die 32,011 Milliarden Pesos im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn in den ersten neun Monaten sank um 66,6 % auf 2,437 Milliarden Pesos, das EBITDA ging um 45,3 % auf 4,544 Milliarden Pesos zurück.

Becle erklärte, im dritten Quartal einen Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit von 1,015 Milliarden Pesos erzielt zu haben. Zum 30. September beliefen sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente auf 11,19 Milliarden Pesos, die gesamten Finanzschulden auf 19,029 Milliarden Pesos. Der um Leasingverbindlichkeiten bereinigte Nettoverschuldungsgrad lag bei 1,3x und damit innerhalb der vom Unternehmen angegebenen Zielspanne von 1,0x bis 1,5x.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Teilen Sie ihn!

Cookies

Wir verwenden Cookies und andere Technologien, um die Website zu betreiben, ihre Nutzung zu analysieren und externe Inhalte anzubieten. Sie können optionale Cookies akzeptieren, ablehnen oder konfigurieren.

Cookie-Richtlinie