Italienische Weinexporte in 13 aufstrebende Märkte stiegen im ersten Halbjahr 2026 um 5,9 Prozent
Der Anstieg stand einem Rückgang der gesamten Weinimporte um 3,7 Prozent gegenüber. Tschechien trieb die Zuwächse Italiens an.
Dienstag, 13. Oktober 2026

Die italienischen Weinexporte in eine Gruppe aufstrebender Märkte legten im ersten Halbjahr 2026 zu, obwohl dieselben Länder insgesamt weniger Wein importierten. Das geht aus einem neuen Wine-Monitor-Bericht hervor, den das italienische Forschungsunternehmen Nomisma am Montag veröffentlichte.
Laut Nomisma stieg der Wert der Importe italienischen Weins in 13 aufstrebenden Märkten von Januar bis Juni gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,9 Prozent. Gleichzeitig sanken die gesamten Weinimporte dieser Märkte gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 3,7 Prozent. Nach dem Importwachstum im Jahr 2025 begann das Jahr damit verhaltener.
Die 13 im Bericht erfassten Märkte sind Mexiko, Polen, Tschechien, Rumänien, Thailand, Kolumbien, Bulgarien, Kasachstan, Marokko, Angola, Indien, Peru und die Elfenbeinküste. Der übergreifende Rückgang sei auf schwächere Käufe in einigen der größten Verbrauchermärkte der Gruppe zurückzuführen, insbesondere in Polen, Tschechien und Mexiko, erklärte Nomisma. Zugleich entspreche er einer breiteren Verlangsamung des globalen Weinhandels zu Jahresbeginn.
Der Bericht zeigt eine gespaltene Marktentwicklung. Abgefüllte Still- und Perlweine verzeichneten im ersten Halbjahr in weiten Teilen Rückgänge, auch in Märkten, die für Exporteure als besonders attraktiv galten. In dieser Kategorie seien die Werte in Polen und Mexiko zweistellig gesunken, so Nomisma. Auch Rumänien und Marokko verloren nach einer langen Wachstumsphase an Dynamik. Von 2019 bis 2025 hatten diese beiden Märkte ebenso wie Thailand ihre Importe aus dem Ausland mehr als verdoppelt. Im untersuchten Zeitraum kam die Expansion jedoch zum Stillstand.
Heller fiel die Entwicklung bei Schaumwein aus. Nach Angaben von Nomisma zeigte die Kategorie in den meisten beobachteten Märkten sowohl bei Menge als auch Wert überwiegend positive Trends. Unter den größeren Absatzmärkten bildete Polen die wichtigste Ausnahme: Dort gingen beide Kennzahlen zurück. Kolumbien entwickelte sich gegenläufig und verzeichnete bei Menge und Wert zweistellige Zuwächse.
Vor diesem schwächeren Hintergrund schnitt italienischer Wein besser ab. Die Widerstandsfähigkeit der italienischen Lieferungen während der allgemeinen Abschwächung deute darauf hin, dass Italien in diesen Ländern Marktanteile gewinnen könnte, erklärte Nomisma. Wichtigster Wachstumstreiber war Tschechien: Dort stiegen die Importe aus Italien in den ersten sechs Monaten 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum wertmäßig um 22 Prozent und mengenmäßig um 16,5 Prozent.
Bei abgefüllten Still- und Perlweinen blieb Tschechien laut Bericht unter den 13 aufstrebenden Märkten das wichtigste Ziel italienischer Exporte, gefolgt von Polen und Mexiko. Am breitesten fiel die positive Entwicklung für Italien bei Schaumwein aus. In den meisten beobachteten Märkten seien die Importe italienischer Schaumweine im ersten Halbjahr sowohl wert- als auch mengenmäßig gestiegen, so Nomisma. Polen, Tschechien und Rumänien führten die Kategorie weiterhin an.
Kasachstan fiel durch sein Wachstumstempo auf. Laut Nomisma stiegen dort die Importe italienischen Schaumweins sowohl wert- als auch mengenmäßig um mehr als 50 Prozent, obwohl der Markt weiterhin nur einen kleinen Anteil am Gesamtvolumen ausmacht.
Die Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Weinproduzenten in mehreren etablierten Absatzmärkten mit langsameren Handelsströmen konfrontiert sind und weiterhin außerhalb der traditionellen Nachfragezentren nach Wachstum suchen. Für die Getränkeindustrie könnten die Daten auf Bereiche verweisen, in denen eine Diversifizierung der Exporte zunehmend wichtiger wird und in denen Weinproduzenten – möglicherweise auch Hersteller anderer alkoholischer Getränke – trotz des nachlassenden Gesamthandels Marktanteile aufbauen können.
Der Wine Monitor von Nomisma ist ein Beobachtungsdienst für den Weinmarkt, den italienische Weinunternehmen und Institutionen nutzen, um die Nachfrageentwicklung zu verfolgen. Der jüngste Bericht enthält außerdem eine Auswertung der Entwicklung bedeutender italienischer Weine mit geschützter Herkunftsbezeichnung, darunter Prosecco, Asti, Weiß- und Rotweine aus Venetien, der Toskana und Sizilien sowie Rotweine aus dem Piemont.
Der Bericht legt nicht nahe, dass der Druck auf den Weinmarkt insgesamt nachgelassen hat. Die Gesamtimporte in den 13 aufstrebenden Märkten gingen im ersten Halbjahr weiterhin zurück, und mehrere wichtige Absatzmärkte verzeichneten eine schwächere Nachfrage, insbesondere nach abgefüllten Stillweinen. Die gegenläufige Entwicklung – sinkende Gesamtimporte und steigende Käufe aus Italien – zeigt jedoch, dass sich italienische Erzeuger in dieser Ländergruppe besser behaupten als der Marktdurchschnitt.
Dieser Kontrast dürfte für Exporteure von Interesse sein, die ihre Vertriebsaktivitäten für 2027 planen. In Ländern wie Tschechien, wo sowohl der Wert als auch die Menge der Importe aus Italien steigen, deuten die Daten darauf hin, dass die Nachfrage nicht nur von höheren Preisen, sondern auch von größeren Liefermengen getragen wird. In anderen Märkten, insbesondere dort, wo Schaumwein schneller wächst als andere Kategorien, könnten Erzeuger die Chance sehen, ihre Vertriebsnetze auszubauen, solange die Verbrauchernachfrage günstiger ist als im Weinsegment insgesamt.
Mexiko und Polen bleiben aufgrund ihrer Größe wichtige Beobachtungsmärkte, auch nach der jüngsten Abschwächung. Beide waren in dieser Ländergruppe zentrale Absatzmärkte für importierten Wein; die Schwäche dort belastete das Gesamtergebnis des ersten Halbjahres erheblich. Dass Italien seine Verkäufe in der größeren Gruppe aufstrebender Märkte trotz dieses Drucks weiter steigern konnte, unterstreicht zugleich, wie unterschiedlich sich die Nachfrage nach Kategorien und Ländern entwickelt.
Nomisma veröffentlichte den Bericht am 12. Oktober. Die Zahlen beziehen sich auf die ersten sechs Monate des Jahres 2026 und werden mit dem gleichen Zeitraum 2025 verglichen.