Forscher testen Kräuteraufgüsse als Ersatz für Schwefeldioxid in Weißwein

Ein Preprint zur griechischen Rebsorte Debina legt nahe, dass Safran, Mastix und Bergtee dazu beitragen könnten, Aroma und antioxidative Kapazität mit weniger SO₂ zu bewahren

06.07.2026

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Forscher testen Kräuteraufgüsse als Ersatz für Schwefeldioxid in Weißwein

Forscher haben einen neuen Preprint veröffentlicht, der untersucht, ob Weißwein mit weniger Schwefeldioxid hergestellt werden kann, ohne dabei seine antioxidative Kapazität und seinen aromatischen Charakter durch den Einsatz von Kräuteraufgüssen einzubüßen.

Die auf Preprints.org veröffentlichte Studie konzentrierte sich auf Debina, eine griechische Weißweinsorte, und testete Weine mit üblichen und reduzierten Mengen an Schwefeldioxid, oder SO₂. Die Weine wurden mit Safran, Mastix und Bergtee angereichert, drei Zutaten, die häufig mit mediterranen Ernährungstraditionen verbunden werden. Laut der Zusammenfassung des Manuskripts analysierten die Forscher Schwefeldioxidgehalte, Polyphenole, antioxidative Aktivität und flüchtige Verbindungen, die für das Aroma entscheidend sind.

Da es sich bei der Arbeit um einen Preprint handelt, hat sie den Peer-Review-Prozess noch nicht durchlaufen. Das bedeutet, dass ihre Ergebnisse vorläufig zu behandeln sind, bis sie von externen Experten bewertet und, falls angenommen, in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht werden.

Dennoch berührt das Thema ein praktisches Problem für Weingüter und andere Getränkehersteller. Schwefeldioxid wird im Weinbau weithin eingesetzt, weil es den Wein vor Oxidation und mikrobieller Verderbnis schützt. Zugleich stehen Produzenten zunehmend unter Druck, Zusatzstoffe nach Möglichkeit zu reduzieren, sowohl wegen der Verbraucherpräferenzen als auch, weil künftige regulatorische Änderungen die Erwartungen an Kennzeichnung oder Einsatzmengen verschärfen könnten. Wenn Kräuteraufgüsse dazu beitragen können, antioxidative Eigenschaften zu bewahren und das Aroma in Weinen mit weniger SO₂ zu unterstützen, könnte das einen nützlichen Weg für die Produktentwicklung eröffnen, insbesondere in Kategorien, in denen „reduzierte Sulfite“ oder eine stärker natürliche Positionierung Marktwert haben.

Das vorliegende Quellenmaterial nennt weder die vollständigen numerischen Ergebnisse der Experimente noch die detaillierten Schlussfolgerungen der Autoren. Das erklärte Ziel ist jedoch klar: zu prüfen, ob die Zugabe von Botanicals wie Safran, Mastix und Bergtee einen Teil der technologischen Rolle ausgleichen kann, die Schwefeldioxid im Weißwein spielt.

Diese Frage ist wichtig, weil Schwefeldioxid nach wie vor eines der wirksamsten Werkzeuge im Keller ist. Eine Reduzierung kann sich auf Haltbarkeit, Frische und sensorische Stabilität auswirken. Weißweine sind besonders empfindlich, weil sie Oxidation meist schneller zeigen als viele Rotweine. Jede Strategie, die SO₂ reduziert, ohne Aroma oder antioxidativen Schutz zu schwächen, würde die Aufmerksamkeit von Produzenten auf sich ziehen, die im Premiumsegment, bei Low-Intervention-Weinen und in Exportmärkten arbeiten, in denen Stabilität während des Transports entscheidend ist.

Die Wahl der Botanicals verweist auch auf einen weiteren Trend bei Getränken: den Einsatz regionaler Zutaten zur Differenzierung. Mit Kräutern infundierte Weine liegen an der Schnittstelle zwischen traditioneller Weinbereitung und Innovation bei aromatisierten oder aromatisierten Getränken. Für Weingüter, die sich in überfüllten Märkten abheben wollen, können Zutaten mit lokalem Bezug sowohl technischen als auch marketingbezogenen Reiz bieten, auch wenn vieles davon abhängen würde, wie Verbraucher auf Geschmacksveränderungen reagieren und wie Regulierungsbehörden solche Produkte in verschiedenen Ländern einstufen.

Vorläufig fügt der Preprint eine weitere Linie der Forschung zu Alternativen oder Ergänzungen zu Schwefeldioxid im Wein hinzu. Wissenschaftler und Produzenten untersuchen seit Jahren Pflanzenextrakte, Tannine, Antioxidantien und Verarbeitungstechniken als Wege, die Abhängigkeit von Sulfiten zu verringern und zugleich die Qualität zu erhalten. Diese neue Arbeit scheint Kräuteraufgüsse in diese Diskussion einzuordnen, indem sie nicht nur das antioxidative Potenzial, sondern auch das volatile Profil betrachtet, ein zentrales Maß dafür, wie ein Wein riecht.

Bis der vollständige Artikel formell begutachtet ist und umfassendere Daten vorliegen, sollte die Studie als früher wissenschaftlicher Bericht und nicht als gesicherter Befund betrachtet werden. Dennoch hebt sie ein Thema hervor, das in der Getränkebranche weiterhin wichtig ist: wie sich Produkstabilität, sensorische Qualität, gesundheitsbezogene Bedenken und sich wandelnde Verbrauchererwartungen in Einklang bringen lassen, ohne zu beeinträchtigen, was am Ende im Glas landet.

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