20.04.2026

Die belgische Weinproduktion stieg 2025 auf 4,3 Millionen Liter – erstmals hat das Land damit die Schwelle von vier Millionen Litern überschritten –, wie aus vom belgischen Wirtschaftsministerium veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Ausschlaggebend waren eine größere Rebfläche und reifere Reben, die dem Sektor halfen, sich von dem wetterbedingt schwachen Jahr 2024 zu erholen.
Das Gesamtvolumen lag rund 25 % über dem bisherigen belgischen Rekord aus dem Jahr 2023 und bedeutete eine deutliche Erholung gegenüber 2024, als die Produktion nach ungünstigem Wetter und geringeren Erträgen auf 1,2 Millionen Liter zurückgegangen war – ein Minus von 64 % gegenüber dem Vorjahrgang. Nach Angaben der Behörden verbesserten sich die Bedingungen 2025 erheblich, sodass die Winzer eine deutlich größere Ernte einbringen konnten. Das Ministerium verwies zudem auf das Alter vieler Weinberge als weiteren Faktor für den Anstieg: Junge Reben liefern in ihren ersten Jahren nur begrenzte Erträge und erreichen ihre volle Produktionsleistung erst nach etwa fünf Jahren.
Die aktuellen Daten zeigen einen Sektor, der im europäischen Vergleich zwar klein ist, aber stetig wächst. Belgien zählt inzwischen rund 350 Winzerinnen und Winzer, darunter sowohl professionelle Betriebe als auch Hobbyproduzenten – etwa 30 mehr als ein Jahr zuvor. Die Rebfläche wuchs im selben Zeitraum von 958 Hektar auf 1.040 Hektar, was eher auf ein schrittweises Wachstum als auf einen plötzlichen Boom hindeutet.
Die Produktion verteilt sich weiterhin ungleich über das Land. Flandern verfügt inzwischen über etwas mehr Rebfläche als Wallonien, mit 551 Hektar gegenüber 490 Hektar, doch Wallonien stellte 2025 insgesamt den größeren Anteil an der Weinproduktion. Wallonische Erzeuger kamen auf 2,44 Millionen Liter, während Flandern 1,83 Millionen Liter beisteuerte. Das Ministerium erklärte den Unterschied mit dem Stil: Wallonien ist stark auf Schaumwein ausgerichtet, der wegen dichterer Pflanzung pro Hektar höhere Erträge ermöglichen kann, während Flandern eine vielfältigere Mischung und einen größeren Anteil an Stillweinen aufweist.
Auf Provinzebene blieb Hainaut mit knapp unter einer Million Litern im vergangenen Jahr das größte Produktionsgebiet Belgiens. In Flandern erzeugte Limburg mehr als 574.000 Liter, gefolgt von Westflandern mit fast 544.000 Litern.
Weiße und Schaumweine dominierten die belgische Produktion weiterhin. Mehr als 2,1 Millionen Liter weißer Schaumwein wurden 2025 erzeugt, dazu kamen fast 1,5 Millionen Liter stiller Weißwein. Auf Rotwein entfielen 441.000 Liter, Rosé erreichte 124.000 Liter und Rosé-Schaumwein 117.000 Liter.
Chardonnay blieb die am weitesten verbreitete und am häufigsten verwendete Rebsorte. Aus Chardonnay hergestellte Weine summierten sich auf fast 1,3 Millionen Liter – mehr als das Dreifache des Volumens der nächsthäufigen Cuvée aus Chardonnay, Pinot Meunier und Pinot Noir. Das Ministerium hob zudem den zunehmenden Einsatz resistenter Hybridrebsorten wie Johanniter, Souvignier Gris und Solaris hervor und erklärte, sie seien weniger anfällig für Krankheiten und Pilzbefall und benötigten daher weniger Pflanzenschutzmittel.
Orange Wine tauchte in den amtlichen Zahlen erstmals als eigene Kategorie auf; ausgewiesen wurden 10.000 Liter Produktion. Die gesamte Menge stammt aus Flandern. Das Ministerium teilte mit, dass wallonische Produzenten ebenfalls mit diesem Stil experimentieren, ihn in ihrer Berichterstattung jedoch meist als Weißwein erfassen.
Belgiens Aufschwung fällt in eine Phase, in der auch andere Weinregionen Nordeuropas von günstigem Wetter und reiferen Weinbergen profitiert haben. In England und Wales stieg die Produktion im jüngsten Lesebericht nach einer stärkeren Vegetationsperiode deutlich an – ein Hinweis darauf, wie schnell sich Weinregionen in kühleren Klimazonen verändern können, wenn sich die Bedingungen verbessern.
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