Italien genehmigt die Herstellung von Schaumwein unter dem Label Toscana IGT

Die Toskana bereitet sich darauf vor, ihr berühmtes Portfolio offiziell um Schaumweine zu erweitern, da die Erzeuger die endgültige Genehmigung der Europäischen Kommission erwarten.

18.03.2026

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Italy Approves Sparkling Wine Production Under Toscana IGT Label

Die Toskana, eine Region, die seit langem für ihre Rotweine wie Chianti Classico und Brunello di Montalcino bekannt ist, bereitet sich darauf vor, Schaumweine in ihr offizielles Weinportfolio aufzunehmen. Am 17. März genehmigte der Nationale Weinausschuss des italienischen Landwirtschaftsministeriums einen wichtigen Schritt, um die Herstellung von Schaumweinen unter der Bezeichnung Toscana IGT (Indicazione Geografica Tipica) zu ermöglichen. Dieser Schritt folgt auf die Genehmigung durch den Regionalrat der Toskana im Dezember 2024 und wartet nun auf die endgültige Genehmigung durch die Europäische Kommission. Wenn alles wie geplant verläuft, erwarten die Erzeuger, dass sie die neuen Vorschriften bis Ende 2026 anwenden können.

Durch die Änderung können sowohl Weiß- als auch Rosé-Schaumweine entweder nach der traditionellen Methode (Metodo Classico) oder nach der Tankmethode (Charmat) hergestellt werden. Die Toscana IGT ist eine der anerkanntesten Weinbezeichnungen Italiens mit einer durchschnittlichen Jahresproduktion von über 90 Millionen Flaschen in den letzten fünf Jahren und einem Produktionswert von 458 Millionen Euro. Etwa 70 % dieser Weine werden exportiert.

Das Consorzio Vino Toscana, das für die Bezeichnung IGT Toscana zuständig ist, bezeichnete diese Änderung als historisch. Das Konsortium wird von Cesare Cecchi und Stefano Campatelli geleitet. Neben der Einführung von Schaumweinen wird es eine weitere formale Änderung geben: Auf dem Etikett wird nur noch "Toscana" statt "Toscano oder Toscana" stehen. Damit sollen der Wiedererkennungswert und die Marktpositionierung der Marke gestärkt werden.

Cesare Cecchi, Präsident des Consorzio Vino Toscana, wies darauf hin, dass die Zahl der Mitglieder des Konsortiums von 70 im Jahr 2019 auf 450 gestiegen ist, bzw. auf 1.700, wenn man die genossenschaftlich organisierten Erzeuger mit einbezieht. Er sagte, dass diese Veränderungen auf die sich entwickelnden Verbraucherpräferenzen und Marktbedürfnisse reagieren. Cecchi hob hervor, dass die Hinzufügung von Schaumwein eine große Chance für die toskanischen Weinproduzenten darstellt. Er betonte auch, dass die ausschließliche Verwendung der Bezeichnung "Toscana IGT" auf den Etiketten die Identität dieser Weine als Zeichen für Qualität und regionale Exzellenz stärken wird.

Derzeit umfasst die Toscana IGT mehrere Weinsorten: Weißwein, Rosé, Rotwein, Perlwein (Frizzante) sowie Weine aus getrockneten Trauben (Passito) und Spätlese (Vendemmia Tardiva). Mit der Verabschiedung der neuen Regelung wird der Schaumwein offiziell in diese Reihe aufgenommen.

Stefano Campatelli, Direktor des Consorzio Vino Toscana, erklärte, dass viele toskanische Erzeuger bereits seit einiger Zeit Schaumweine herstellen. Die formale Aufnahme in die Toscana IGT entspreche ihren Wünschen und eröffne dem Sektor neue Entwicklungsmöglichkeiten. Campatelli sagte, dass die Toskana, obwohl die Tradition weiterhin wichtig ist, sich an einen Markt anpasst, der zunehmend auf Qualität und Produktvielfalt ausgerichtet ist.

Die Änderung der Etikettierung - es wird nur noch "Toscana" verwendet - soll auch dazu beitragen, den Namen vor missbräuchlicher Verwendung durch andere Marken zu schützen. Das Konsortium hat "Toscana" in Klasse 33 (alkoholische Getränke) eingetragen, um diese Bemühungen zu unterstützen.

Mit diesen Entwicklungen bereitet sich die toskanische Weinindustrie auf eine Zukunft vor, in der Schaumweine neben den berühmten Rot- und Weißweinen stehen werden. Die Erzeuger hoffen, dass dieser Schritt ihnen helfen wird, neue Märkte zu erschließen und den sich ändernden Geschmack der Verbraucher zu treffen, während gleichzeitig der Ruf der Toskana für Qualität erhalten bleibt.

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