64 % der französischen Verbraucher planen mehr alkoholfreie und alkoholarme Getränke zu trinken, so eine Umfrage

Entalkoholisierte Weine haben mit geringem Bekanntheitsgrad und Skepsis zu kämpfen, da Bier in Frankreich den Trend zu alkoholfreiem/geringem Alkoholgehalt dominiert

22.01.2026

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64% of French Consumers Plan to Drink More Non-Alcoholic and Low-Alcohol Beverages, Survey Finds

Eine kürzlich vom Ifop-Institut im Auftrag von FranceAgriMer durchgeführte Umfrage zeigt, dass 64 % der französischen Verbraucher planen, ihren Konsum von alkoholfreien und alkoholarmen Getränken in Zukunft zu erhöhen. Die Studie, die am 15. Januar 2026 veröffentlicht wurde, basiert auf einem repräsentativen Panel von 1.111 französischen Befragten und 12 ausführlichen Interviews. Sie zielt darauf ab, die aktuellen Konsumgewohnheiten zu verstehen und Wachstumschancen für die Kategorie der alkoholfreien/alkoholarmen Getränke zu ermitteln, wobei der Schwerpunkt auf Wein liegt.

Die Daten zeigen, dass 72 % der Befragten in den letzten zwölf Monaten mindestens ein alkoholfreies oder alkoholarmes Getränk konsumiert haben. Dieser Trend wird jedoch weitgehend von Bier getragen. Der Verbreitungsgrad von alkoholfreien Bieren ist fast zehnmal höher als der von alkoholfreien Weinen. Laut der Ifop-Studie gaben nur 5 % der Befragten an, im letzten Jahr entalkoholisierten Wein gekauft zu haben. Ein anderes Barometer, Seeds/Moderato, schätzt, dass 19 % der Franzosen im gleichen Zeitraum alkoholfreien Wein getrunken haben.

Die Umfrage zeigt auch, dass die Verbraucher nicht genau wissen, was ein Getränk mit geringem Alkoholgehalt ist. Die meisten Teilnehmer betrachten ein Getränk mit einem Alkoholgehalt von bis zu 4 % als "niedrig", während die Vorschriften einen Alkoholgehalt von bis zu 8,5 % zulassen. Speziell für Wein bedeutet diese Verständnislücke, dass eine Senkung des Standardalkoholgehalts auf 6 % oder sogar 8 % von den meisten Verbrauchern nicht als signifikant angesehen wird. Für viele ist Wein bereits ein Getränk mit moderatem oder leichtem Alkoholgehalt, so dass die Kategorie "niedrig" keinen großen Anklang findet.

Die im Rahmen der Studie durchgeführten Interviews zeigen eine gewisse Skepsis gegenüber entalkoholisiertem Wein, insbesondere hinsichtlich des Geschmacks und der Herstellungsmethoden. Das Hauptmotiv für die Wahl von entalkoholisiertem Wein ist die Verringerung des Alkoholkonsums, aber die Bedenken bezüglich des Geschmacks bleiben bestehen. Der Geschmack steht nur an siebter Stelle der Gründe für den Konsum. Viele Befragte betrachten das Entalkoholisierungsverfahren als industriell und im Widerspruch zu den traditionellen Weinherstellungspraktiken. Diese Wahrnehmung spiegelt sich im Seeds/Moderato-Barometer wider: Nur 34 % bezeichnen alkoholfreien Wein als entalkoholisierten Wein, weitere 34 % sehen ihn als Traubensaft, 12 % halten ihn für eine Mischung aus beidem, und 30 % sind sich nicht sicher.

FranceAgriMer schlägt vor, dass die Weinkellereien die Verbraucher in Bezug auf Geschmack und Produktionsqualität überzeugen müssen. Sie sollten Verkostungen anbieten und die Ähnlichkeiten mit traditionellen Weinen hervorheben, um Vertrauen zu schaffen.

Die Sichtbarkeit ist eine weitere Herausforderung für entalkoholisierte Weine. Nur die Hälfte der regelmäßigen Weintrinker und der Verbraucher anderer alkoholfreier/alkoholarmer Getränke kennt alkoholfreie oder alkoholarme Weine. Laut dem Seeds/Moderato-Barometer wissen 32 % der Befragten nicht, dass es diese Produkte überhaupt gibt. Die begrenzte Verfügbarkeit in Supermärkten, Bars, Restaurants und Weinhandlungen schränkt die spontane Entdeckung ein. In den Interviews wird die Bedeutung der Verpackung hervorgehoben und darauf hingewiesen, dass in den Supermärkten, die derzeit der wichtigste Kanal für die Sensibilisierung sind, kein Platz für diese Produkte vorgesehen ist.

Die Ergebnisse legen nahe, dass eine verstärkte Aufklärung der Verbraucher darüber, was ein alkoholarmes Getränk ist und wie entalkoholisierte Weine hergestellt werden, dazu beitragen könnte, Missverständnisse auszuräumen. Eine bessere Sichtbarkeit des Produkts durch eine bessere Platzierung in den Geschäften und eine ansprechendere Verpackung könnte neugierige Verbraucher ebenfalls zum Probieren anregen. Da das Interesse an einer Reduzierung des Alkoholkonsums in Frankreich wächst, stehen die Erzeuger vor Herausforderungen und Chancen, den Markt für alkoholfreie und alkoholarme Weine zu erweitern.

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