03.09.2025

Die Europäische Kommission hat das Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und Mercosur genehmigt, ein Schritt, der den internationalen Weinhandel neu gestalten könnte. Das Abkommen, an dem Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay beteiligt sind, wird von der Unione Italiana Vini (UIV), Italiens wichtigstem Weinbauverband, als positive Entwicklung gewertet. Lamberto Frescobaldi, Präsident der UIV, begrüßte das Abkommen und bezeichnete es als einen wichtigen Schritt für die Prinzipien des freien Marktes. Er erklärte, dass dies die Art von Abkommen sei, die der italienische Weinsektor unterstütze.
Das Abkommen muss noch vom EU-Rat und dem Europäischen Parlament ratifiziert werden. Es umfasst auch ein separates Weinabkommen mit Mexiko, das bereits von Nullzöllen profitiert. Dieser Teil des Abkommens zielt darauf ab, nichttarifäre Regelungen zu vereinfachen und den Schutz der europäischen geografischen Angaben zu stärken.
Nach Angaben der Beobachtungsstelle der UIV ist Brasilien derzeit der wichtigste südamerikanische Markt für europäische Weine. In der ersten Hälfte des Jahres 2025 erreichten die italienischen Weinexporte nach Brasilien 18,5 Millionen Euro, was einem Anstieg von 5,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Sowohl Still- als auch Schaumweine verzeichneten in diesem Zeitraum einen Zuwachs von 8,5 %. Im Jahr 2024 beliefen sich die europäischen Weinimporte nach Brasilien auf insgesamt 190 Millionen Euro, ein Anstieg um 41 % in den letzten fünf Jahren.
Der brasilianische Weinmarkt wird weitgehend von chilenischen Erzeugern dominiert, auf die 186 Millionen Euro an Importen entfallen, gefolgt von Argentinien mit 90 Millionen Euro. Europa ist jedoch nach wie vor stark vertreten: Portugal exportierte Wein im Wert von 75 Millionen Euro nach Brasilien, Frankreich 50 Millionen Euro und Italien 40 Millionen Euro. Mit der möglichen schrittweisen Abschaffung des derzeitigen Zolls von 27 % auf importierte Weine sehen die italienischen Erzeuger ein großes Wachstumspotenzial auf diesem Markt.
Frescobaldi betonte, dass die Expansion in die Mercosur-Länder eine strategische Antwort auf die Herausforderungen in den traditionellen Märkten sei. Er wies darauf hin, dass angesichts der anhaltenden US-Zölle auf europäische Weine eine Diversifizierung für die italienischen Erzeuger, die lange Zeit stark von den amerikanischen Verbrauchern abhängig waren, unerlässlich ist. Das Mercosur-Abkommen eröffnet den Zugang zu einer lateinamerikanischen Bevölkerung von rund 270 Millionen Menschen - eine Marktchance, die die italienischen Weinerzeuger gerne nutzen.
Während die Weinindustrie dieses Abkommen als Chance sieht, die Handelsbeziehungen mit Lateinamerika auszubauen und zu stärken, sind nicht alle Sektoren gleichermaßen optimistisch. Einige landwirtschaftliche Organisationen haben sich besorgt über mögliche Risiken für die europäische Landwirtschaft durch den verstärkten Wettbewerb geäußert. Confeuro, ein italienischer Bauernverband, hat starke Vorbehalte gegen die Auswirkungen des Abkommens auf die lokalen Erzeuger geäußert.
Die Partnerschaft zwischen der EU und Mercosur stellt eine bedeutende Veränderung in den Handelsbeziehungen zwischen Europa und Südamerika dar. Für die italienischen Weinexporteure und ihre europäischen Partner bietet sie neue Expansionsmöglichkeiten in einer Zeit, in der die globalen Märkte mit Unsicherheit und Veränderungen konfrontiert sind. Das endgültige Ergebnis wird davon abhängen, wie schnell und reibungslos das Abkommen die verbleibenden Phasen der Genehmigung durch die europäischen Institutionen durchläuft.
Vinetur® wurde 2007 gegründet und ist eine eingetragene Marke von VGSC S.L. mit einer langen Geschichte im Weinsektor.
VGSC, S.L. ist ein im Handelsregister von Santiago de Compostela, Spanien, eingetragenes Unternehmen.
E-Mail: [email protected] | Tel: +34 986 077 611
Hauptsitz und Büros in Vilagarcia de Arousa, Galicien