06.03.2025

Die von der Trump-Administration eingeführten neuen Einfuhrzölle erschüttern die Getränkeindustrie in den Vereinigten Staaten, wobei einige Kategorien vor großen Herausforderungen stehen, während andere einen Aufschwung erleben könnten. Ab dem 4. März 2025 werden Waren aus Kanada und Mexiko mit einem Zoll von 25 % belegt, und für Einfuhren aus China gilt ein zusätzlicher Zoll von 10 %. Präsident Donald Trump hat außerdem einen Zollsatz von 25 % auf Einfuhren aus der Europäischen Union vorgeschlagen, wobei jedoch kein konkreter Zeitplan dafür bestätigt wurde. Diese Änderungen sind auf die Handelspolitik der Regierung zurückzuführen, die darauf abzielt, die heimische Industrie zu schützen, aber sie haben auch Auswirkungen auf den gesamten Alkoholmarkt.
Produkte mit einem einzigen Ursprung wie Tequila aus Mexiko und kanadischer Whisky aus Kanada sind besonders gefährdet, da ihre Produktion aufgrund strenger gesetzlicher Bestimmungen nicht in die USA verlagert werden kann. Zu den anderen Getränken im selben Boot gehören irischer Whiskey, Cognac, Champagner und Prosecco, die alle an ihre Heimatregionen in der EU gebunden sind. Für mexikanische Bierimporte, die auf dem US-Markt eine große Rolle spielen, gelten ebenfalls neue Zölle von 25 % aus Mexiko. Das Vereinigte Königreich arbeitet unterdessen an einem separaten Handelsabkommen mit den USA, um Zölle auf schottischen Whisky zu vermeiden und hofft, seine Exporte reibungslos abwickeln zu können. Nach Angaben des IWSR, einer führenden Quelle für Daten über Getränkealkohol, machen diese Kategorien im Jahr 2023 etwa 70 % des Wertes der Spirituoseneinfuhren in die USA aus, was zeigt, wie viel auf dem Spiel steht.
Die USA sind ein wichtiger Markt für diese Produkte, aber die Abhängigkeit variiert. So gehen zum Beispiel 69 % der wertmäßigen Ausfuhren von Agavenspirituosen - vor allem Tequila - in die USA, während 79 % der kanadischen Whiskyausfuhren in die USA gehen. Cognac und schottischer Whisky sind mit 26 % bzw. 11 % ihrer Ausfuhren weniger stark von den USA abhängig, aber dennoch exponiert. Es wird erwartet, dass die Premium- und Super-Premium-Preise, zu denen viele dieser importierten Spirituosen gehören, am stärksten betroffen sind, da die Zölle auf dem Wert und nicht auf der Menge basieren. Marten Lodewijks, Präsident von IWSR U.S., weist darauf hin, dass Tequila besonders gefährdet ist, da er sich stark auf Premiumverkäufe und den US-Markt stützt. Daten von Ende 2024 zeigen, dass sich die Verbraucher aller Einkommensschichten von Super-Premium-Tequila zurückziehen, ein Trend, der sich durch höhere Preise noch verstärken könnte.
Auf der anderen Seite werden in den USA hergestellte Spirituosen wie Whiskey, Wodka und Rum profitieren. Da sie im Inland hergestellt werden, entgehen sie den Zöllen vollständig. Wenn die Importeure die zusätzlichen Kosten an die Verbraucher weitergeben, könnten die US-Marken über den Preis wettbewerbsfähiger werden. Auch die unteren Preisklassen, die eher auf einheimische Produktion ausgerichtet sind, dürften davon profitieren. Kanadischer Whisky ist zwar von den Zöllen betroffen, hat aber eine starke Präsenz in den unteren Preisklassen, was den Schlag im Vergleich zu teureren Importen wie Scotch oder Cognac abmildern könnte. Dennoch wird er einem härteren Wettbewerb mit US-Whisky ausgesetzt sein, der nicht denselben Handelsschranken unterliegt.
Wein ist ein weiterer Bereich, der unter Druck steht. Italien und Frankreich stehen bei den Ausfuhren von Stillwein in die USA an erster Stelle, während Neuseeland dahinter zurückbleibt. Bei den Schaumweinen dominieren Prosecco aus Italien und Champagner aus Frankreich. Sollten sich die EU-Zölle durchsetzen, könnten diese Weine in den USA weniger verkauft werden. Inländischer Wein, der hauptsächlich in den USA konsumiert wird, würde wahrscheinlich einen Vorteil erhalten, da importierte Flaschen teurer werden. Länder wie Australien, Neuseeland, Chile und Argentinien könnten ebenfalls profitieren, wenn ihre Weinexporte von den US-Zöllen verschont bleiben, wie es in der Vergangenheit der Fall war.
Bei Bier und trinkfertigen Cocktails, so genannten RTDs, sieht es anders aus. Der US-Biermarkt ist weitgehend inländisch, so dass die meisten Marken die Zölle nicht spüren werden. Eine Ausnahme bildet mexikanisches Bier, eine bemerkenswerte Importkategorie, die nun mit einem Zoll von 25 % belegt ist. FMEs, die fast ausschließlich in den USA hergestellt werden, dürften davon unberührt bleiben und könnten sogar wachsen, wenn importierte Spirituosen teurer werden. Lodewijks merkt an, dass RTDs auf Spirituosenbasis als billigere Alternative neue Trinker anlocken und möglicherweise sowohl dem importierten Bier als auch den Spirituosen Anteile abnehmen könnten.
Die allgemeinen Auswirkungen auf die Getränkeindustrie sind schwer zu bestimmen. Lodewijks meint, dass die Zölle wahrscheinlich den gesamten Markt in den USA beeinträchtigen werden, obwohl die globalen Auswirkungen geringer sein könnten. Zu viele Faktoren sind noch in der Schwebe, wie hoch die Zölle ausfallen werden, wie lange sie gelten und welche Vergeltungsmaßnahmen andere Länder ergreifen könnten. Apropos Vergeltungsmaßnahmen: Kanada, Mexiko und möglicherweise die EU sprechen bereits über Zölle auf US-Exporte, auch wenn am 4. März noch keine Einzelheiten bekannt waren. Für die Spirituosenexporteure in den USA könnten die bestehenden Bestände und die sich nur langsam entwickelnden Handelsgespräche den Schmerz hinauszögern, aber die Bedrohung ist real.
Markeninhaber greifen auf Daten zurück, um sich in diesem Chaos zurechtzufinden. Die Analysetools von IWSR helfen den Unternehmen, Szenarien zu entwerfen, insbesondere für Spirituosen wie Tequila, bei denen die Verkaufstrends von Bundesstaat zu Bundesstaat stark variieren. Staaten wie Ohio und North Carolina zeigen beispielsweise eine überraschende Stärke beim Verkauf von hochwertigem Tequila. Bei so viel Ungewissheit stellt sich die Branche auf Veränderungen ein und beobachtet genau, wie sich die Handelsspannungen entwickeln.
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