26.02.2025

Auf dem US-amerikanischen Weinmarkt vollzieht sich ein bemerkenswerter Wandel, da Weine mit hohem Alkoholgehalt bei den Verbrauchern immer beliebter werden. Trotz der Bemühungen von Weinautoren, die für ausgewogene Weine plädieren, nimmt der Verkauf von Weinen mit einem Alkoholgehalt von 14,6 Prozent und mehr zu. Dieser Trend wird in einem Bericht von Azur Associates, einem in Napa ansässigen Unternehmen für Getränkeanalysen, hervorgehoben. Während der gesamte Weinabsatz im Einzelhandel im Jahr 2024 um 7 Prozent zurückging, verzeichneten Weine mit hohem Alkoholgehalt einen Umsatzanstieg von 7,7 Prozent.
Danny Brager, Managing Director bei Azur Associates, erklärte, dass das Wachstum bei Weinen mit hohem Alkoholgehalt eine Vielzahl von Produkten umfasst, die traditionellen Weinliebhabern vielleicht nicht bekannt sind. Dazu gehören mit Fruchtgeschmack angereicherte Moscato-Weine, süße Rotweine und Buzzball Chillers, die aus Fruchtsäften, Sahne, Wein und manchmal Koffein hergestellt werden. Diese Produkte sind häufig in Lebensmittelgeschäften zu finden und sprechen eine jüngere Zielgruppe an, die auf der Suche nach partyfreundlichen Optionen ist.
Der Trend ist jedoch nicht auf unkonventionelle Weine beschränkt. Auch Weine mit hohem Alkoholgehalt von bekannten Marken wie Caymus, Hartford Court, Silverado Vineyards und Sequoia Grove tragen zum Wachstum bei. Brager stellte fest, dass traditionelle Weine wie Cabernet Sauvignon und Zinfandel zwar nach wie vor beliebt sind, jüngere Verbraucher sich jedoch zunehmend zu Weinen mit höherem Alkoholgehalt für gesellschaftliche Anlässe hingezogen fühlen.
Dale Stratton, ebenfalls Geschäftsführer bei Azur Associates, wies darauf hin, dass Weine mit hohem Alkoholgehalt schon immer einen Markt hatten, und nannte Beispiele wie MD 20-20 und Wild Irish Rose. Er erwähnte einen TikTok-Trend aus dem Jahr 2022, die Taylor Port Challenge, bei der junge Leute ihren Konsum des mit 18 Prozent Alkohol angereicherten Weins präsentierten. Dies deutet auf einen kulturellen Wandel hin, bei dem Weine mit hohem Alkoholgehalt offener angenommen werden.
Weine mit moderatem Alkoholgehalt, d. h. mit einem Alkoholgehalt zwischen 10 und 12 Prozent, verzeichneten mit einem Plus von 0,4 Prozent ebenfalls einen leichten Anstieg der Verkaufszahlen. Zu dieser Kategorie gehören beliebte Weißweinmischungen, Pinot Grigios und Sauvignon Blancs. Weine mit geringerem Alkoholgehalt, insbesondere solche unter 8 Prozent, verzeichneten dagegen einen Umsatzrückgang, und zwar um 9,2 Prozent im Jahr 2024. Im Gegensatz dazu legten alkoholfreie Weine um 27 Prozent zu, was auf ein breites Spektrum an Verbraucherpräferenzen hindeutet.
Brager betonte, dass die Wahl der Verbraucher oft von der Gelegenheit abhängt. Während einige Anlässe gesündere Optionen erfordern, sind andere eher genussorientiert. Er wies darauf hin, dass der Weinmarkt nicht einheitlich floriert oder schrumpft, sondern dass bestimmte Marken trotz des allgemeinen Marktrückgangs gut abschneiden. Er hob hervor, dass 40 Prozent der 100 führenden Weinmarken gut abschneiden, obwohl die Kategorie als Ganzes zu kämpfen hat.
Der Bericht weist auch auf eine Verschiebung der Essgewohnheiten hin, mit einem Rückgang von 36 Prozent bei den Fine-Dining-Restaurants in den USA seit 2017. Diese Lokale bieten in der Regel Weine mit geringerem Alkoholgehalt an, die im Jahr 2024 einen Umsatzrückgang von 3,6 Prozent verzeichneten. Stratton riet den Weingütern, nicht übermäßig auf die jüngsten Trends zu reagieren und nicht ohne sorgfältige Überlegung in populäre Kategorien einzusteigen. Als warnendes Beispiel nannte er den Rückgang von Rosé, der bis 2024 um 8,5 Prozent zurückging.
Insgesamt spiegelt die wachsende Beliebtheit von Weinen mit hohem Alkoholgehalt die veränderten Verbraucherpräferenzen wider. Diese Weine entsprechen zwar nicht unbedingt dem Geschmack der traditionellen Weinkritiker, aber sie sprechen ein breiteres Publikum an, das nach kräftigen Aromen und einem entspannteren Umgang mit Wein sucht. Stratton kam zu dem Schluss, dass für viele Verbraucher der Reiz dieser Weine eher in ihrem Stil als in ihrem Alkoholgehalt liegt.
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