19.02.2025

Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass Bordeaux-Weine, die mit neuen Rebsorten verschnitten werden, ihren klassischen Geschmack beibehalten können. In dieser Studie wurden Alternativen zu den traditionellen Rebsorten untersucht, um den Winzern die Anpassung an den Klimawandel zu erleichtern. Zwei Fachjurys bewerteten verschiedene Versionen eines klassischen Bordeaux-Weins, die jeweils eine von fünf ungewöhnlichen Rebsorten aus Südwestfrankreich, eine Kreuzung aus den 1950er Jahren und eine portugiesische Rebsorte enthielten. Die Studie, die in der Fachzeitschrift OENO One veröffentlicht wurde, ergab, dass die Beimischung dieser neuen Rebsorten in einem Anteil von bis zu 30 % des Verschnitts den regionalen Charakter der Weine nicht wesentlich beeinflusste. Die Forscher stellten fest, dass die klassische Referenzmischung zwar die typischste war, die Typizität von Bordeaux durch die neuen Trauben jedoch nicht drastisch beeinflusst wurde.
Die Studie schlägt vor, diese fünf nicht einheimischen Sorten in die klassische Bordeaux-Mischung aufzunehmen. Derzeit dürfen nur bestimmte Rebsorten in Weinen mit Bezeichnungsnamen verwendet werden. Die Winzer in Bordeaux experimentieren jedoch mit neuen Rebsorten, um sich an den Klimawandel anzupassen und gleichzeitig die regionale Identität ihrer Weine zu bewahren.
Die Forschung baut auf früheren Studien auf, in denen fünf Nicht-Bordeaux-Sorten - Fer Servadou, Duras, Manseng Noir, Vinhão und Arinarnoa - identifiziert wurden, die den traditionellen Bordeaux-Trauben geschmacklich ähneln. Diese wurden zu 10 % und 30 % mit einem klassischen Bordeaux-Wein verschnitten. Der Verschnitt enthielt klassische Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot. Ein Gremium von 37 professionellen Juroren verkostete 11 Weine, darunter einen Referenzwein, gefolgt von einer zweiten Gruppe von 20 Juroren mit umfassender Bordeaux-Erfahrung. Die Verkostungen fanden auf dem Château La Tour Carnet in St-Laurent-Médoc statt, das experimentelle Traubenparzellen bewirtschaftet.
Die erste Jury stellte fest, dass sich die Bordeaux-Typizität nur geringfügig verändert hat, außer wenn Vinhão zu 30 % enthalten war. Die zweite Jury stellte fest, dass Fer Servadou und höhere Anteile von Manseng Noir oder Vinhão die Typizität verringern. Die Autoren der Studie betonten jedoch, dass diese Veränderungen geringfügig waren. Sie schlugen vor, dass diese Ergebnisse die legale Einführung dieser Rebsorten in den Bordeaux-Sortenmix unterstützen könnten. Arinarnoa wurde im Jahr 2021 für die experimentelle Verwendung in den Appellationen Bordeaux und Bordeaux Supérieur zugelassen.
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