Junge Erwachsene meiden Weinkarten in zwanglosen Lokalen

Studie zeigt, dass Weinkarten den Verkauf unter jungen Erwachsenen behindern

23.10.2024

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Young Consumers Find Wine
Junge Verbraucher finden Wein im Vergleich zu Bier und Cocktails "langweilig und veraltet"

Eine kürzlich durchgeführte Studie des Wine Market Council (WMC) hat ergeben, dass junge Erwachsene in den Vereinigten Staaten die Weinkarten von Restaurants und Bars als unattraktiv empfinden, was sich negativ auf den Weinabsatz in diesen Lokalen auswirkt. Den befragten Verbrauchern zufolge wird Wein in diesen Lokalen kaum wahrgenommen und steht oft am Ende der Getränkekarte, was im Vergleich zu Craft-Bieren und Cocktails, die mit Fotos und detaillierten Beschreibungen attraktiver präsentiert werden, als "langweilig und veraltet" empfunden wird. Dieser Mangel an ansprechender Präsentation und Informationen über die Geschmacksrichtungen und Eigenschaften von Wein hat viele jüngere Trinker dazu veranlasst, sich für andere Optionen zu entscheiden.

Im Rahmen der qualitativen Studie, die Teil einer umfassenderen Analyse darüber ist, wie junge und multikulturelle Verbraucher für Wein gewonnen werden können, wurden 27 Personen unter 40 Jahren beim Kauf von Wein in verschiedenen Umgebungen wie Restaurants, Bars, Geschäften, Supermärkten und online beobachtet. Anhand von mehr als 46 Stunden Videoaufzeichnungen sammelten die Forscher Feedback, das die wichtigsten Probleme hervorhob. Weinkarten, die sich in der Regel auf die Auflistung von Rebsorten wie Chardonnay oder Cabernet Sauvignon beschränken, ohne Beschreibungen zur Orientierung zu bieten, wurden besonders kritisiert, weil sie im Vergleich zu Cocktail- oder Bierabschnitten, die oft nach Geschmacksprofilen geordnet sind, kein Interesse wecken.

Die jungen Teilnehmer äußerten auch, dass der Kauf von Wein in Geschäften aufgrund der großen Auswahl überwältigend wirken kann. Eine einfache Beschilderung, wie z. B. die Unterteilung in Rot- und Weißweine oder das Angebot einer Abteilung für alkoholarme oder alkoholfreie Weine, wurde als hilfreich angesehen. Außerdem schätzten viele die Möglichkeit, vor dem Kauf kleine Mengen Wein zu probieren, obwohl dies nicht in allen Staaten erlaubt ist.

Was den Online-Einkauf von Wein betrifft, so gaben die meisten Teilnehmer an, dass sie nur selten Wein im Internet kaufen, hauptsächlich wegen der hohen Versandkosten. Diejenigen, die es im Rahmen der Studie dennoch taten, genossen das Erlebnis und verglichen es mit dem Einkauf von Kosmetika oder Kleidung, da sie die Möglichkeit haben, nach Farbe, Stil, Sorte oder Preis des Weins zu filtern.

Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis der Studie war, dass einige jüngere Verbraucher Interesse an weinhaltigen Cocktails, wie z. B. Wein-Slushies, zeigten, was darauf hindeutet, dass Weinkellereien die Möglichkeit haben, neben ihren üblichen Produkten auch Cocktailrezepte anzubieten. Liz Thach, Master of Wine und Präsidentin des WMC, war überrascht, wie stark das Feedback zu Weinkarten in Restaurants und Bars war. Nach Ansicht der jungen Teilnehmer sind die Weinkarten nicht so attraktiv wie die Abschnitte für Craft Beer und Cocktails, die besser organisiert und informativer sind.

Christian Miller, Forschungsdirektor des WMC, merkte an, dass die Ergebnisse dieser ersten qualitativen Phase eine solide Ausgangsbasis für die bevorstehende quantitative Umfrage bilden, die mit dem Forschungspartner Ethnifacts entwickelt wird. Die nächste Phase, eine landesweite Umfrage, wird der Weinindustrie konkrete Daten über die Schritte liefern, die erforderlich sind, um junge und multikulturelle Verbraucher besser anzusprechen, einen Markt, der zunehmend an neuartigen Produkten und Erfahrungen jenseits der traditionellen Angebote interessiert ist.

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