27.08.2024

In der sich wandelnden Landschaft des US-Weinmarktes markiert das Jahr 2023 einen Schlüsselmoment für französischen Wein. Trotz eines allgemeinen Rückgangs der Weinimporte, insbesondere bei Tafelweinen, haben die französischen Marken nicht nur ihre Stellung gehalten, sondern auch ihren Einfluss ausgebaut. Dieses Wachstum ist besonders bemerkenswert in einem Markt, in dem die Gesamteinfuhren das zweite Jahr in Folge unter das Niveau vor der Pandemie gefallen sind. Laut der Ausgabe 2024 von The U.S. Wine Market: Impact Databank Review & Forecast haben französische Tafelweine heute einen Anteil von 19 % am gesamten Importmarkt, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Anteil von 12,5 %, den sie vor zehn Jahren hatten.
Diese Expansion erfolgt zu einer Zeit, in der der US-Weinmarkt durch rückläufige Umsätze in wichtigen Segmenten gekennzeichnet ist. Mitte 2023 war der Verkauf von Tafelweinen in den USA um 4,3 % zurückgegangen, wie aus Daten von IRI/Circana hervorgeht. Im Gegensatz dazu verzeichneten französische Weine entgegen diesem Trend bis zum 14. Juli 2023 einen Umsatzanstieg von 3,4 % über dieselben Kanäle. Diese Divergenz unterstreicht die starke Anziehungskraft und Widerstandsfähigkeit französischer Weine bei den amerikanischen Verbrauchern, selbst in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld.
Eine der auffälligsten Entwicklungen ist die Rückeroberung des ersten Platzes bei den wertmäßigen Flaschenweinimporten durch Frankreich. Viele Jahre lang hatten italienische Weine diese Kategorie dominiert, was auf ihre starke Präsenz auf dem US-Markt zurückzuführen war. Im Jahr 2023 wird Frankreich jedoch Italien mit einem Anstieg der Weinlieferungen in die USA um 6 % überholen und einen Gesamtwert von 1,36 Milliarden Dollar erreichen, wie aus Daten des US-Handelsministeriums hervorgeht. Dieser Wiederaufschwung unterstreicht die anhaltende Beliebtheit französischer Weine und deutet darauf hin, dass die amerikanischen Verbraucher trotz des allgemeinen Marktrückgangs zunehmend bereit sind, in Premium-Importe zu investieren.
Das Loiretal, das vor allem für seine Weißweine bekannt ist, hat sich zu einer herausragenden Region im französischen Weinportfolio entwickelt. Im Jahr 2023 verzeichnete diese Region ein erhebliches Wachstum, das durch die Popularität des Sancerre angeheizt wurde. Die knackigen, mineralischen Weißweine aus Sancerre haben den amerikanischen Gaumen erobert und sind für viele Verbraucher, die Qualität und Authentizität suchen, eine erste Wahl. Der Erfolg des Loire-Tals ist sinnbildlich für einen breiteren Trend: die wachsende Vorliebe der US-Verbraucher für hochwertige, terroirgeprägte Weine.
Ein weiteres Segment des französischen Weinmarktes, das weiterhin floriert, ist der Rosé. Französische Roséweine, die seit langem mit den sonnenverwöhnten Weinbergen der Provence in Verbindung gebracht werden, verzeichnen ein anhaltendes Wachstum auf dem US-Markt. An der Spitze steht La Vieille Ferme, eine von Vineyard Brands vertriebene Marke, die im vergangenen Jahr ein Wachstum von 5 % verzeichnete. Diese Marke, die für ihren ansprechenden und preisgünstigen Rosé bekannt ist, hat sich zu einem Favoriten unter den amerikanischen Weintrinkern entwickelt. Auch Whispering Angel von Château d'Esclans, das von Moët Hennessy vertrieben wird, ist nach wie vor führend in der Kategorie der Premium-Roséweine, wobei sein Portfolio, zu dem auch Rock Angel und The Beach by Whispering Angel gehören, weiterhin gute Ergebnisse erzielt.
Neben diesen etablierten Marken haben auch mehrere andere französische Marken auf dem US-Markt bemerkenswerte Erfolge erzielt. Hampton Water Rosé, eine Zusammenarbeit von Jesse Bongiovi und Gérard Bertrand, hat seine Präsenz weiter ausgebaut und spricht eine jüngere Zielgruppe an. Chateau Peyrassol, das von Wilson Daniels vertrieben wird, und Les Sarrins Rosé von Terlato Wines haben ebenfalls Zuwächse zu verzeichnen, was die größere Attraktivität des französischen Rosé widerspiegelt. Darüber hinaus hat M. Chapoutier, das vor allem für seine Weine aus dem Rhônetal bekannt ist, sein Angebot in den USA mit der Einführung von Belleruche Rosé und einem neuen gekühlten Rotwein, Rouge Clair, erweitert.
Dieser Erfolg war jedoch nicht für alle französischen Marken gleich. Trotz des allgemeinen Wachstums haben einige führende Marken Rückgänge zu verzeichnen. So verzeichnete Château d'Esclans trotz seiner anhaltenden Dominanz auf dem Rosé-Markt einen Umsatzrückgang von 9,3 %, während das Portfolio von Gérard Bertrand einen Rückgang von 8,4 % hinnehmen musste. Diese gegensätzlichen Ergebnisse verdeutlichen die Komplexität des US-Weinmarktes, auf dem sich die Vorlieben der Verbraucher schnell ändern können und der Wettbewerb hartnäckig ist.
Der anhaltende Erfolg französischer Weine auf dem US-Markt spiegelt eine Kombination von Faktoren wider, zu denen ein starker Wiedererkennungswert der Marke, beständige Qualität und eine tiefe Verbundenheit mit dem Erbe und den Traditionen der französischen Weinherstellung gehören. Da die amerikanischen Verbraucher immer anspruchsvoller werden und bereit sind, eine breitere Palette von Weinen zu entdecken, sind die französischen Erzeuger gut positioniert, um ihr Wachstum fortzusetzen. Allerdings müssen sie sich auch in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld zurechtfinden, in dem ständige Innovation und Anpassung an den sich ändernden Geschmack der Verbraucher erforderlich sind, um relevant zu bleiben.
Alle Einzelheiten zu dieser Marktdynamik sowie Prognosen und eingehende Analysen sind in dem umfassenden Bericht The U.S. Wine Market: Impact Databank Review & Forecast, Ausgabe 2024. Dieser Bericht bietet wichtige Einblicke für alle, die den aktuellen Zustand des US-Weinmarktes und die Chancen und Herausforderungen, die vor den Weinproduzenten weltweit liegen, verstehen wollen.
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