17.05.2024

Wenn sich der Staub des Jahres 2023 legt, ist klar, dass der globale Weinhandel eine holprige Fahrt hinter sich hat. Der weltweite Weinhandel hat im Jahr 2023 einen kleinen Rückschlag erlitten: Die Zolldaten verschiedener Länder zeigen einen Rückgang um 4,7 % auf insgesamt 39,193 Mrd. USD. Dies folgt auf ein rekordverdächtiges Jahr 2022, in dem der Handel 41,109 Milliarden Dollar erreichte. Doch trotz des Rückgangs stieg der Durchschnittspreis pro Liter weiter an und erreichte mit 3,99 $ einen neuen Höchststand.
Was steckt also hinter diesem Rückgang? Es ist eine Mischung aus globalem wirtschaftlichen Druck, der die Branche hart getroffen hat. Die steigende Inflation, die in die Höhe schießenden Energie- und Kraftstoffkosten und die Unterbrechung der Versorgungskette haben alle eine Rolle gespielt. Politische Instabilität und Konflikte, insbesondere der andauernde Krieg zwischen Russland und der Ukraine, haben die Lage im internationalen Handel weiter verkompliziert.
Im Jahr 2023 betrug das Gesamtvolumen des weltweit gehandelten Weins 9,838 Milliarden Liter, was einem Rückgang von 6,5 % entspricht. Dies ist das erste Mal seit einem Jahrzehnt, dass das Volumen unter 10 Milliarden Liter gefallen ist. Bei allen Weinsorten war ein Mengenrückgang zu verzeichnen, wobei die Preise für nicht abgefüllte Weine als einzige Kategorie fielen. Schaumweine und Bag-in-Box-Weine erreichten Rekordwerte, konnten aber die Verluste bei Flaschenweinen und nicht abgefüllten Weinen nicht ausgleichen.
Der Wert von Flaschenwein, der 66,7 % des gesamten weltweiten Weinhandels ausmacht, sank um 6,2 % auf 26,038 Mrd. USD. Schaumwein konnte einen leichten Anstieg um 0,8 % auf 9,671 Mrd. $ verzeichnen. Bei Fasswein war der Rückgang mit einem Minus von 10,4 % auf 2,587 Mrd. $ noch deutlicher. Bag-in-Box-Wein hingegen verzeichnete ein bescheidenes Wachstum von 0,8 % und erreichte 772 Millionen Dollar.
Frankreich ist nach wie vor der unangefochtene Spitzenreiter im weltweiten Weinhandel, auf den ein Drittel des Gesamtwerts entfällt. Der französische Weinhandel wird 2023 ein Volumen von 13,05 Milliarden Dollar erreichen, was 33 % des Weltmarktes entspricht. Italien und Spanien folgen als nächstgrößte Exporteure, wobei Italien 8,472 Milliarden Dollar und Spanien 3,236 Milliarden Dollar einbringt.
Interessant ist, dass viele Märkte einen Umsatzrückgang verzeichneten, während Deutschland gegen den Trend einen Anstieg der Einnahmen im Vergleich zu 2022 verzeichnete. In den Vereinigten Staaten und Südafrika hingegen gingen die Einnahmen aus dem Weinexport deutlich zurück.
Hinter diesen Zahlen verbergen sich eine Reihe wirtschaftlicher und politischer Herausforderungen. Die Inflation hat weltweit zugenommen, was die Kaufkraft schwächt und die Kosten erhöht. Die Energiekrise, die durch geopolitische Spannungen und Engpässe in der Lieferkette ausgelöst wurde, hat die Branche zusätzlich belastet. Transport- und Logistikprobleme haben die Probleme noch verschlimmert und den grenzüberschreitenden Warentransport erschwert und verteuert.
Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat sich deutlich ausgewirkt und traditionelle Handelsrouten und Märkte gestört. Diese geopolitische Instabilität hat sich auch auf die Weinindustrie ausgewirkt und das ohnehin schon schwierige Umfeld noch komplexer gemacht.
Trotz des schwierigen Jahres gibt es Anzeichen für die Widerstandsfähigkeit des Marktes. Der stetige Anstieg des Durchschnittspreises für Wein deutet darauf hin, dass die Mengen zwar rückläufig sind, der Wert des Produkts aber nach wie vor robust ist. Dies könnte auf eine Verlagerung in Richtung Premiumisierung hindeuten, da die Verbraucher bereit sind, für Qualität mehr zu bezahlen.
Darüber hinaus deuten die Rekordwerte, die mit Schaumweinen und Bag-in-Box-Formaten erzielt wurden, auf veränderte Verbraucherpräferenzen und ein Innovationspotenzial innerhalb der Branche hin. In dem Maße, wie sich die Weltwirtschaft stabilisiert und neue Märkte entstehen, können sich Chancen für Wachstum und Erholung ergeben.
2023 war ein herausforderndes Jahr für den weltweiten Weinhandel, das durch erhebliche Rückgänge sowohl beim Volumen als auch beim Wert gekennzeichnet war. Der wirtschaftliche, politische und logistische Druck hat die Widerstandsfähigkeit der Branche auf die Probe gestellt. Der Anstieg des Durchschnittspreises pro Liter ist jedoch ein Hoffnungsschimmer, der darauf hindeutet, dass der Markt Wege findet, sich anzupassen und trotz der Widrigkeiten zu gedeihen.
Auf dem Weg ins Jahr 2024 werden die aus diesem turbulenten Jahr gezogenen Lehren von entscheidender Bedeutung sein. Der Weinindustrie, die für ihre lange Geschichte und Tradition bekannt ist, sind Herausforderungen nicht fremd. Dank ihrer Anpassungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit ist sie bereit, die kommenden Herausforderungen zu meistern und Weinliebhabern auf der ganzen Welt auch weiterhin Freude und Geschmack zu bieten.
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