Die 10 wichtigsten Aromen in Weißwein

Entdeckung der nuancierten Aromen von Weißwein

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Ein Glas Wein in der Hand zu halten, ist eine multisensorische Erfahrung, die alle unsere Sinne anspricht und weckt, insbesondere diejenigen, die nicht ständig in Gebrauch sind, wie Geschmack und Geruch. Unser Seh- und Gehörsinn, der ständig im Einsatz ist, ist ein sehr feiner Sinn, aber es ist der Geruchssinn, dessen Fähigkeiten oft unterschätzt werden, der rund um die Uhr als unser primäres Alarmsystem arbeitet. Es ist diese Wachsamkeit, die uns zum Beispiel aus dem Schlaf wecken kann, wenn wir einen starken Geruch wahrnehmen, wie zum Beispiel etwas Brennendes.

Dieses sensorische Engagement zeigt sich besonders deutlich bei der Weinverkostung. Die Weinverkostung ist ein komplexes Zusammenspiel von Sinnesreizen, das sowohl Aromen als auch Geschmacksstoffe umfasst. Wenn diese Elemente in ausreichender Menge vorhanden sind, erregen oder stimulieren sie die empfindlichen Nervenenden in unseren Sinnen. Dieser Reflex wird als Empfindung bezeichnet, ein Prozess, der Signale an die spezialisierten Bereiche des Gehirns - die Geruchs- und Geschmackszentren - weiterleitet. Wenn das Gehirn diese Empfindungen erkennt, identifiziert und mit zuvor gespeicherten oder gelernten Informationen vergleicht, kommt es zur Wahrnehmung. Während die Empfindung ein unbewusster Prozess ist, ist die Wahrnehmung ihr bewusstes Gegenstück. Das bedeutet, dass wir im Wein nur Aromen oder Geschmacksrichtungen erkennen können, die wir zuvor gezielt und bewusst wahrgenommen haben.

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie glauben, dass Ihr Geruchssinn nicht gut entwickelt ist. Es gibt Aromen, die Sie wahrscheinlich schon öfter wahrgenommen haben, als Sie sich erinnern. Um den Geruchssinn zu trainieren und zu erforschen, empfiehlt es sich, die Augen zu schließen, tief einzuatmen und dann erneut einzuatmen. Diese Übung kann Sie mit Aromen zu Empfindungen, Orten und Menschen jenseits von Zeit und Raum führen.

Die 10 wichtigsten Aromen von Weißwein

Bei Weißweinen werden die Aromen in primäre oder sortentypische Aromen (typisch für jede Traube), sekundäre Aromen (die sich bei der Weinherstellung entwickeln) und tertiäre Aromen (die durch die Reifung entstehen) eingeteilt. Sehen wir uns die 10 häufigsten Aromen in Weißweinen an.

  1. Zitrone: Zitrone ist häufig in trockenen Weißweinen zu finden, insbesondere in solchen aus kühleren Klimazonen und in Sorten wie dem Riesling, und vermittelt ein erfrischendes Gefühl.
  2. Grapefruit: Dieses für den Sauvignon Blanc charakteristische Aroma ist auf das Vorhandensein von Nootkaton zurückzuführen, einem Molekül, das im ätherischen Öl und im Saft der Frucht enthalten ist.
  3. Ananas: Sie ist häufig in jungen Weinen wie Chardonnays aus der Neuen Welt und in von Botrytis befallenen Süßweinen (wie dem französischen Sauternes) zu finden, aber auch in Weinen aus der Semillon-Traube.
  4. Litschi: Dieses exotische Fruchtaroma ist typischerweise in reifen Weinen zu finden und ist eine klassische Note in elsässischen Gewürztraminern, Tokays, einigen Pinot Gris und Süßweinen.
  5. Birne: Birne ist ein Hinweis auf ein süßes Gefühl und findet sich in Süß- oder Dessertweinen, einigen Chardonnays und Blanc de Blancs Champagnern.
  6. Orangenblüte: Die blumige Note schlechthin in Weißweinen. Sie entsteht durch Terpene wie Nerol, Linalol und Citronerol, die in Weinen aus Riesling, Chenin Blanc, Viognier oder Chardonnay vorherrschen.
  7. Honig: Typischerweise in Süßweinen, Dessertweinen und Weinen aus überreifen Trauben vorhanden, begleiten Honignoten oft fruchtige Aromen wie Quitte, Mango oder Nüsse.
  8. Butter: Eine klassische Milchnote, die häufig in Chardonnays oder Premium-Schaumweinen zu finden ist und in im Eichenholz gereiften Chardonnays noch verstärkt wird.
  9. Geröstet: Das subtile Aroma von geröstetem Brot, das von der Eichenreifung herrührt, findet sich auch in Premium-Schaumweinen, die nach der traditionellen Methode nach längerem Kontakt mit der Hefe hergestellt werden.
  10. Haselnuss: Haselnuss steht für Verführung und Finesse und findet sich häufig in Chardonnays, gereiften Champagnern und Weinen aus Südspanien wie den Amontillados aus Jerez.
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