16.04.2026

Eine neue Studie zu Weinbergsböden in Nova Scotia legt nahe, dass die Speicherung und Freisetzung von Stickstoff in Rebflächen stark von der Bodenstruktur und vom Entnahmeort innerhalb eines Weinbergs abhängt. Die Ergebnisse könnten Winzern helfen, den Düngereinsatz genauer zu steuern und Verluste zu verringern.
Die in Agriculture, Ecosystems & Environment veröffentlichte Untersuchung analysierte 11 Weinberge und untersuchte, wie unterschiedliche Bodenpartikel-Fraktionen — Sand, Schluff und Ton — die biologische Verfügbarkeit von Stickstoff beeinflussen. Der Fokus lag auf Stickstoff, weil er zu den wichtigsten Nährstoffen für Wachstum, Fruchtentwicklung und Traubenqualität zählt, ein Überschuss jedoch auch Kosten und Umweltbelastungen erhöhen kann.
Die Forschenden entnahmen an mehreren Stellen jedes Weinbergs Bodenproben, um räumliche Unterschiede im Boden zu erfassen. Anschließend trennten sie die Proben nach Partikelgrößenfraktionen und maßen, wie viel Stickstoff jede Fraktion binden und in für die Reben nutzbarer Form bereitstellen kann. Die Studie ergab, dass feinere Partikel, vor allem Ton und Schluff, tendenziell mehr organische Stickstoffverbindungen speichern. Diese Verbindungen werden beim Abbau langsamer freigesetzt und können den Reben so über längere Zeit eine gleichmäßigere Nährstoffversorgung bieten.
Sandige Böden verhielten sich anders. Sie speicherten insgesamt weniger Stickstoff, ermöglichten aber einen schnelleren Umsatz des Nährstoffs. Das bedeutet, dass Stickstoff in sandigeren Bereichen zwar schneller verfügbar werden kann, bei unzureichendem Management aber auch leichter durch Auswaschung oder andere Wege verloren gehen kann.
Die Studie zeigte zudem, dass die Stickstoffverfügbarkeit innerhalb der Weinbergsparzellen nicht einheitlich war. Vielmehr variierte sie von Ort zu Ort deutlich, beeinflusst von Topografie, Wurzelverteilung und Bewirtschaftungsmaßnahmen. Diese Ungleichmäßigkeit ist relevant, weil ein einheitlicher Düngeplan für den gesamten Weinberg möglicherweise nicht dem tatsächlichen Bedarf der Reben in den einzelnen Zonen entspricht.
Für Erzeuger deuten die Ergebnisse auf ein präziseres Stickstoffmanagement auf Basis von Bodenkarten und Texturdaten statt pauschaler Ausbringungsmengen hin. In der Praxis könnte das bedeuten, dort weniger Dünger auszubringen, wo die Böden bereits genügend Stickstoff speichern, und gezielter dort zu arbeiten, wo die Speicherfähigkeit geringer ist. Der Ansatz könnte die Nährstoffeffizienz verbessern, Abschwemmungen und andere Umweltauswirkungen begrenzen und dazu beitragen, Rebenvitalität und Erträge zu stabilisieren.
Die Studie reiht sich in eine wachsende Zahl von Arbeiten ein, die zeigen, dass sich das Weinbergsmanagement zunehmend in Richtung standortspezifischer Entscheidungen entwickelt. In Regionen, in denen Erzeuger Produktivität und Nachhaltigkeit in Einklang bringen wollen, könnte das Verständnis dafür, wie die Partikelgröße des Bodens die Stickstoffverfügbarkeit beeinflusst, zu einem nützlichen Instrument werden, um zu entscheiden, wann, wo und in welcher Menge gedüngt werden sollte.
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