05.05.2026

Niedrige Wasserstände auf dem Rhein in Deutschland zwingen Frachtschiffe dazu, nur teilweise beladen zu fahren. Das treibt die Frachtkosten nach oben und gefährdet den Transport von Gütern, die auf eine der wichtigsten Binnenwasserstraßen Europas angewiesen sind.
Nach mehreren trockenen Tagen sind die Wasserstände so weit gefallen, dass der Verkehr auf Abschnitten des Flusses südlich von Duisburg und Köln beeinträchtigt ist, darunter auch an der engen Passage bei Kaub. Dort können Schiffe nach Angaben von Händlern nur noch rund 50% ihrer normalen Ladung aufnehmen. In nördlicheren Abschnitten fahren die Schiffe je nach Schiffstyp mit etwa 60% bis 70% Auslastung.
Der Rhein ist eine zentrale Route für Getreide, Mineralien, Erze, Kohle und Ölprodukte, darunter Heizöl. Ist das Wasser zu flach, schlagen Reedereien auf die üblichen Frachtraten Zuschläge auf, weil die Schiffe pro Fahrt weniger Ladung transportieren können. Die Verlader müssen dann höhere Transportkosten tragen, und manche Sendungen müssen auf mehrere Schiffe verteilt werden, was zusätzliche Kosten verursacht.
Händlern zufolge ist für die kommenden Tage Regen in den Einzugsgebieten des Flusses vorhergesagt. Das könnte für Entlastung sorgen, wenn er rechtzeitig und in ausreichender Menge im Flussgebiet ankommt und die Wasserstände steigen lässt. Vorerst beeinträchtigt der Niedrigwasserstand jedoch bereits die Logistik entlang des Rheins und weckt erneut Sorgen vor Lieferengpässen wie im Sommer 2022, als Dürre und Hitze zu ungewöhnlich niedrigen Rheinpegeln führten und die deutsche Industrie ins Stocken brachten.
Die Lage ist nicht nur für Massengüter relevant, sondern auch für Energieimporte nach Deutschland vor Zeiten höherer Nachfrage. Zu den betroffenen Lieferungen gehört Heizöl: Können Schubverbände nicht voll beladen fahren, wird jede Fahrt weniger effizient und teurer.
Der Schiffsverkehr auf dem Rhein wird von Händlern genau beobachtet, weil Veränderungen der Wassertiefe die Transportkosten in ganz Mitteleuropa rasch verändern können. Schon kurze Niedrigwasserphasen können Lieferketten spürbar beeinflussen, indem sie Lieferungen verlangsamen und Unternehmen zwingen, Lagerbestände, Routenführung und Preise anzupassen.
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