Bottle Abatjour bringt Upcycling-Flaschenlampen zur Vinitaly USA
Das italienische Unternehmen wirbt mit wiederaufladbaren Lampenschirmen für leere Wein- und Spirituosenflaschen um US-Erzeuger, Importeure und Händler.
Mittwoch, 21. Oktober 2026
Bottle Abatjour, ein italienisches Designprojekt, das leere Wein- und Spirituosenflaschen in Lampen verwandelt, will sein Produkt nächste Woche auf der Vinitaly USA in New York vorstellen. Das Unternehmen will damit seine Präsenz bei Weingütern, Importeuren und Händlern auf dem US-Markt ausbauen.
Das Unternehmen teilte mit, dass es während der Veranstaltung am 26. und 27. Oktober an Stand L20 ausstellen werde. Zuvor sei das Produkt auf der Vinitaly in Verona vorgestellt worden. In einer am 20. Oktober in Mailand veröffentlichten Mitteilung erklärte das Unternehmen, sein Lampensystem solle Flaschen nach dem Genuss des Weins oder der Spirituose einer Zweitnutzung zuführen. So könnten Erzeuger ihre Etiketten in Wohnungen, Büros und Gastronomiebetrieben weiterhin sichtbar halten.
Das Produkt besteht aus einem wiederaufladbaren Lampenschirmaufsatz, der auf eine leere Flasche gesetzt wird. Nach Angaben des Unternehmens kommt die Lampe ohne Kabel aus, wird über USB-C geladen und bietet eine Akkulaufzeit von bis zu acht Stunden. Bottle Abatjour zufolge eignet sich das System für zahlreiche Flaschengrößen, von 0,375-Liter-Flaschen bis zu Formaten mit 4,5 Litern Fassungsvermögen, und deckt damit sowohl Wein als auch Spirituosen ab.
Das Produkt verfüge über ein NFC-basiertes Fälschungsschutz- und Rückverfolgbarkeitssystem und sei durch ein internationales Patent geschützt, teilte das Unternehmen mit. Außerdem werde die Lampe in Italien hergestellt und erfülle die CE- und RoHS-Standards. Die Lampe und die Flasche könnten gemeinsam in Geschenkverpackungen aus Karton oder Holz angeboten werden – ein Merkmal, mit dem Bottle Abatjour nach eigenen Angaben bei Wein- und Spirituosenherstellern wirbt.
Das Unternehmen vermarktet das Produkt nicht nur als Designobjekt, sondern auch als Geschäftsinstrument für Alkoholmarken. In seiner Mitteilung erklärte Bottle Abatjour, die Lampe könne die Sichtbarkeit einer Marke über den Verkaufsort hinaus verlängern, indem die Originalflasche samt Etikett auch nach dem Konsum weiter genutzt werde. Weingüter und Spirituosenunternehmen könnten das Produkt zudem als zusätzliche Einnahmequelle neben den herkömmlichen Vertriebswegen für Wein nutzen.
Dieses kommerzielle Argument steht im Mittelpunkt des Auftritts des Unternehmens auf der Vinitaly USA, die Fachleute aus der Weinbranche, darunter Erzeuger, Importeure und Händler, anzieht. Bottle Abatjour erklärte, die Veranstaltung in New York nutzen zu wollen, um sein System diesen Einkäufern und Markeninhabern direkt vorzustellen.
Auch der Nachhaltigkeitsaspekt gehört zur Verkaufsargumentation des Unternehmens. Bottle Abatjour zufolge vermeidet die Wiederverwendung einer Flasche als Lampe den Energieaufwand, der für das Einschmelzen von Glas und die Herstellung einer neuen Flasche nötig ist. Die Mitteilung enthielt keine Zahlen zu den möglichen Einsparungen, stellte das Produkt jedoch als Upcycling-Lösung und nicht als herkömmliches Recyclingverfahren dar.
Das Projekt wurde von Maurizio Luigi Sella ins Leben gerufen, der nach Angaben des Unternehmens zunächst eine Karriere in der Uhrenbranche machte, bevor er in den Weinsektor wechselte. Sella habe bei der Entwicklung der Lampe den Fokus auf Präzision und Design aus dieser Branche eingebracht, hieß es in der Mitteilung. Die Markenbotschaft von Bottle Abatjour, wie das Unternehmen sie beschreibt, beruht auf der Idee, dass Wein zwar geteilt und getrunken wird, die Flasche aber als bleibendes Objekt und Erinnerung an den Anlass erhalten bleiben kann.
Bottle Abatjour zufolge wird das Projekt von Mechan-X srl getragen, einem Unternehmen mit Sitz in Monza. In der Mitteilung wird Bottle Abatjour als italienische Marke beschrieben, die sich auf patentierte und rückverfolgbare Lampen aus leeren Wein- und Spirituosenflaschen spezialisiert hat.
Der geplante Auftritt des Unternehmens auf der Vinitaly USA fällt in eine Zeit, in der Wein- und Spirituosenhersteller nach wie vor nach Möglichkeiten suchen, die Kundenbindung über den Erstkauf hinaus zu stärken – insbesondere durch Geschenkartikel, Verpackungen und Markenaccessoires. Bottle Abatjour positioniert seine Lampe als Teil dieses breiteren Ansatzes: Die Originalflasche dient sowohl als Dekorationsobjekt als auch als dauerhafte Präsentation der Identität des Erzeugers.
Bei der Veranstaltung in New York wolle das Unternehmen Gespräche mit Erzeugern führen, die die Lampe möglicherweise in Sondereditionen, Geschenkprogramme oder Gastronomiebereiche integrieren möchten. Zugleich scheint es das Produkt Importeuren und Händlern anzubieten, die in einem Markenobjekt einen Mehrwert sehen könnten, das auch nach dem Öffnen und Leeren der Flasche sichtbar bleibt.
Die Kompatibilität der Lampe mit mehreren Flaschengrößen dürfte ein wichtiger Bestandteil dieser Argumentation sein. Flaschen in der Wein- und Spirituosenbranche unterscheiden sich stark in Form und Fassungsvermögen. Das Unternehmen erklärte, sein Design sei für zahlreiche dieser Formate entwickelt worden. Die Integration der NFC-Rückverfolgbarkeit deutet zugleich darauf hin, dass Bottle Abatjour auch Bedenken hinsichtlich der Echtheit und Markenartikel in Premiumsegmenten aufgreifen will.
Mit der Präsentation in New York unternimmt Bottle Abatjour einen weiteren Versuch, das Produkt von einem Designkonzept zu einem kommerziellen Angebot für Getränkeunternehmen weiterzuentwickeln. Das Ziel sei es zu zeigen, dass eine leere Flasche als Gebrauchsgegenstand weiter im Umlauf bleiben kann, anstatt nach dem Genuss des Inhalts entsorgt zu werden, teilte das Unternehmen mit.