Italiens Weinbestände bleiben im März auf hohem Niveau

Die Lagerbestände stiegen gegenüber dem Vorjahr um 5,7 % und setzen Erzeuger und Händler in der Branche weiter unter Druck

14.04.2026

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Italiens Weinbestände blieben im März hoch und unterstreichen den Druck, den die großen Lagerbestände der Branche weiterhin auferlegen, während Erzeuger und Händler ein weiteres Jahr mit reichlichem Angebot durchlaufen.

Die jüngste Mitteilung des ICQRF, der zentralen italienischen Inspektionsbehörde für Lebensmittelqualität und Betrugsbekämpfung, wies zum 31. März 2026 55,9 Millionen Hektoliter Wein in Lagerung aus, ein Plus von 5,7 % gegenüber dem gleichen Stichtag 2025. Der Wert lag leicht unter dem Ende Februar gemeldeten Anstieg von 5,8 % im Jahresvergleich, deutete aber weiterhin auf einen Markt mit reichlichem Angebot hin.

Der Märzbericht erfasste zudem 5,3 Millionen Hektoliter Most, 32,4 % mehr als ein Jahr zuvor, sowie 165.263 Hektoliter noch gärenden Jungweins, in Italien als vino nuovo ancora in fermentazione oder Vnaif bezeichnet. Diese Kategorie legte gegenüber März 2025 um 8,3 % zu, ging jedoch deutlich gegenüber dem Vormonat zurück.

Im Vergleich zum 28. Februar gingen die Bestände in allen drei Kategorien zurück. Die Weinlager sanken um 4,7 %, Most verringerte sich um 10,8 % und Vnaif brach um 60,8 % ein. Dennoch blieb das Gesamtvolumen nach historischen Maßstäben hoch.

Die Zusammensetzung der Bestände veränderte sich gegenüber den Vormonaten kaum. Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung machten 53,9 % des gesamten eingelagerten Weins aus, darunter 26,2 % Weißweine und 26,1 % Rotweine. Weine mit geschützter geografischer Angabe kamen auf 26,5 % des Gesamtvolumens. Rebsortenweine standen für 1,6 %, sonstige Weine für 18 %.

Auch die Konzentration der Bestände blieb hoch. Bei den Weinen mit geografischen Angaben entfielen auf nur 20 Denominationen von insgesamt 523 ganze 58,3 % der Gesamtbestände.

Auch geografisch blieb entscheidend, wo der Wein gelagert wird. Norditalien hielt 56,5 % aller Weinbestände, allein Venetien kam auf 25,7 % des landesweiten Gesamtvolumens.

Prosecco DOC blieb mit Abstand die größte gelagerte Denomination und stand für 11,3 % der Bestände. Es folgten Puglia IGP mit 4,5 % und Toscana IGP mit 3,9 %. Zusammen kamen diese drei Bezeichnungen auf fast ein Fünftel aller Weinbestände in Italien.

Die Daten deuten auf einen Sektor hin, der weiterhin eine große Produktmenge abbaut, nachdem Produktion, Nachfrage und Exportströme über Jahre hinweg nicht vollständig im Gleichgewicht waren und die Weingüter nun bis ins Frühjahr hinein erhebliche Lagerbestände sowie Verkaufs- und Kellerkapazitäten managen müssen.

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