Indien und Großbritannien schließen wegweisendes Handelsabkommen zur Senkung von Zöllen und zur Belebung des bilateralen Handels

Das CETA-Abkommen soll den Handel im Volumen von 56 Milliarden US-Dollar bis 2030 verdoppeln, während sich Schlüsselbranchen in beiden Ländern auf weitreichende Veränderungen einstellen

13.04.2026

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India and UK Sign Landmark Trade Deal to Slash Tariffs and Boost Bilateral Commerce

Das Comprehensive Economic and Trade Agreement (CETA) zwischen Indien und Großbritannien, das am 24. Juli 2025 unterzeichnet wurde, soll nach Angaben eines indischen Regierungsvertreters in der zweiten Maiwoche in Kraft treten. Das Abkommen markiert einen wichtigen Schritt in den Wirtschaftsbeziehungen beider Länder und zielt darauf ab, ihr derzeitiges Handelsvolumen von 56 Milliarden US-Dollar bis 2030 zu verdoppeln.

Im Rahmen von CETA werden 99 % der indischen Exporte zollfrei auf den britischen Markt gelangen. Davon dürften Branchen wie Textilien, Schuhe, Edelsteine und Schmuck, Sportartikel und Spielzeug profitieren. Diese Sektoren hatten seit Langem einen besseren Zugang zum britischen Markt gefordert; der Wegfall der Zölle dürfte ihre Wettbewerbsfähigkeit und Exportmengen erhöhen.

Im Gegenzug hat sich Indien bereit erklärt, die Zölle auf mehrere britische Produkte zu senken. Besonders hervorzuheben ist, dass die Zölle auf Scotch Whisky unmittelbar nach Inkrafttreten des Abkommens von 150 % auf 75 % sinken werden. Bis 2035 sollen sie weiter auf 40 % reduziert werden. Die hohen Einfuhrzölle auf Whisky sind seit Langem ein Streitpunkt für britische Exporteure, die Zugang zu Indiens wachsendem Verbrauchermarkt suchen.

Auch Automobile sind ein zentraler Bereich des Abkommens. Indien wird die Einfuhrzölle auf britische Autos schrittweise von bis zu 110 % auf 10 % innerhalb von fünf Jahren senken. Dies geschieht im Rahmen eines Quotensystems, das einen kontrollierten Anstieg der Importe ermöglicht. Im Gegenzug erhalten indische Hersteller im Rahmen eines ähnlichen Quotensystems Zugang zum britischen Markt für Elektro- und Hybridfahrzeuge.

Das Abkommen umfasst zudem eine Reihe von Konsumgütern. Indien hat seinen Markt für britische Schokolade, Kekse, Kosmetika und andere Produkte geöffnet. Diese Waren dürften für indische Verbraucher günstiger werden, da die Zölle gesenkt oder abgeschafft werden.

Parallel zu CETA haben beide Länder auch das Double Contributions Convention (DCC) unterzeichnet. Dieses Abkommen stellt sicher, dass entsandte Arbeitnehmer aus beiden Ländern keine Sozialversicherungsbeiträge in beiden Rechtsordnungen zahlen müssen. Das DCC dürfte den Austausch von Fachkräften und qualifizierten Arbeitskräften zwischen Indien und Großbritannien erleichtern.

Vertreter beider Seiten haben signalisiert, dass CETA und DCC voraussichtlich gleichzeitig umgesetzt werden. Die Abkommen gelten als Teil einer breiteren Anstrengung, die Wirtschaftsbeziehungen zu vertiefen und neue Chancen für Unternehmen und Beschäftigte in beiden Ländern zu schaffen.

Die Umsetzung von CETA folgt auf jahrelange Verhandlungen und spiegelt ein gegenseitiges Interesse wider, den Handel über traditionelle Sektoren hinaus auszuweiten. Für Indien bietet das Abkommen die Chance, Exporte in arbeitsintensiven Branchen zu steigern und Investitionen anzuziehen. Für Großbritannien eröffnet es Zugang zu einem der am schnellsten wachsenden Märkte der Welt – zu einem Zeitpunkt, an dem das Land nach dem Brexit neue Handelspartner sucht.

Branchenverbände in beiden Ländern begrüßten das Abkommen, weisen jedoch darauf hin, dass sein Erfolg von einer wirksamen Umsetzung und einer fortgesetzten Zusammenarbeit zwischen den Regierungen abhängen wird. Mit dem näher rückenden Start im Mai bereiten sich Unternehmen auf Änderungen bei Zöllen und Vorschriften vor, die die Handelsströme zwischen Indien und Großbritannien neu ordnen könnten.

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