30.03.2026

In der französischen Weinbranche vollzieht sich ein tiefgreifender Wandel in der Art und Weise, wie Verbraucher Wein kaufen und entdecken, wobei digitale Plattformen und soziale Medien eine immer größere Rolle spielen. Nach Angaben des Xerfi-Instituts verzeichnete der Online-Weinhandel in Frankreich in den 2010er Jahren ein zweistelliges Wachstum und erreichte einen Umsatz von über 700 Millionen Euro. Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 236 Millionen Euro im Jahr 2016. Während der Weinkonsum in Frankreich insgesamt rückläufig ist, zieht der digitale Markt viele Winzer an, die neue Wachstumschancen sehen.
Eine aktuelle Studie von Afnic, dem Verband, der die ".fr"-Domain verwaltet, hat gezeigt, dass der Weinbau unter den landwirtschaftlichen Sektoren durch seine starke Online-Präsenz hervorsticht. Im Dezember 2025 hatten 79 % der französischen Winzer eine eigene Website, im Vergleich zu nur 27 % in der gesamten Landwirtschaft. Das Engagement in den sozialen Medien ist sogar noch höher: 92 % der Winzer sind auf Plattformen wie Instagram und TikTok aktiv, während nur 65 % der anderen Landwirte diese Kanäle nutzen. Bei diesen digitalen Instrumenten geht es nicht nur um Sichtbarkeit, sie werden auch als wirksame Geschäftsfaktoren angesehen. Die Studie ergab, dass 76 % der Winzer Werbung in sozialen Netzwerken kaufen und 79 % der Winzer die Zeit, die sie online verbringen, als profitabel oder sehr profitabel für ihr Unternehmen betrachten.
Diese Ergebnisse decken sich mit dem neuesten SOWINE-Barometer, das diese Woche veröffentlicht wurde. Der Online-Weinkauf nimmt weiter zu: 39 % der französischen Verbraucher gaben an, im Jahr 2025 Wein online gekauft zu haben - ein Anstieg von fünf Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Der durchschnittliche Online-Einkaufskorb liegt jetzt bei 31 % der Käufer zwischen 51 und 78 Euro, was das wachsende Vertrauen in digitale Transaktionen und einen Trend zu Premium-Käufen widerspiegelt. Sylvain Dadé, Mitbegründer von SoWine, stellte fest, dass diese Verschiebung sowohl auf das Vertrauen in den Online-Kauf als auch auf das Interesse an höherwertigen Weinen hinweist.
Was die bevorzugten Online-Kanäle betrifft, so geben 33 % der französischen Verbraucher an, dass sie die Websites spezialisierter Weinhändler bevorzugen - ein Anstieg um drei Prozentpunkte im Vergleich zum letzten Jahr - knapp vor den großen Supermarktketten mit 32 %, die einen leichten Rückgang zu verzeichnen hatten. Auch die Websites der Erzeuger sind auf dem Vormarsch: 31 % der Käufer bevorzugen sie, vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Social-Media-Plattformen werden für Weinmarken und Erzeuger immer wichtiger. Die Zahl der Abonnements von weinbezogenen Konten auf TikTok (34 %, plus sechs Punkte), Instagram (31 %, plus vier Punkte) und YouTube (22 %, plus fünf Punkte) ist im Vergleich zum letzten Jahr stark gestiegen. Der Einfluss von Social-Media-Persönlichkeiten nimmt ebenfalls zu: 47 % der Nutzer, die Influencern folgen, geben an, dass sie deren Empfehlungen bei der Weinauswahl schätzen, ein Anstieg um acht Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.
Dieser Einfluss schlägt sich direkt in Verkäufen nieder. Einer von fünf Befragten gab an, einen von einem Influencer empfohlenen Wein gekauft zu haben - zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Der Effekt ist bei jüngeren Verbrauchern sogar noch stärker: 45 % der 18- bis 35-Jährigen gaben an, einen Wein auf Empfehlung eines Influencers gekauft zu haben - ein Anstieg um sechs Prozentpunkte gegenüber der letzten Umfrage.
Auch künstliche Intelligenz beginnt eine Rolle zu spielen, wenn es darum geht, wie Menschen sich über Weine informieren und diese auswählen. Zum ersten Mal wurde im SOWINE-Barometer nach der Nutzung von KI im Zusammenhang mit alkoholischen Getränken gefragt. Fast ein Drittel (30 %) der Befragten gab an, dass sie KI für Informationen über Wein oder Spirituosen konsultiert haben. Bei den jüngeren Generationen steigt diese Zahl stark an: 58 % der 18- bis 25-Jährigen und 41 % der 26- bis 35-Jährigen haben KI-Tools zur Beratung oder Information genutzt. Als Hauptgründe werden die Recherche nach Appellationen oder Verkostungstipps, die Suche nach Kombinationen von Wein und Speisen und die Bewertung der Produktqualität genannt.
Diese Trends zeigen, dass die traditionelle Weinkultur in Frankreich zwar nach wie vor stark ausgeprägt ist, die digitale Innovation jedoch die Art und Weise, wie Verbraucher Wein entdecken, auswählen und kaufen, verändert. Die Winzer stellen sich schnell auf diese Veränderungen ein, indem sie in ihre Online-Präsenz investieren und über soziale Medien und neue Technologien mit neuen Zielgruppen in Kontakt treten.
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