Patagonische Winzer bestätigen, dass die Unterwasserlagerung den Geschmack des Weins verändert

Bei einer Blindverkostung in Río Negro sind sich alle Experten über die sensorischen Unterschiede einig, was die regionale Innovation und die kommerzielle Attraktivität der lokalen Weinkellereien fördert.

06.02.2026

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Patagonian Winemakers Confirm Underwater Aging Changes Wine’s Taste

Ein Gremium von zehn führenden Winzern aus der Region Alto Valle in Patagonien hat bestätigt, dass die Reifung von Wein unter dem Meer messbare sensorische Unterschiede im Vergleich zur traditionellen Lagerung im Keller mit sich bringt. Das Ergebnis folgt auf eine Blindverkostung, die letzte Woche in Río Negro stattfand. Dabei wurden im Unterwasserkeller vor Las Grutas gereifte Flaschen mit an Land gelagerten Kontrollweinen verglichen. Die Veranstaltung fand am Sitz des Sekretariats für Obstanbau von Río Negro statt und brachte Winzer aus einigen der bekanntesten Weingüter der Region zusammen, darunter Horacio Bibiloni von der Bodega Humberto Canale, Marcelo Miras von der Bodega Miras, Ricardo Tello von Viñedos San Sebastián, María Eugenia Herrera von Rivera del Cuarzo, Catriel Rastrilla von der Bodega Aonikenk und Ricardo Hernández von Familia Dellanzo.

Die bewerteten Weine wurden im Jahr 2024 hergestellt und im Juli 2025 in einer Tiefe von mehr als 10 Metern im Golf von San Matías untergetaucht. Für die Verkostung wurden diese Flaschen mit Kontrollproben aus denselben Weingütern verglichen, die in den Jahren 2023, 2022 und 2020 hergestellt und unter normalen Kellerbedingungen gelagert wurden. Die Methodik umfasste grundlegende Kontrollen zur Verringerung von Verzerrungen, wie z. B. das Entfernen von visuellen Hinweisen und die Verwendung von Flaschen, die nicht der Unterwasserumgebung ausgesetzt worden waren.

Horacio Bibiloni, der als Sprecher der Gruppe fungierte, stellte fest, dass es "bemerkenswerte Unterschiede" zwischen den im Meer gereiften Weinen und den an Land gelagerten gibt. Laut Bibiloni fühlen sich Weine, die länger als sechs Monate unter Wasser gelagert werden, anders an" und weisen ähnliche Eigenschaften auf wie Weine, die länger gelagert werden. Er stellte fest, dass "es scheint, als ob er länger gereift wäre, besonders im Vergleich zum Wein des letzten Jahres".

Die Flaschen wurden in speziell entwickelten Käfigen auf dem Meeresboden verankert. Jede Flasche wurde vor dem Eintauchen mit Wachs versiegelt, um die Korken zu schützen und das Eindringen von Salzwasser zu verhindern. Dieses System ermöglichte es, den Wein direkt den Meeresbedingungen auszusetzen, ohne seine Integrität zu beeinträchtigen.

Ein Aspekt, der bei den Experten auf besonderes Interesse stieß, war die Schwierigkeit, einen einzelnen Faktor zu identifizieren, der für die beobachteten Veränderungen verantwortlich ist. Bibiloni räumte ein, dass er nicht genau weiß, was unter Wasser passiert, nannte aber mehrere mögliche Einflüsse: die leichte Bewegung durch die Gezeiten, die die Flaschen trotz ihrer Verankerung in ständiger Bewegung hält; der Wasserdruck in 10 Metern Tiefe, der zwar nicht als extrem gilt, aber dennoch eine Rolle spielen kann; und die Lichtexposition auf dem Meeresboden, die größer sein kann als in vielen unterirdischen Kellern.

Die Temperatur ist ein weiterer wichtiger Unterschied. Während in herkömmlichen Kellern eine Temperatur von etwa 15 °C herrscht, erreichen die Wassertemperaturen im Golf etwa 19 °C, was bestimmte Aspekte der Weinentwicklung beschleunigen kann. Keiner dieser Faktoren allein erklärt jedoch das Endergebnis vollständig. "Was nicht gemessen oder wiederholt werden kann, gehört in den Bereich der Empfindungen", so Bibiloni. Er betonte, dass "100 % der Anwesenden bei der Verkostung der Meinung waren, dass der Unterwasserwein sich verändert hat".

Für die teilnehmenden Weinkellereien wurde dieses Experiment nicht nur wegen seiner technischen Ergebnisse, sondern auch wegen seines kommerziellen Potenzials als positiv bewertet. "Für die Weinkellereien ist diese Erfahrung sehr wertvoll, weil sie zu einem anderen Wein führt", fasst Bibiloni zusammen, der auf fast drei Jahrzehnte Erfahrung in der Weinherstellung zurückblicken kann.

Die Verkostung umfasste rote Mischungen und einige Malbec-Partien. Andere Sorten wie der Semillón, der derzeit von Canale unter Wasser ausgebaut wird, waren nicht Teil dieser Sitzung. Es gibt auch laufende Experimente mit Schaumweinen, darunter einer von Bodega Agrestis, die in zukünftigen Verkostungen bewertet werden können.

An dem Unterwasserkeller-Projekt sind inzwischen etwa 20 regionale Weinkellereien beteiligt, und es entwickelt sich zu einer Besonderheit in der argentinischen Weinindustrie. Mariana Cerutti, Direktorin für Weinbau in der Provinz Río Negro, sagte: "Die Ergebnisse sind sehr positiv und motivieren uns, diese innovative Technik weiter zu vertiefen." Sie hob hervor, dass Río Negro "den einzigen Unterwasserkeller in Argentinien und Lateinamerika mit Qualitätsweinen" hat, was zur Differenzierung der lokalen Produkte beiträgt und neue Möglichkeiten für die regionale Weinherstellung eröffnet.

Um diese Initiative weiter zu fördern, wird am Samstagabend in einem Restaurant am Zugang zum Strand von Las Grutas (Seventh Descent) eine offene Verkostung stattfinden. Die Veranstaltung wird von der Vereinigung der Weinstraße von Río Negro organisiert und von den Provinzbehörden unterstützt; die Teilnehmerzahl ist begrenzt und die Eintrittskarten sind über die offiziellen Kanäle erhältlich.

Mit der einhelligen Unterstützung regionaler Experten hat die Unterwasser-Alterung ihren experimentellen Status hinter sich gelassen und ist zu einem konkreten Instrument der Differenzierung geworden. Auf einem immer stärker umkämpften Markt bietet der patagonische Wein nun einen technischen und sensorischen Unterschied, der seine Identität stärkt und die Erfahrungen der Verbraucher erweitert.

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