95 % der französischen Winzer unterstützen Erzeugerorganisationen in der Pattsituation der Regierung

Unstimmigkeiten zwischen Genossenschaften und Unabhängigen verzögern den Erlass, während Branchenführer darauf drängen, faire Preise für die Erzeuger zu sichern

14.01.2026

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Ninety-Five Percent of French Wine Producers Back Producer Organizations Amid Government Stalemate

Während einer Parlamentsdebatte am 7. Januar in der Nationalversammlung in Paris wurde die Frage der Schaffung von Erzeugerorganisationen (OP) für den französischen Weinsektor erneut aufgeworfen. Mathilde Feld, eine Abgeordnete aus der Gironde, die La France Insoumise vertritt, befragte Landwirtschaftsministerin Annie Genevard zu den fehlenden Fortschritten in dieser Angelegenheit. Feld wies darauf hin, dass die Weinindustrie immer noch auf das Gesetz Egalim 4 und ein Dekret zur Einrichtung von OPs warte, das ihrer Meinung nach in der Branche breite Unterstützung findet. Sie verwies auf wiederholte und parteiübergreifende Appelle zum Handeln.

Minister Genevard wies in seiner Antwort auf die anhaltenden Spaltungen innerhalb des Weinsektors hin. Sie erläuterte, dass die Genossenschaften die Einrichtung von OPs unterstützen, während die unabhängigen Winzer nach wie vor strikt dagegen sind. Genevard erklärte, die Regierung fordere die Branche auf, die Verhandlungen fortzusetzen, um eine Einigung zu erzielen. Sie betonte, dass ein Dekret nur dann ausgearbeitet werden könne, wenn alle Teile des Berufsstandes zustimmen würden.

Genevards Position steht im Einklang mit ihren jüngsten Äußerungen in einem Interview mit Vitisphere, in dem sie sagte, sie sei offen für die Ausarbeitung eines Dekrets über OPs, solange es von der Branche einheitlich unterstützt werde. In Bezug auf Egalim 4 merkte sie an, dass die Forderungen der Weinindustrie im Rahmen umfassenderer Diskussionen über die Aktualisierung des Gesetzes geprüft werden, aber es wurde kein Zeitplan für diese Beratungen festgelegt.

Die Debatte spiegelt die wachsende Ungeduld einiger Menschen in Bordeaux und anderen Weinbauregionen wider. Feld argumentierte, dass die Garantie eines Mindestpreises für Wein unerlässlich sei, um den Erzeugern einen gerechten Ausgleich zu gewährleisten. Genevard entgegnete, dass ein Mindestpreis zwar wichtig sei, aber die Gefahr bestehe, dass er zu einem Höchstpreis werde, was ein grundlegendes Anliegen in diesen Diskussionen sei.

Bernard Farges, Präsident des Nationalen Ausschusses der Weinbauverbände (CNIV) und des Weinrats von Bordeaux (CIVB), äußerte kürzlich seine Enttäuschung über die Verzögerungen beim Erlass des Dekrets. Er wies darauf hin, dass 95 Prozent der französischen Winzer diese Maßnahme unterstützen und betonte, dass sie keine zusätzlichen staatlichen Mittel erfordern würde.

Die Unabhängigen Winzer Frankreichs haben jedoch die Befürchtung geäußert, dass die OPs in Zukunft die einzigen oder hauptsächlichen Empfänger von europäischen Subventionen sein könnten. Farges wies diese Befürchtungen als unbegründet zurück und argumentierte, dass es weder beabsichtigt noch notwendig sei, die OPs zu alleinigen Empfängern zu machen, und dass dies kontraproduktiv wäre. Das Problem könne leicht gelöst werden, wenn alle Parteien bereit seien, zusammenzuarbeiten, und wenn der Minister die Beteiligten auffordere, die für das Dekret erforderlichen Anpassungen vorzunehmen.

Die Debatte über OPs in der französischen Weinproduktion verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen verschiedenen Gruppen innerhalb der Branche und unterstreicht die allgemeinere Frage, wie die Erzeuger angesichts der sich verändernden Marktbedingungen und rechtlichen Rahmenbedingungen am besten unterstützt werden können. Das Beharren der Regierung auf Einstimmigkeit vor weiteren Schritten bedeutet, dass jede formale Anerkennung von Erzeugerorganisationen von weiteren Verhandlungen und der Konsensbildung innerhalb des Sektors abhängen wird. Im Moment sitzen beide Seiten noch am Tisch, aber eine klare Lösung scheint nicht in Sicht.

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