Weltweite Weinproduktion erreicht angesichts der klimatischen Herausforderungen den niedrigsten Stand seit 1961

Der Weinkonsum geht zurück, da die Verbraucher der Gesundheit und der Nachhaltigkeit Vorrang einräumen, was die Nachfrage nach biologischen, orangefarbenen und alkoholfreien Alternativen antreibt.

05.03.2025

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Global Wine Production Hits Lowest Level Since 1961 Amid Climate Challenges

Die weltweite Weinproduktion hat mit einem Rückgang von 2 % im vergangenen Jahr den niedrigsten Stand seit 1961 erreicht. Dieser Rückgang wird auf Klimaprobleme und ungünstige Witterungsbedingungen zurückgeführt, von denen insbesondere Frankreich betroffen ist. Gleichzeitig ist auch der Weinkonsum zurückgegangen, und zwar um 2,6 % im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr. Wirtschaftliche Herausforderungen und veränderte Trinkgewohnheiten beeinflussen diesen Trend. Die Verbraucher werden gesundheitsbewusster und wählerischer bei der Wahl ihrer Weine, was zu einem Wandel in der Branche führt.

Bio- und Orangenweine, alkoholfreie Varianten und edle Weine gewinnen an Beliebtheit. Die Verbraucher sind besser über Wein informiert, entwickeln einen besseren Gaumen und zeigen Interesse an komplexen Weinen. Dieser Wandel zeigt sich in der wachsenden Nachfrage nach Bioweinen, für die zwischen 2024 und 2030 eine jährliche Wachstumsrate von 10,3 % erwartet wird. Europa wird voraussichtlich den größten Umsatz auf diesem Markt erzielen. Orangenwein, der durch längeres Belassen der Schalen von Weißweintrauben hergestellt wird, verzeichnet ebenfalls ein deutliches Wachstum.

Tatiana Fokina, CEO von Hedonism Wines, hat seit der Eröffnung ihres Geschäfts im Jahr 2012 große Veränderungen beim Weinverkauf beobachtet. Die Verbraucher interessieren sich heute mehr für den Herstellungsprozess und die Herkunft des Weins, den sie konsumieren. Sie sind bereit, mehr Geld für eine einzige hochwertige Flasche auszugeben als für mehrere qualitativ minderwertige Flaschen. Auch das Interesse an halben Flaschen wächst, da die Menschen es vorziehen, an einem normalen Wochentag keine volle Flasche zu öffnen.

Die Edelweinbranche hofft auf einen Aufschwung, nachdem die Preise bis 2024 um 11 % gefallen sind. Die Demografie der Käufer von edlen Weinen ändert sich, wobei die jüngeren Generationen mehr über digitale Marktplätze einkaufen. Dieser Wandel trägt dazu bei, den Zugang zu dieser Branche zu demokratisieren. Jüngere Verbraucher treiben auch das Wachstum von Weinen mit niedrigem und ohne Alkoholgehalt voran. Die Generation Z, die zwischen 1996 und 2012 geboren wurde, macht heute 45 % der Weintrinker aus. Sie legen Wert auf ihr Wohlbefinden und ihren Lebensstil, was zu einer Vorliebe für alkoholarme und alkoholfreie Optionen führt.

Untersuchungen von Mintel zeigen, dass die 20- bis 24-Jährigen in Großbritannien im Vergleich zu älteren Generationen nur halb so häufig alkoholische Getränke kaufen. Der Markt für alkoholfreie Getränke erfährt ein erhebliches Wachstum, wobei der Wein den Weg anführt. Es wird erwartet, dass der Markt zwischen 2023 und 2027 mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von etwa 12 % wachsen wird, verglichen mit einer Wachstumsrate von 2 % für Bier und Apfelwein.

Michel Doukeris, CEO von AB InBev, der größten Brauerei der Welt, betonte die Bedeutung von gesellschaftlichen Anlässen für die Verbraucher. Alkoholfreie Getränke ermöglichen es den Menschen, soziale Kontakte zu knüpfen, ohne dass sie Alkohol konsumieren müssen. Dies ist besonders für diejenigen von Vorteil, die nach gesellschaftlichen Anlässen nach Hause fahren müssen. Das Angebot an alkoholfreien Getränken ermöglicht es den Menschen, ihre Gewohnheiten anzupassen und weiterhin soziale Kontakte zu pflegen, ohne ihre Pflichten zu vernachlässigen.

Die Weinindustrie stellt sich auf diese veränderten Verbrauchergewohnheiten ein, indem sie sich auf handwerklichere und interessantere Produkte konzentriert. Merkmale wie natürliche, biologische und interventionsarme Weine werden immer attraktiver. Die Verbraucher interessieren sich für das Produkt selbst und nicht nur für seinen Alkoholgehalt. Dieses spezialisierte Interesse treibt das Wachstum in früheren Nischenbereichen der Weinherstellung voran.

Während sich die Branche weiterentwickelt, ist es klar, dass sich die Verbraucherpräferenzen hin zu einer bewussteren und gesundheitsbewussteren Auswahl verschieben. Die Nachfrage nach Bio-, Orangen- und alkoholfreien Weinen nimmt zu und spiegelt einen allgemeinen Trend zu Wellness und Nachhaltigkeit wider. Die Weinindustrie reagiert darauf, indem sie Produkte anbietet, die diesen Werten entsprechen, und sichert so ihr Überleben in einem sich wandelnden Markt.

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