Koshu-Trauben aus Japan werden auf den westlichen Weinmärkten immer beliebter

Die Koshu-Weine sind für ihren niedrigen Alkoholgehalt und ihre feinen Aromen bekannt und finden international großen Anklang, vor allem in Großbritannien und den USA.

27.02.2025

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Koshu Grapes from Japan Gain Popularity in Western Wine Markets

Koshu, Japans einheimische Rebsorte, wird auf den westlichen Märkten, insbesondere im Vereinigten Königreich und in den USA, immer beliebter. Koshu ist für seinen niedrigen Alkoholgehalt und seinen zarten, halbaromatischen Charakter bekannt und wird für die Herstellung einer Reihe von Weinen verwendet, darunter Schaumweine und Orangenweine. Die besten Exemplare der Rebsorte erhalten internationale Anerkennung, wie der Tomi Koshu 2022 von Suntory, der bei den Decanter World Wine Awards 2024 als Best in Show ausgezeichnet wurde. Auch der Koshu Misawa Vineyard von Grace Wine erhielt bei demselben Wettbewerb eine hohe Punktzahl.

Koshu wird in Japan seit Jahrhunderten angebaut, vor allem in der Präfektur Yamanashi, auf die 95 % der Produktion entfallen. Diese Region in der Nähe des Berges Fuji ist für ihre vulkanischen Böden bekannt und wird oft als Japans "Heimat der Früchte" bezeichnet. Es wird angenommen, dass die Ursprünge der Traube über die Seidenstraße bis nach China zurückreichen. Der Name Koshu leitet sich vom alten Königreich Kai ab, dem heutigen Yamanashi.

Lokale Legenden bieten zwei Geschichten über die Entdeckung von Koshu. Eine Geschichte handelt von einem Mönch namens Gyōki, der während der Nara-Periode von einem heilenden Buddha träumte, der Trauben hielt. Später fand er eine Weinrebe und nutzte sie für medizinische Zwecke. Eine andere Geschichte aus dem Jahr 1186 erzählt von einem Dorfbewohner namens Kageyu, der eine wilde Traubenart entdeckte, sie kultivierte und sie schließlich dem ersten Shōgun der Kamakura-Regierung präsentierte.

Koshu war in erster Linie eine Tafeltraube, bis 1870 ein Mönch und ein Geschäftsmann mit der Weinherstellung begannen, nachdem sie Westler beim Weintrinken in Yokohama beobachtet hatten. Sie benutzten eine hölzerne Handpresse und Sake-Fässer zur Lagerung. Bis 1877 gründete Katsunuma ein Weinunternehmen und schickte Pioniere nach Frankreich, um den Weinbau zu studieren.

Im Jahr 2004 bestätigten DNA-Untersuchungen der UC Davis, dass es sich bei der Koshu um die Rebsorte vitis vinifera handelt, was darauf hindeutet, dass sie von Europa über China nach Japan gelangte. Yamanashi produziert den Großteil der Koshu-Trauben, 2018 wurden 3.300 Tonnen gemeldet. Das Klima der Region mit einer jährlichen Niederschlagsmenge von über 1.000 mm stellt eine Herausforderung für die Ertragskontrolle dar. Traditionelle Erziehungsmethoden, wie das X-förmige Pergola-System, werden eingesetzt, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Aber auch moderne Techniken wie die vertikale Triebaufstellung werden von Produzenten wie Grace Wine und Suntory erprobt.

Koshu-Trauben haben eine dicke Schale, um Regen zu widerstehen, und die Erzeuger decken sie zum Schutz oft mit Wachspapierhüten ab. Auch Plastikhüllen werden verwendet, um die Trauben trocken zu halten. In der Vergangenheit waren die Koshu-Weine süß und fruchtig, aber seit den 1980er Jahren haben sich die Erzeuger auf trockenere Stile und "sur lie"-Ausführungen verlegt. Die zarte Natur der Traube eignet sich für erfrischende Weine mit Noten von Yuzu, japanischer Limette, Birnenblüten und gedämpftem Reis. Seine helle Säure verleiht ihm Reinheit und Finesse.

Beim Ausbau auf der Hefe oder in gebrauchten Fässern entwickelt der Koshu mehr Körper und Umami-Tiefe. Ein längerer Kontakt mit der Schale kann die Eigenschaften roter Früchte und eine orangefarbene Tönung zum Vorschein bringen. Die Winzer vermeiden in der Regel eine übermäßige Lagerung in neuem Eichenholz, um die Eleganz der Rebsorte zu bewahren. Koshu passt gut zu Meeresfrüchten und umamihaltigen japanischen Gerichten wie Sushi und Tempura, was ihn zu einer natürlichen Wahl für diese Küchen macht.

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