31.07.2024

Der Anbau von Weinreben, insbesondere von Vitis vinifera L., ist seit Jahrtausenden eine wichtige landwirtschaftliche Praxis. Im modernen Weinbau werden verschiedene Bodenbewirtschaftungstechniken eingesetzt, die die Struktur der mikrobiellen Gemeinschaft im Boden und damit die Gesundheit der Pflanzen erheblich beeinflussen können. Eine aktuelle Studie eines ungarischen Forscherteams, die am 29. Juli 2024 in der Zeitschrift Springer Link veröffentlicht wurde, beleuchtet, wie sich verschiedene Bewirtschaftungsmethoden im Weinberg auf die Bakteriengemeinschaften im Boden und damit auf die Gesundheit der Vitis vinifera-Reben auswirken. Die Forschung wurde in einem Weinberg in Hanglage in der ungarischen Region Balaton-Oberland durchgeführt, wobei Böden mit und ohne Bodenbearbeitung verglichen wurden, um deren Auswirkungen auf die bakterielle Vielfalt zu verstehen.
Das Forschungsteam, bestehend aus Balázs Zoltán Besze, Andrea K. Borsodi, Melinda Megyes, Tibor Zsigmond und Ágota Horel, analysierte die taxonomische Zusammensetzung von Bakteriengemeinschaften in Bodenproben, die im Juli und Oktober 2020 entnommen wurden, mit Hilfe der 16S rRNA-Genamplikonsequenzierung. Insgesamt wurden 1.983.467 bakterielle Sequenzen aus 36 Bodenproben extrahiert und 41 bakterielle Phyla oder taxonomische Einheiten auf Stammebene identifiziert.
Die Ergebnisse zeigten, dass die Böden sowohl von bearbeiteten als auch von unbearbeiteten Parzellen von den Phyla Pseudomonadota, Acidobacteriota, Bacteroidota, Verrucomicrobiota, Actinobacteriota und Gemmatimonadota dominiert wurden. Die Studie ergab keine signifikanten Auswirkungen der Bodenbearbeitung im Vergleich zur Direktsaat auf die Vielfalt der bakteriellen Gemeinschaften. Allerdings waren der Wasserabfluss und die jahreszeitlichen Veränderungen der physikalischen und chemischen Eigenschaften des Bodens entscheidende Faktoren, die die Struktur dieser Gemeinschaften beeinflussten. Insbesondere variierten die Bodeneigenschaften je nach Position am Hang erheblich, wobei die Proben von den oberen und kritischen Punkten des Hangs am stärksten von Erosion und Veränderungen des Nährstoffgehalts betroffen waren.
Eine wichtige Beobachtung der Studie war, dass die konventionelle Bodenbearbeitung, die die Bodenerosion beschleunigen kann, die Vielfalt der Bakteriengemeinschaften beeinträchtigt, indem sie die Ansammlung in den Ablagerungszonen an den Hängen erhöht. Auf Standorten ohne Bodenbearbeitung war die Akkumulationsrate jedoch aufgrund des Vorhandenseins von Deckfrüchten geringer, was darauf hindeutet, dass der Einsatz von Deckfrüchten dazu beitragen kann, den Bodenverlust zu verringern und somit die mikrobielle Vielfalt zu erhalten.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, wie wichtig eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung von Weinbergen ist, um die mikrobielle Vielfalt im Boden zu erhalten. Diese Erkenntnisse sind für die nachhaltige Bewirtschaftung von Weinbergen von entscheidender Bedeutung, da die Bakteriengemeinschaften im Boden eine wesentliche Rolle bei Prozessen spielen, die für die Pflanzengesundheit von entscheidender Bedeutung sind, wie z. B. die Hormonsekretion, die Nährstoffauflösung, die Stickstofffixierung und die Aktivierung des Immunsystems der Pflanzen. Darüber hinaus ist bekannt, dass bestimmte Bodenbakterien die organoleptischen Eigenschaften des Weins beeinflussen, wie z. B. das unverwechselbare Aroma bestimmter Rebsorten, die nur in bestimmten Regionen vorkommen, was den Erhalt dieser mikrobiellen Gemeinschaften noch wichtiger macht.
Die Studie legt nahe, dass zur Abschwächung der nachteiligen Auswirkungen der Bodenbearbeitung bei der Bewirtschaftung die Verwendung von Deckfrüchten in Betracht gezogen werden sollte, insbesondere in Weinbergen in Hanglage, wo die Bodenerosion ein großes Problem darstellen kann. Darüber hinaus unterstreicht die Studie die Notwendigkeit, weiter zu erforschen, wie sich verschiedene landwirtschaftliche Praktiken auf die mikrobielle Biodiversität im Boden und letztlich auf die Gesundheit der Weinreben und die Qualität des Weins auswirken. Dieser Forschungszweig ist von grundlegender Bedeutung für die Förderung nachhaltiger Weinbaupraktiken, die die biologische Vielfalt des Bodens erhalten und die Erzeugung hochwertiger Trauben gewährleisten.
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