05.04.2024

Die in den Weiten des Pazifischen Ozeans gelegene Osterinsel, die von den Einheimischen Rapa Nui genannt wird, ist dabei, ihre Geschichte neu zu schreiben, diesmal mit einer weinbaulichen Wendung. Weit vom Festland entfernt und berühmt für ihre rätselhaften Moai-Statuen, beherbergt die Insel einen weniger bekannten Schatz - wilde Weinreben, die Geschichten aus einer vergangenen Ära erzählen, die vor kurzem identifiziert wurden und unser Verständnis von Weinbau an abgelegenen Orten neu gestalten werden.
In einer bahnbrechenden Studie, die pünktlich zum Osterwochenende veröffentlicht wurde, haben Forscher das Vorkommen von sechs verschiedenen Rebsorten auf der Osterinsel entdeckt, die auf das 19. Jahrhundert zurückreichen. Darunter befinden sich die Rebsorten País und Moscatel de Alejandría, direkte Nachfahren der ersten Vitis vinifera, die in Amerika angepflanzt wurden. Hinzu kommen drei einheimische Criolla-Sorten und eine geheimnisvolle sechste Sorte, deren genaue Herkunft zwar nicht bekannt ist, von der man aber annimmt, dass sie direkt von Europa abstammt. Diese eklektische Mischung von Rebsorten deutet darauf hin, dass das weinbauliche Erbe der Osterinsel wahrscheinlich auf chilenischen Einflüssen beruht, wenn auch mit einem Hauch von europäischen Geheimnissen.
Die alten Rebstöcke, die über ein Jahrhundert lang nicht gepflegt wurden und dennoch unverwüstlich sind, tragen weiterhin Früchte, insbesondere rund um den malerischen Krater Rano Kau. Trotz historischer Berichte über Weinberge, die Ende des 19. Jahrhunderts die Insellandschaft zierten, bedeutete der Weggang der Missionare Anfang des 20. Jahrhunderts den Beginn einer langen Pause im Weinbau. Bislang war unklar, ob diese Weinberge jemals ihr Potenzial für die Weinproduktion erfüllten, obwohl der Kommandant Ignacio L. Gana 1870 spekulierte, dass das Klima der Insel für den Weinanbau mit dem von Madeira konkurrieren könnte.
Diese Geschichte nahm vor sechs Jahren eine lebendige Wendung, als die Winzer Alvaro Arriagada und Fernando Almeda in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern dieser alten Tradition neues Leben einhauchten. Indem sie neue Rebstöcke pflanzten und die wilden wieder aufpäppelten, huldigten sie nicht nur dem weinbaulichen Erbe der Insel, sondern stellten auch den ersten Jahrgang des Rapa Nui-Schaumweins her. Diese erste Charge ist zwar von bescheidener Menge, symbolisiert aber eine Renaissance der Weinproduktion auf der Osterinsel, bei der sich Tradition und Innovation verbinden.
Die Entdeckung dieser historischen Rebsorten und die erfolgreiche Kultivierung neuer Reben markieren den Beginn eines spannenden Kapitels in der Geschichte der Insel. Die Forschungsergebnisse geben nicht nur einen faszinierenden Einblick in die genetische Zusammensetzung der Reben der Osterinsel, sondern zeigen auch das Potenzial der Insel als einzigartiges Weinbaugebiet auf. Wenn die Welt ihren Blick wieder auf die Osterinsel richtet, ziehen nicht nur die ikonischen Moai die Aufmerksamkeit auf sich, sondern auch die aufkeimenden Weinberge, die eine Zukunft versprechen, in der der Wein ebenso zur Identität der Insel gehört wie ihre antiken Skulpturen.
Der Wiedereinstieg der Osterinsel in den Weinbau ist nicht nur eine landwirtschaftliche Errungenschaft, sondern auch eine kulturelle Wiederbelebung, die die Inselbewohner mit einem Teil ihrer Geschichte verbindet, der im Laufe der Zeit verloren gegangen war. Während diese alten Reben neues Leben finden und ihre ersten Weine seit über einem Jahrhundert hervorbringen, weben sie eine Geschichte über Widerstandsfähigkeit, Erbe und die unnachgiebige Verbindung zwischen Land und Leuten. Mit jeder Flasche Rapa Nui-Schaumwein stößt die Osterinsel auf ihre Vergangenheit und ihre Zukunft an und lädt die Welt ein, ihre geschichtsträchtigen Ländereien zu probieren.
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