
In den Annalen der antiken römischen Kochkunst nimmt Mulsum einen herausragenden Platz ein. Dieser mit Honig versetzte Wein, ein Grundnahrungsmittel der griechischen und römischen Elite, diente nicht nur als Beweis für den Einfallsreichtum der Römer bei der Weinveredelung, sondern spielte auch eine wichtige Rolle in ihren medizinischen und gastronomischen Traditionen.
Die Römer, die für ihr ausgedehntes Imperium und ihr reiches kulturelles Erbe bekannt waren, waren nicht nur Krieger und Staatsmänner, sondern auch Kenner des guten Lebens. Der Wein, der ein fester Bestandteil ihres täglichen Lebens war, entsprach oft nicht den Standards, die wir heute schätzen. Um den Geschmack und die Qualität des Weins zu verbessern, experimentierten die Römer mit verschiedenen Zusätzen, wobei Honig eine wichtige Rolle spielte.

Der so entstandene Mulsum war leichter als herkömmlicher Wein und einfacher zu konsumieren. Er wurde häufig wegen seiner medizinischen Eigenschaften verwendet, die bei Magenschmerzen, Übersäuerung und Reflux helfen sollten. Angesehene römische Philosophen und Dichter wie Horaz, Propertius und Seneca priesen oft seine Tugenden und hielten ihn für ein Allheilmittel gegen die Sorgen des Lebens und ein Mittel zur Linderung von Melancholie.
Die Zubereitung von Mulsum ist ein Thema von historischem Interesse, wobei es unterschiedliche Berichte über die genaue Methode gibt. Columella, ein berühmter römischer Autor aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., schlug eine Technik vor, bei der der Traubenmost direkt im Pressbottich mit Honig vermischt wurde, gefolgt von einem dreiwöchigen Gärungsprozess, bevor er in neue Flaschen umgefüllt wurde. Eine gängige Praxis bestand jedoch darin, den erwärmten Honig mit dem fertigen Wein zu vermischen, vorzugsweise mit dem geschätzten Falernian-Wein.

Der als Getränk der Götter verehrte falernische Wein, der in Nordkampanien in der Nähe von Neapel hergestellt wird, hat seinen eigenen legendären Status. Der Legende nach wurde Falernus, ein bescheidener römischer Bauer, von Bacchus, dem Gott des Weins, aufgesucht, der sein bescheidenes Mahl in ein üppiges Weinfest verwandelte und den Berg des Falernus mit Weinbergen übersäte.
Heute können wir den Reiz von Mulsum in unseren Küchen nachkochen. Das Rezept ist erstaunlich einfach und schnell, denn man benötigt nur drei Zutaten: einen Liter Rotwein von guter Qualität, 130 Gramm Honig, vorzugsweise Thymian, und einen Esslöffel gemahlenen schwarzen Pfeffer. Die Zubereitung besteht darin, diese Zutaten zu mischen und die Mischung einige Stunden lang im Kühlschrank ruhen zu lassen. Das Ergebnis ist ein harmonisches Gleichgewicht zwischen der Süße des Honigs und der Schärfe des Pfeffers, was es zu einer einzigartigen Ergänzung der zeitgenössischen kulinarischen Entdeckungen macht.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Menge des Honigs je nach persönlicher Vorliebe und der Art des verwendeten Weins variieren kann. Im Allgemeinen wird ein trockener Wein bevorzugt, um die Süße des Honigs auszugleichen.
Um Mulsum optimal zu genießen, sollte er kalt serviert und vor dem Einschenken gut umgerührt werden, damit sich der Pfeffer gleichmäßig verteilt. Einige Kenner empfehlen, ihn mindestens einen Monat lang ruhen zu lassen und ihn vor dem Servieren zu filtern, um seine Aromen zu verbessern.
Dieser honigartige Wein hinterlässt einen süßen und zugleich würzigen Geschmack, der einen Einblick in den kultivierten Gaumen des antiken Roms gewährt und modernen Weinliebhabern ein einzigartiges sensorisches Erlebnis bietet.
Der Mulsum ist ein Zeugnis der kulinarischen Kreativität der Römer, die die einfachen Genüsse von Wein und Honig zu einem Getränk verschmolzen, das die Zeit überdauert und auch heute noch fasziniert und begeistert.
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