17.01.2024

In der Welt des Weins hat die Tradition oft Vorrang. Das Bild des Entkorkens einer Weinflasche, das Geräusch des knallenden Korkens und das Ritual des Einschenkens des Weins in ein Glas ist eine Erfahrung, die tief in der Kultur des Weintrinkens verwurzelt ist. Da sich die Welt jedoch zunehmend der Umweltproblematik bewusst wird, steht die Weinindustrie vor einem entscheidenden Moment des Wandels. Der Kohlenstoff-Fußabdruck traditioneller Weinflaschen ist ein erhebliches Umweltproblem, das nicht länger ignoriert werden kann. Dieser Artikel befasst sich mit den innovativen Ansätzen, die verschiedene Akteure in der Weinindustrie verfolgen, um diese ökologischen Herausforderungen zu bewältigen und einen Ausgleich zwischen Tradition und Nachhaltigkeit zu schaffen.
Die Einführung der Weinlinie von Ron Rubin Winery in Plastikflaschen im Sommer markierte einen bedeutenden Wandel in der Weinverpackung. Diese Flaschen, die aus recyceltem PET hergestellt und mit Plasmax ausgekleidet sind, sind etwa 85 % leichter als herkömmliche Glasflaschen. Durch diese Umstellung werden die Treibhausgasemissionen und der Energiebedarf für die Herstellung erheblich reduziert. Die Verwendung von recyceltem PET bei der Abfüllung von Wein hat jedoch wegen möglicher chemischer Verunreinigungen eine Kontroverse ausgelöst, die die komplexen Abwägungen zwischen Umweltvorteilen und Produktsicherheit verdeutlicht.
Revino, ein in Oregon ansässiges Start-up-Unternehmen, arbeitet an der Wiedereinführung des Konzepts der wiederbefüllbaren Glasflaschen, die in den Vereinigten Staaten einst die Norm waren. Das System des Unternehmens besteht aus 495-Gramm-Standardflaschen, die bis zu 50 Mal wiederbefüllt werden können, wodurch sich der CO2-Fußabdruck im Vergleich zu Einwegflaschen um bis zu 85 % verringern lässt. Dieser Ansatz geht nicht nur auf die Umweltauswirkungen der Weinverpackung ein, sondern knüpft auch an eine nachhaltigere Tradition an, die im Zuge der Industrialisierung verloren gegangen ist.
Der Sustainable Wine Roundtable hat den unmittelbaren Handlungsbedarf erkannt und das Bottle Weight Accord ins Leben gerufen, das darauf abzielt, das durchschnittliche Gewicht von Flaschen für stillen Wein zu reduzieren. Große Weinproduzenten wie Scheid Family Wines und Champagne Telmont sind Vorreiter in dieser Bewegung. Scheid hat seinen Glasverbrauch durch die Umstellung auf leichtere Flaschen erheblich reduziert, und Champagne Telmont hat bemerkenswerte Fortschritte bei der Gewichtsreduzierung seiner Champagnerflaschen gemacht, ohne dabei die erforderliche Festigkeit zu verlieren, um den Druck des Weins zu halten.
Während sich die Weinindustrie mit ihren Auswirkungen auf die Umwelt auseinandersetzt, entsteht ein breites Spektrum an Lösungen. Von Plastikflaschen über leichteres Glas bis hin zu wiederverwendbaren Systemen bietet jeder Ansatz unterschiedliche Vorteile und Herausforderungen. Auch wenn einige Lösungen von der Tradition abweichen, stellen sie angesichts der Dringlichkeit der Umweltproblematik eine notwendige Entwicklung dar. Die Reaktion der Weinindustrie auf diese Herausforderung ist ein Beweis für ihre Fähigkeit, innovativ zu sein und gleichzeitig die Essenz der Weinkultur zu bewahren.
Der Wandel bei den Weinverpackungen spiegelt eine breitere Bewegung innerhalb der Branche wider, die sich an Umweltbelange anpasst und gleichzeitig die Qualität und Tradition des Weins bewahrt. Bei der weiteren Entwicklung der Branche wird es von entscheidender Bedeutung sein, ein Gleichgewicht zwischen diesen Faktoren herzustellen und nachhaltige Optionen anzubieten, die eine Vielzahl von Verbrauchern ansprechen und das reiche Erbe des Weins bewahren.
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