
In der komplizierten Welt des Weins gibt es zahlreiche Begriffe und Konzepte, die vom Weinberg bis zur Weinprobe reichen. Diese Begriffe zu verstehen, ist für jeden, der seine Wertschätzung für Wein vertiefen möchte, unerlässlich. Im Folgenden stellen wir Ihnen 20 Schlüsselbegriffe vor, die Ihr Verständnis und Ihren Genuss dieses faszinierenden Getränks verbessern werden.
- Säuregehalt: Der Säuregehalt ist für den Wein von grundlegender Bedeutung, er verleiht ihm Frische und trägt zur Langlebigkeit des Weins bei. Weine besitzen einen natürlichen Säuregehalt, der flüchtig (hauptsächlich aus Essigsäure) oder gebunden (aus Wein- und Zitronensäure) sein kann. Der Gesamtsäuregehalt ist die Summe dieser beiden Arten und spielt eine entscheidende Rolle für das Gleichgewicht und die Harmonie eines Weins.
- Ethylalkohol: Der Hauptalkohol in Wein und anderen alkoholischen Getränken. In Maßen genossen ist Ethylalkohol nicht schädlich, insbesondere wenn er mit nützlichen Substanzen wie Tanninen oder Resveratrol kombiniert wird.
- Ampelographie: Ein Teilgebiet der Botanik, das sich mit Weinreben und ihren Sorten befasst. Die Ampelographie befasst sich mit der Identifizierung von "vitis"-Arten (Weinreben), traditionell anhand der Form und Farbe der Blätter, inzwischen aber auch mit der genetischen Klassifizierung durch DNA-Analyse.
- Tannine: Die zur Familie der Polyphenole gehörenden Tannine tragen zur Farbe bei und besitzen bedeutende antioxidative Eigenschaften. Tannine kommen in Traubenschalen, Kernen und Stielen vor, können aber auch während der Reifung in Eichenfässern entstehen und verleihen dem Wein einen unverwechselbaren adstringierenden und bitteren Geschmack.
- Weinsteinkristalle (Tartar): Diese kleinen Kristalle, die aus Weinsäure gewonnen werden, können im Wein vorkommen. In Verbindung mit Kalium bilden sie Kaliumbitartrat, das gemeinhin als Weinstein bekannt ist. Diese natürlichen Weinbestandteile sind harmlos und setzen sich in der Regel am Boden der Fässer oder, seltener, in den Flaschen ab.
- Botrytis Cinerea: Ein Pilz, der für die "Edelfäule" der Trauben verantwortlich ist, die für bekannte Weißweine wie Sauternes und Tokaji verwendet werden. Er gedeiht unter den besonderen Bedingungen von Morgennebel, gefolgt von trockenem Wetter, was zu einer hohen Zuckerkonzentration in den Trauben führt.
- Phenolische Verbindungen: Eine Gruppe natürlicher Substanzen, die Phenol enthalten. Sorten wie Anthocyane und Tannine tragen zur Farbe des Weins bei. Andere Arten, darunter Catechine, Quercetin und Resveratrol, bieten gesundheitliche Vorteile.
- Degorgieren: Ein manueller Vorgang bei der Schaumweinherstellung, bei dem der Flaschenhals aufgeschnitten wird, um Sedimente zu entfernen, die sich während der zweiten Gärung angesammelt haben.
- Véraison: Das Stadium, in dem die Trauben zu reifen beginnen und ihre Farbe von grün zu gelb bei weißen Sorten und zu rot-blau bei roten Sorten wechselt.
- Ester: Eine aus einer organischen Säure und einem Alkohol gebildete Verbindung, die für die Alterungsaromen im Wein verantwortlich ist.
- Trockenextrakt: Der Rückstand, der entsteht, wenn dem Wein das Wasser entzogen wird. Er umfasst alle nicht flüchtigen Substanzen im Wein, die zu seinem Körper, Aussehen, seiner Farbe, seinem Aroma und seinem Geschmack beitragen.
- Ausspülen mit Wein: Die Praxis, eine kleine Menge Wein in ein Gefäß zu gießen und dann zu verwerfen. Dies geschieht oft, um das Glas für eine bessere Wahrnehmung der Aromen und des Geschmacks des Weins vorzubereiten.
- Trub: Ablagerungen, die sich während der Gärung aus Hefe und anderen Partikeln bilden. "Sur lie"-Weine werden auf diesem Bodensatz gelagert, um den Körper und den Geschmack des Weins zu verbessern.
- Fliegende Winzer: Professionelle Winzer, die als Berater in verschiedene Regionen reisen.
- Petillant: Ein Begriff für leicht schäumenden Wein, der oft durch natürliche Gärung entsteht. Er ist bei Weiß- und jungen Roséweinen üblich.
- Organoleptische Analyse: Die Bewertung von Wein mit allen Sinnen - Sehen, Riechen, Tasten, Hören und Schmecken - im Gegensatz zur chemischen Laboranalyse.
- Primeur: Ein französischer Begriff für eine Handelspraxis, bei der Weine kurz nach der Ernte im Voraus gekauft werden. Diese spekulative Investition erfordert grundlegende Weinkenntnisse und ist aufgrund mangelnder Regulierung des "grauen Marktes" anfällig für Probleme wie Fälschungen.
- Nachgeschmack: Das anhaltende Geschmackserlebnis nach dem Schlucken von Wein.
- Retronasal: Ähnlich wie der Nachgeschmack, bezieht sich aber auf die Geruchsempfindung.
- Venencia: Ein kleiner, zylindrischer Behälter, der in der Regel aus Silber besteht und an einem biegsamen Stab befestigt ist. Er wird in Porto oder Sherry verwendet, um kleine Mengen Wein aus den Fässern zu entnehmen und sofort zu verkosten.
Wenn Sie sich mit diesen grundlegenden Weinbegriffen vertraut machen, können Sie Ihr Verständnis und Ihre Wertschätzung für dieses vielfältige und geschichtsträchtige Getränk vertiefen.