Italienische Sammlerweine treiben Erholung am Sekundärmarkt für Spitzenweine an

Der Liv-ex 100 stieg bis Ende September um 2,1 %, angeführt von Bruno Giacosas Barolo 2016 mit einem Plus von 31,7 %.

Dienstag, 6. Oktober 2026

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Die Preise für hochwertige Sammlerweine stiegen in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 auf Liv-ex, dem wichtigsten Sekundärmarkt für Spitzenweine. Besonders kräftige Zuwächse verzeichneten Champagner und italienische Weine – in einem Markt, der sich insgesamt weiterhin deutlich schwächer entwickelt.

Laut einer von WineNews ausgewerteten Analyse der Liv-ex-Indizes legte der Leitindex Liv-ex 100 von Januar bis September um 2,1 % zu und lag im Zwölfmonatsvergleich 4,4 % im Plus. Italienische Weine waren unter den stärksten Werten des Index gut vertreten: Vier schafften es in die Top 10.

Der stärkste Wert im Liv-ex 100 war Bruno Giacosas Barolo Falletto Vigna Le Rocche Riserva 2016, der seit Jahresbeginn um 31,7 % zulegte. Zu den weiteren italienischen Weinen an der Spitze gehörten Giacomo Conternos Barolo Monfortino Riserva 2019 mit einem Plus von 19,4 %, Soldera Case Basses 100% Sangiovese IGT Toscana 2020 mit 18,7 % und Marchesi Antinoris Solaia 2021 mit 14,1 %.

Der breiter aufgestellte Liv-ex 1000, der eine größere Auswahl an Weinen aus verschiedenen Regionen abbildet, stieg in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 um 1,3 % und im Zwölfmonatsvergleich um 2,2 %. Wesentlichen Anteil daran hatten die Zuwächse im Champagne 50 und im Italy 100. Der Champagne 50 legte 2026 um 4,1 % und über zwölf Monate um 4,6 % zu. Der Italy 100 gewann von Januar bis September 3,5 % und im Zwölfmonatsvergleich 4,9 % hinzu. Damit war er auf Jahressicht der stärkste regionale Liv-ex-Index.

Die Zuwächse deuten auf eine stärkere Nachfrage nach einer begrenzten Auswahl besonders gefragter Flaschen hin, während der Weinhandel insgesamt weiter unter Druck steht. Dieser Gegensatz ist bedeutsam: Liv-ex bildet ein Premiumsegment mit seltenen Weinen ab, für die ein aktiver Wiederverkaufsmarkt besteht, nicht den breiteren kommerziellen Weinhandel, der in vielen Märkten mit einer schwächeren Nachfrage konfrontiert ist.

Innerhalb Italiens kam der stärkste Aufwärtstrend aus den Langhe, dem für Barolo und Barbaresco bekannten Gebiet im Piemont. Unter den zehn stärksten Werten des Italy 100 dominierten Giacosa und Conterno. Auf Giacosas Barolo Falletto Vigna Le Rocche Riserva 2016 folgte Conternos Barolo Monfortino Riserva 2005 mit einem Plus von 30,4 %. An dritter Stelle lag Gajas Barbaresco 2015 mit 22,5 %.

Weitere kräftige Zuwächse bei italienischen Weinen verzeichneten Giacosas Barolo Falletto Vigna Le Rocche Riserva 2020 mit 21,3 % und ein weiterer Wein von Conterno, der Monfortino Riserva 2019, mit 19,4 %. Auch die Toskana zeigte eine starke Preisdynamik. Soldera Case Basse war mit drei Jahrgängen unter den größten Gewinnern vertreten: Der Wein aus 2020 legte um 18,7 %, der aus 2012 um 16,1 % und der aus 2011 um 13,5 % zu. Frescobaldis Masseto 2016 stieg um 17,7 %, Antinoris Solaia 2021 gewann 14,1 % hinzu.

Der Italy 100 bildet eine konzentrierte Auswahl der meistgehandelten und renommiertesten italienischen Weine ab. Dazu zählen mehrere Jahrgänge des Barolo von Bartolo Mascarello von 2012 bis 2021, verschiedene Barolo-Abfüllungen von Bruno Giacosa, Gaja-Barbaresco-Jahrgänge von 2013 bis 2022, mehrere Jahrgänge von Giacomo Conternos Barolo Monfortino Riserva sowie die bekanntesten Super Tuscans aus den Jahren 2013 bis 2022, darunter Sassicaia, Solaia, Tignanello, Ornellaia und Masseto. Hinzu kommen Weine von Soldera Case Basse aus den Jahrgängen 2011 bis 2020.

Der Aufwärtstrend beschränkte sich nicht auf Italien und die Champagne. Die meisten großen regionalen Liv-ex-Indizes notierten 2026 im Plus. Das deutet auf eine breite, wenn auch weiterhin uneinheitliche Erholung am Sekundärmarkt für Spitzenweine hin. Der Burgundy 150 stieg in den ersten neun Monaten um 1,7 % und im Zwölfmonatsvergleich um 2,8 %. Der Rhone 100 legte 2026 um 0,5 % und über zwölf Monate um 3,4 % zu. Der Rest of the World 60 gewann seit Jahresbeginn 2,2 % und im Zwölfmonatsvergleich 0,6 % hinzu.

Bordeaux blieb das schwächste große Segment, auch wenn die Verluste gering ausfielen. Der Bordeaux 500 lag 2026 um 0,2 % im Minus, im Zwölfmonatsvergleich jedoch weiterhin 0,4 % im Plus. Damit war er bis Ende September der einzige große Liv-ex-Index, der für das Jahr noch leicht im Minus lag.

Die Entwicklung italienischer Weine zeigt besonders deutlich, dass sich Käufer am Sekundärmarkt auf Weine mit hoher Knappheit, etabliertem Renommee und internationaler Nachfrage konzentrieren. In dieser Gruppe entwickelten sich ältere und hoch bewertete Weine aus dem Piemont besonders stark, während führende toskanische Weine über mehrere Jahrgänge hinweg auf anhaltendes Interesse stoßen.

Der Liv-ex 100 umfasst derzeit mehrere italienische Weine, die sich am Sekundärmarkt als Referenzwerte für das Land etabliert haben. Dazu gehören Bartolo Mascarellos Barolo 2019, Bruno Giacosas Barolo Falletto Vigna Le Rocche Riserva 2016, Gajas Barbaresco 2019, Giacomo Conternos Barolo Monfortino Riserva 2015 und 2019, Masseto 2021 und 2022, Ornellaia 2021, Sassicaia 2016, 2021 und 2022, Solaia 2021, Tignanello 2021 und 2022 sowie Soldera Case Basses 100% Sangiovese IGT Toscana 2020.

Die jüngsten Zuwächse folgen auf eine Phase schwächerer Handelsbedingungen bei Spitzenweinen, in der höhere Zinsen, vorsichtige Verbraucherausgaben und eine nachlassende globale Nachfrage nach Luxusgütern die Preise belasteten. Der jüngste Anstieg der Liv-ex-Indizes signalisiert keine vollständige Erholung des Weinhandels. Er zeigt jedoch eine erneute Stärke im obersten Marktsegment, in dem Knappheit, Markenstärke und die Nachfrage von Sammlern den Handel bestimmen.

Für Händler, Erzeuger und Anleger, die Liv-ex als Preisbenchmark verfolgen, ist die Entwicklung bemerkenswert, weil sie gleichzeitig zwei wichtige Kategorien umfasst: die Champagne, die häufig von ihrer weltweiten Bekanntheit und der Nachfrage nach Geschenken profitiert, und Italien, wo die führenden Namen aus dem Piemont und der Toskana gegenüber traditionell dominierenden Regionen wie Bordeaux und Burgund weiter an Ansehen gewinnen.

Die Daten deuten außerdem darauf hin, dass sich die Erholung innerhalb des Spitzenweinsegments zunehmend verbreitert. Zwar stammten die größten Zuwächse von einer vergleichsweise kleinen Zahl berühmter Weine, doch lagen Ende September fast alle großen Liv-ex-Indizes im Plus – eine Veränderung gegenüber der zuvor schwächeren Entwicklung im Jahresverlauf. Die Ausnahme war Bordeaux, das nahe der Nulllinie blieb. Abgesehen davon notierten alle bekanntesten Marktbenchmarks höher, angeführt von der Champagne und Italien.

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