13.05.2026
Der weltweite Weinkonsum ist 2025 erneut gesunken und hat laut der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) den niedrigsten Stand seit 1957 erreicht. Der Rückgang erhöht den Druck auf die Winzer in Frankreich und insbesondere in Bordeaux, wo Produzenten Reben roden, hohe Lagerbestände mit sich führen und warnen, dass der Markt für sie nicht mehr funktioniert.
In Frankreich ging der Weinkonsum 2025 gegenüber dem Vorjahr um 3,2% zurück und setzte damit einen langen Abwärtstrend fort, der die Trinkgewohnheiten in Bars, Restaurants und zu Hause verändert hat. Auf den Terrassen in Bordeaux greifen viele Gäste inzwischen lieber zu Bier oder Softdrinks statt zu Wein und sagen, der Preis spiele eine Rolle und Bier lasse sich ohne großes Fachwissen leichter auswählen. Ein Bar-Manager in Bordeaux sagte, rund 70% des Umsatzes entfielen auf Bier und der Rest auf Wein.
Der Wandel trifft die Region Bordeaux hart. Dort werden Rodungen von Rebstöcken subventioniert, weil die Erzeuger versuchen, die Produktion zu senken und in einem Markt mit zu viel Wein und zu wenig Nachfrage zu überleben. Die Rebfläche ist zwischen 2023 und 2025 um etwa 20% geschrumpft. Pierre-Etienne Garzaro, Winzer in Baron im Gebiet Entre-deux-Mers, sagte, er habe früher rund 80 Hektar Rebfläche bewirtschaftet und verfüge heute noch über 24. Weitere Parzellen sollen noch gerodet werden.
Garzaro sagte, sein Betrieb habe die Produktion einiger Massenweine eingestellt, weil sie mit Verlust verkauft worden seien. Im Keller lagerten noch Altbestände aus den Jahren 2021 und 2022, was er als beispiellos bezeichnete. Zudem seien die Exporte nach China und in die Vereinigten Staaten um 30% beziehungsweise 40% zurückgegangen, was den Druck auf Produzenten weiter erhöhe, die ohnehin mit schwacher Inlandsnachfrage konfrontiert seien.
Das Problem sei nicht nur der rückläufige Konsum, sondern auch die Preisgestaltung, sagen Winzer. Garzaro argumentierte, dass die Preise ab Hof sinken, nicht aber im Handel, in Restaurants oder Weinläden, was darauf hindeute, dass Zwischenhändler die Marge abschöpften. Diese Kritik hat bei vielen Winzern erneut Forderungen nach einem speziellen Gesetz gegen den Verkauf unter Einstandskosten ausgelöst – eine Maßnahme, die ihrer Ansicht nach helfen würde, die Erzeuger beim Übergang zu einem kleineren Markt zu schützen.
Frankreich bleibt nach Italien der zweitgrößte Weinproduzent der Welt, doch der Sektor steht unter dem Druck wirtschaftlicher Belastungen, veränderter Vorlieben und klimabedingter Schocks. In Bordeaux sind diese Kräfte inzwischen direkt in den Weinbergen sichtbar: Es bleiben weniger Reben stehen, und immer mehr Erzeuger versuchen zu entscheiden, welche Art von Weingeschäft überhaupt noch überleben kann.
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