14.05.2026
Food & Beverage entwickelt sich zu einem der wichtigsten Instrumente für die Repositionierung von Luxushotels in Italien, da Investoren und Betreiber nach Wegen suchen, sich in einem Markt zu profilieren, der weiterhin zu den attraktivsten in Europa zählt. Eine neue, in Mailand vorgestellte Deloitte-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass 60% der Investoren Italien nach wie vor als führenden europäischen Standort für Luxushospitality sehen – vor Griechenland mit 11% und Portugal mit 10% –, obwohl der Sektor mit geopolitischer Unsicherheit, veränderten Nachfragebedingungen und dem Druck zur Anpassung bestehender Assets konfrontiert ist.
Der Bericht mit dem Titel „Luxury Hospitality Reloaded: Repositioning and Balancing Sustainability“ sagt, dass 70% der Investoren im Rahmen von Repositionierungsprojekten im Luxussegment Investitionen in Food & Beverage planen. Mehr als 21% der gesamten Kapitalausgaben in diesen Projekten fließen in ökologische Nachhaltigkeit. Deloitte zufolge sind diese beiden Bereiche inzwischen zentral für Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung im gehobenen Hotelgewerbe.
Die Ergebnisse wurden in Mailand mit Führungskräften von Mangia’s Resorts, Smeralda Holding, Palace Resorts, Borgo Egnazia, Il Borro, Accor und UniCredit diskutiert. Angela D’Amico, Partnerin und Leiterin des Bereichs Real Estate bei Deloitte, sagte, Italien bleibe wegen seiner kulturellen und landschaftlichen Vorzüge sowie seines etablierten Rufs als Premium-Destination der attraktivste Markt Europas für Luxustourismus. Rund 6 von 10 vom Unternehmen befragten Betreibern hätten Italien als wichtigsten Wachstumsmarkt für Luxushotels in Europa in den kommenden drei Jahren genannt.
Laut Studie beschränkt sich das Wachstum nicht mehr nur auf Rom, Mailand, Venedig und Florenz. Es breitet sich auch auf restaurierte Dörfer, Bergregionen und aufstrebende Destinationen aus. Deloitte zufolge treiben die Nachfrage nach gehobener Hotellerie und höhere Renditen als in anderen Hotelsegmenten Investoren dazu, bestehende Objekte neu zu positionieren statt vollständig neu zu bauen.
Benedetto Puglisi, Director of Real Estate and Hospitality bei Deloitte, sagte, Food & Beverage sei für Luxusgäste zu einem entscheidenden Differenzierungsmerkmal geworden. Mehr als 70% der Investoren und Betreiber wollten in diesem Bereich investieren. Die Attraktivität der italienischen Küche, die von der UNESCO als Teil des kulturellen Erbes des Landes anerkannt ist, helfe Hotels dabei, ihre Position mit eigenen Konzepten und Partnerschaften mit Köchen und bekannten Marken zu stärken.
Der Bericht nennt Standortattraktivität, Zugang zu Kapital und Markenstärke als die wichtigsten Faktoren für erfolgreiche Repositionierungsprojekte. Investoren konzentrieren sich vor allem auf bestehende Hotels, während historische Gebäude wegen ihres Identitätswerts attraktiv bleiben, jedoch häufig mit architektonischen Vorgaben und Denkmalschutzauflagen verbunden sind. Italiens großer Bestand an Hotelimmobilien sowie das Angebot an historischen und hochwertigen Gebäuden machen das Land besonders geeignet für diese Art der Neuentwicklung.
Gleichzeitig bleibt die Finanzierung ein großes Hindernis. Deloitte zufolge tun sich viele Eigentümer schwer damit, das für Renovierungen nötige Kapital zu sichern – vor allem dann, wenn die bestehenden Assets noch ausreichend gut laufen und den Handlungsdruck mindern. Repositionierung wird damit zu einer strategischen Entscheidung und nicht zu einem bloßen Upgrade.
Nachhaltigkeit ist inzwischen Teil dieser Strategie. Hotels definieren sich zunehmend über Investitionen in Energieverbrauch, den Umgang mit natürlichen Ressourcen und ESG-Kriterien neu. Franco Amelio, Partner bei Deloitte Climate & Sustainability, sagte, ESG-Faktoren seien längst keine ethische Option mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit, Reputation und finanzielle Widerstandsfähigkeit beeinflusse. Mehr als 21% der gesamten Kapitalausgaben bei Luxus-Repositionierungen entfielen auf nachhaltigkeitsbezogene Initiativen.
Die Studie stellte zudem zwischen 2024 und 2025 einen Anstieg um 22% bei der Zahl der Immobilien mit ESG-Zertifizierungen fest. Demnach wünschen sich 73% der Reisenden, dass ihre Ausgaben direkte Vorteile für lokale Gemeinschaften schaffen. Deloitte bezeichnet ESG-Zertifizierungen als Glaubwürdigkeitsnachweis für High-End-Hotels, die Gäste gewinnen, institutionelle Investoren ansprechen und Zugang zu Finanzierung erhalten wollen.
Auch Maßnahmen zur Energieeffizienz wie geringerer Verbrauch, erneuerbare Energien, Wassersparen und zirkuläres Abfallmanagement werden zunehmend zu wichtigen Verkaufsargumenten. Deloitte zufolge können Immobilien, die in energetische Sanierungen investieren, ihren Vermögenswert um 6%-10% steigern und zugleich ihre Abhängigkeit von volatilen Energiemärkten verringern, die von geopolitischen Spannungen geprägt sind.
Fabio Giuffrida, Director bei Deloitte Climate & Sustainability, sagte, Luxusgäste suchten zunehmend maßgeschneiderte Erlebnisse, die auch außerhalb des Hotels positive Effekte erzeugten. Reisende erwarteten heute von Hotels, dass sie sie mit lokalen Ressourcen, Gemeinschaften und Wirtschaftskreisläufen verbinden – auf eine Weise, die den Aufenthalt unverwechselbarer und bedeutungsvoller mache.
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