Weltweiter Weinkonsum sank 2025

12.05.2026

Die Branche sah sich trotz eines insgesamt ausgeglichenen Marktes mit schwächerem Handel, schrumpfenden Rebflächen und Zollbelastungen konfrontiert

Die weltweite Weinbranche ist mit geringerem Konsum, schwächerem Handel und einer weiter schrumpfenden Rebfläche in das Jahr 2025 gestartet, wie die Internationale Organisation für Rebe und Wein mitteilte. Nach Angaben der OIV blieb der Markt insgesamt weitgehend im Gleichgewicht, auch wenn Zölle und veränderte Trinkgewohnheiten zusätzlichen Druck erzeugten.

Die Organisation schätzte, dass der weltweite Weinkonsum 2025 auf rund 208 Millionen Hektoliter sank, ein Minus von 2,7 % gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang spiegele langfristige Veränderungen der Trinkgewohnheiten in reifen Märkten sowie eine breitere wirtschaftliche Belastung der Verbraucher wider. Einige Länder verzeichneten weiterhin Wachstum, darunter Portugal, Brasilien, Japan sowie Teile Ost- und Mitteleuropas, jedoch nicht in einem Ausmaß, das die allgemeine Abschwächung hätte ausgleichen können.

Auch die weltweite Produktion wurde für 2025 auf 227 Millionen Hektoliter geschätzt, ein Plus von 0,6 % gegenüber 2024, als die Ernten ungewöhnlich schwach ausgefallen waren. Selbst mit diesem Anstieg blieb die Produktion unter dem historischen Durchschnitt. Das Wetter prägte die Ergebnisse in den großen Weinregionen weiterhin maßgeblich: Einige Gebiete erholten sich von schwachen Ernten, andere hatten noch immer mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen. Brasilien, Neuseeland, Südafrika und Moldau gehörten zu den Ländern, die sich nach kleineren Ernten im Vorjahr wieder erholten.

Auch die Rebfläche schrumpfte weiter. Die OIV erklärte, die weltweit bestockte Fläche sei 2025 zum sechsten Mal in Folge auf rund 7,0 Millionen Hektar zurückgegangen, ein Minus von 0,8 %. Viele große Weinbauländer beider Hemisphären passten ihre Rebflächen nach Angaben der Organisation an, um sie besser an die aktuelle Nachfrage anzupassen.

Auch der internationale Handel schwächte sich ab. Die Weinausfuhren sanken 2025 auf 94,8 Millionen Hektoliter und damit um 4,7 %, während der Exportwert um 6,7 % auf 33,8 Milliarden Euro zurückging. Die OIV sagte, eine schwächere Nachfrage und handelspolitische Spannungen belasteten die Lieferungen; Zölle sorgten für eine weitere Unsicherheitsstufe für Erzeuger und Importeure.

Die Vereinigten Staaten stachen als schwächerer Markt hervor: Die Importe gingen um 12 % auf 5,5 Milliarden Euro zurück. Dennoch betonte die OIV, dass fast die Hälfte des weltweit produzierten Weins weiterhin grenzüberschreitend gehandelt werde – ein Hinweis darauf, wie abhängig der Sektor nach wie vor vom internationalen Handel ist.

Trotz des Rückgangs bei Konsum und Handel wurde der Markt nicht als gravierend überversorgt beschrieben. Nach Angaben der OIV hätten drei aufeinanderfolgende kleinere Ernten dazu beigetragen, Angebot und Nachfrage relativ im Gleichgewicht zu halten. Werden industrielle Verwendungen wie Destillation sowie die Herstellung von Essig und Spirituosen berücksichtigt – zusammen rund 30 Millionen Hektoliter –, wurde der Gesamtüberschuss im Jahr 2025 auf etwa 18,7 Millionen Hektoliter geschätzt.