Brasserie 3 Monts nimmt nach Lockerung der Dürreauflagen wieder fünf Brautage pro Woche auf
Die nordfranzösische Brauerei nahm am 16. Oktober den Freitagsbetrieb wieder auf. Die Einschränkungen kosteten laut Geschäftsführung 1 Million Euro.
Montag, 19. Oktober 2026

Die französische Brauerei Brasserie 3 Monts ist zu ihrem üblichen Braurhythmus von fünf Tagen pro Woche zurückgekehrt. Dürrebedingte Wasserbeschränkungen hatten sie gezwungen, den Betrieb im Norden Frankreichs zurückzufahren. Das berichtete das Branchenmedium Bière Actu am 16. Oktober.
Die familiengeführte Brauerei mit Sitz in Saint-Sylvestre-Cappel im Département Nord nahm der Meldung zufolge am 16. Oktober nach Genehmigung durch den örtlichen Präfekten wieder den vollen Wochenbetrieb auf. Damit kann das Unternehmen freitags wieder brauen und kehrt nach einer Phase mit Einschränkungen infolge trockener Witterung und Maßnahmen zur Wasserbewirtschaftung zu seinem normalen Betriebsrhythmus zurück.
Der Schritt zeigt konkret, wie sich Dürreauflagen auf den Brauereibetrieb auswirken können, auch wenn ein Unternehmen geöffnet bleibt. In diesem Fall geht es den vorliegenden Angaben zufolge um die Zahl der Produktionstage und nicht um einen ausgewiesenen Anstieg der Produktionsmenge. Der öffentlich zugängliche Auszug des Berichts enthält keine Vergleichszahlen zur Produktion. Daher lässt sich die Rückkehr zu einem Fünf-Tage-Rhythmus nicht in einen belegten prozentualen Anstieg der Braumenge umrechnen.
Bière Actu berichtete, dass die Geschäftsführung die finanziellen Auswirkungen der Dürre auf 1 Million Euro beziffert. Der öffentlich zugängliche Auszug schlüsselt diesen Betrag nicht näher auf. Die Schätzung deutet jedoch darauf hin, dass die Einschränkungen die Geschäftstätigkeit und die Kosten des Unternehmens spürbar beeinflusst haben. Aus den Angaben geht auch nicht hervor, ob die Verluste vor allem auf kürzere Produktionszeiten, Anpassungen bei der Versorgung, logistische Probleme oder andere Betriebsstörungen zurückzuführen waren.
Brasserie 3 Monts ist eine unabhängige Brauerei mit tiefen regionalen Wurzeln. Ihre Familiengeschichte reicht bis ins Jahr 1920 zurück und erstreckt sich über vier Generationen. Den Hintergrundangaben des Berichts zufolge nahm das Unternehmen 2019 seinen heutigen Namen an. Auf dem französischen Biermarkt ist die Brauerei als langjähriger regionaler Hersteller bekannt. Ihre Erfahrung unterstreicht die allgemeine Herausforderung für Lebensmittel- und Getränkehersteller, da Wasserknappheit zunehmend zu einem betrieblichen Risiko wird.
Die Genehmigung durch den Präfekten ist bedeutsam, weil Brauereien Wasser nicht nur als Zutat, sondern auch für die Reinigung, Kühlung, Dampferzeugung und weitere Produktionsprozesse in großen Mengen benötigen. Bei Dürreauflagen müssen sie je nach örtlichen Vorschriften und Schwere der Einschränkungen ihre Abläufe möglicherweise umstellen, die Produktion drosseln oder Teile des Betriebs vorübergehend einstellen. Schon ein ausgefallener Produktionstag pro Woche kann sich in der Praxis auf die Gärplanung, die Lagerverwaltung, Lieferungen und die Personaleinsatzplanung auswirken.
Der Bericht nennt nicht, wie lange 3 Monts vor der Rückkehr zum normalen Betriebsrhythmus freitags nicht brauen konnte. Auch Angaben dazu, ob die Brauerei während der Einschränkungen Rezepte, Wasserverbrauch oder die Abfolge der Produktionsschritte angepasst hat, fehlen. Diese offenen Fragen sind relevant, weil Brauabläufe häufig langfristig geplant werden und Störungen den Betrieb auch nach der Aufhebung offizieller Einschränkungen weiter beeinträchtigen können.
Der Fall fällt in eine Zeit, in der europäische Brauereien der Wasserversorgungssicherheit größere Aufmerksamkeit schenken. Dürreperioden geben mehreren Agrar- und Industriesektoren zunehmend Anlass zur Sorge, insbesondere Unternehmen, deren Produktion unmittelbar von einer stabilen lokalen Wasserversorgung abhängt. Für Brauereien geht es dabei um mehr als kurzfristige Produktionsmengen. Betroffen sein können auch die Planung der Rohstoffbeschaffung, Wartungsabläufe, Versorgungskosten und Investitionen in Anlagen zur Verringerung des Wasserverbrauchs.
Bière Actu zufolge zieht die Geschäftsführung von 3 Monts bereits Lehren aus dem Vorfall. Der öffentlich zugängliche Auszug nennt keine konkreten Maßnahmen. Brauereien in ähnlichen Situationen prüfen jedoch häufig die Effizienz ihrer Prozesse, Möglichkeiten zur Wasserwiederverwendung und Notfallpläne für künftige Einschränkungen. Solche Änderungen können Zeit und Investitionen erfordern, insbesondere bei unabhängigen Herstellern, die nicht über dieselben finanziellen Mittel wie große multinationale Konzerne verfügen.
Bemerkenswert ist auch, dass die Entwicklung nicht auf eine Erholung des Absatzes hindeutet. Aus den verfügbaren Informationen geht lediglich hervor, dass die Brauerei zu ihrem üblichen Fünf-Tage-Produktionsrhythmus zurückgekehrt ist. Sie lassen weder erkennen, ob sich die Nachfrage während der Dürreperiode verändert hat, noch ob die entgangene Produktion in den kommenden Wochen vollständig nachgeholt wird.
Bière Actu, das den Bericht veröffentlichte, ist ein französisches Nachrichtenportal für die Bierbranche. Es wurde 2020 vom Journalisten Olivier Malcurat gegründet. In seinem Artikel vom 16. Oktober berichtete das Medium, Brasserie 3 Monts habe die Freigabe erhalten, zum normalen Betriebsrhythmus zurückzukehren, und braue nach den dürrebedingten Einschränkungen wieder fünf Tage pro Woche in Saint-Sylvestre-Cappel.