06.04.2026

Die französischen Winzer stehen vor einer schwierigen Entscheidung, da immer mehr Erzeuger die Bio-Zertifizierung nach Jahren des Engagements aufgeben. In Regionen wie Pouilly-sur-Loire brachte der Jahrgang 2024 große Herausforderungen mit sich. Schwere Regenfälle spülten die Kupferbehandlungen weg, bevor sie die Reben schützen konnten, so dass die Ernten anfällig für Mehltau wurden. Sébastien Redde von der Domaine Michel Redde et Fils beschrieb, wie seine Familie 22 Traktorfahrten durch ihre Weinberge unternahm, um die Ernte zu retten. Trotz ihrer Bemühungen verloren sie 90 % ihrer Ernte. Die restlichen Trauben wurden an Großabnehmer verkauft, und die Familie beschloss, den diesjährigen Jahrgang nicht abzufüllen.
Diese Situation ist kein Einzelfall in Pouilly-sur-Loire. Im gesamten Loire-Tal und in Bordeaux begannen viele Weingüter im Jahr 2020 mit der Umstellung auf ökologische Anbaumethoden, erhielten 2023 die Zertifizierung und kehrten dann 2024 nach katastrophalen Verlusten den Kurs um. Das Hauptproblem ist die Abhängigkeit von kupferhaltigen Behandlungen im ökologischen Weinbau. Kupfer ist zwar im Rahmen der Öko-Verordnung erlaubt, ist aber in Zeiten starker Regenfälle weniger wirksam und kann sich im Laufe der Zeit im Boden anreichern und langfristige Schäden verursachen.
Auch der wirtschaftliche Druck nimmt zu. Der ökologische Landbau erfordert oft mehr Arbeit und höhere Kosten für die Krankheitsbekämpfung. Wenn die Erträge dramatisch zurückgehen, wie es 2024 der Fall war, können die finanziellen Auswirkungen verheerend sein. Einige Winzer fragen sich, ob es nachhaltig ist, mit ökologischen Methoden weiterzumachen, wenn dies bedeutet, dass sie Jahr für Jahr ihre Existenzgrundlage aufs Spiel setzen.
In der französischen Weinindustrie ist die Zahl der biologisch bewirtschafteten Rebflächen in den letzten zehn Jahren stetig gestiegen. Nach Angaben der Branche werden Anfang 2024 etwa 20 % der französischen Weinberge als ökologisch zertifiziert sein. Die jüngsten Rückschläge haben jedoch einige Erzeuger veranlasst, ihren Ansatz zu überdenken. Die unvorhersehbaren Wettermuster im Zusammenhang mit dem Klimawandel haben den Krankheitsdruck verstärkt und unberechenbarer gemacht.
Landwirte, die sich von der Bio-Zertifizierung zurückgezogen haben, sagen, dass ihnen die Entscheidung nicht leicht gefallen ist. Viele haben den ökologischen Landbau aus ökologischer Überzeugung und aus dem Wunsch heraus begonnen, ihr Land für künftige Generationen zu schützen. Doch nach wiederholten Ernteausfällen und steigenden Schulden sehen einige von ihnen keine andere Wahl, als zu konventionellen Methoden zurückzukehren oder nach alternativen Lösungen zu suchen.
Branchenexperten stellen fest, dass dieser Trend weitreichende Auswirkungen auf die Zukunft des französischen Weins haben könnte. Wenn mehr Erzeuger den ökologischen Landbau aufgeben, könnte dies die Fortschritte bei der Erreichung der von den nationalen Behörden und den internationalen Märkten gesetzten Nachhaltigkeitsziele verlangsamen. Gleichzeitig erforschen einige Winzer neue Techniken wie den integrierten Pflanzenschutz oder experimentieren mit krankheitsresistenten Rebsorten, um Umweltbelange und wirtschaftliche Realitäten in Einklang zu bringen.
Die Debatte über den ökologischen Weinbau in Frankreich ist nach wie vor komplex und für die Beteiligten sehr persönlich. Im Moment wägen viele Winzer ihre Optionen ab und hoffen auf besseres Wetter und stabilere Bedingungen, die es ihnen ermöglichen, weiterhin qualitativ hochwertige Weine zu produzieren und gleichzeitig ihr Land und ihren Lebensunterhalt zu schützen.
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