08.03.2025

In Pompeji, der antiken Stadt, die 79 n. Chr. vom Vesuv verschüttet wurde, ist ein Fresko entdeckt worden, das Dionysos, den Gott des Weines, darstellt. Dieses als "Megalographie" bekannte Kunstwerk zeigt eine dionysische Prozession mit den Anhängern des Gottes, den Bacchantinnen und Satyrn. Die neu ausgegrabene Stätte mit dem Namen "Casa del Tiaso" oder Haus des Thiasus befindet sich in der Insula 10 der Region IX im Zentrum Pompejis. Das Fresko zeigt ein lebhaftes Bild von Jagd, Tanz und Musik. Bacchantinnen tragen geschlachtete Ziegen oder halten deren Eingeweide. Der Wein spielt bei diesen Ritualen eine zentrale Rolle und dient als Trankopfer für Dionysos, der von den Römern auch Bacchus genannt wurde, was den religiösen Aspekt der Szene unterstreicht.
Gabriel Zuchtriegel, Direktor des Archäologischen Parks von Pompeji, war Mitverfasser einer ersten Studie über diese Entdeckung. Er verwies auf Euripides' Stück Die Bakchen als mögliche Inspiration für das Fresko und beschrieb es als Metapher für ein zügelloses, ekstatisches Leben. Zuchtriegel stellte fest, dass die Bacchantinnen die wilde, ungezähmte Seite der Frauen symbolisieren, was der Wirkung des Weins entspricht. Die Bakchen wurden 405 v. Chr. in Athen während der Dionysien aufgeführt, einer fünftägigen Veranstaltung, die sowohl als bürgerliche als auch als religiöse Pflicht galt. Das antike Athen erlebte rituellen Wahnsinn und religiöse Ekstase und wurde Teil der Aufführung. Dieses theatralische Element war den Römern bekannt und wird auf dem Fresko durch die Euphorie der Anhänger des Dionysos, die als Chor auftreten, dargestellt.
Zuchtriegel wies auf die Gefahr hin, der sich die Frauen bei der dionysischen Prozession aussetzten, da ihre Handlungen und der rituelle Wahnsinn sie verzehren konnten. Er kontrastiert diese Frauen mit der "schönen" Frau, die Venus, der Göttin der Liebe und der Ehe, nacheifert. In den Bakchen werden Frauen gezeigt, die ihre Männer verlassen und sich dem Wahnsinn hingeben. Im Jahr 2017 wurde ein ähnliches bacchantisches Mosaik in der oberen Rhône-Region in Frankreich gefunden, das eine vergleichbare Prozession zeigt.
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