Neue Studie: Der verborgene Kohlenstoff-Fußabdruck der Weinproduktion

Forscher identifizieren Schlüsselbereiche für die Kohlenstoffreduzierung in der Weinindustrie

25.10.2024

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Eine kürzlich in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Studie zeigt, dass wirksame Methoden zur Verringerung der Kohlendioxidemissionen in Weinkellereien trotz ihres erwiesenen Potenzials nicht ausreichend genutzt werden. Die Forscher, die hinter der Studie stehen, weisen auf Techniken wie Pflanzenkläranlagen und die Verwendung von Mikroalgen, bekannt als Phycosol, als wirksame Strategien hin, die das Potenzial haben, die Kohlendioxidemissionen bei der Weinherstellung erheblich zu verringern. Die Studie stellt diese Ergebnisse als "Aufruf zum Handeln" für die Branche dar, um nachhaltigere Praktiken einzuführen.

Die Studie mit dem Titel Eco-Innovation to Minimize Carbon Footprint in Wine Production (Öko-Innovation zur Minimierung des Kohlenstoff-Fußabdrucks in der Weinproduktion) hebt hervor, dass Nachhaltigkeitsstudien in Weinkellereien oft wesentliche Elemente zur Reduzierung des Kohlenstoff-Fußabdrucks übersehen, wie etwa landwirtschaftliche Praktiken, biogene Emissionen und Abwasserbehandlung. Mit ihrer Arbeit wollen die Forscher zeigen, dass die Einführung nachhaltiger Innovationen wie künstliche Feuchtgebiete und Mikroalgensysteme nicht nur die Emissionen senken, sondern auch einen Kreislauf von Ressourcen schaffen. In diesem System können Nebenprodukte in Biodünger umgewandelt werden, wodurch der Abfallkreislauf geschlossen und die Umweltauswirkungen der Weinkellereien verringert werden.

Aus den Daten der Studie geht hervor, dass der Weinbau für 27 % des Kohlenstoff-Fußabdrucks der Weinproduktion verantwortlich ist, die Weinbereitung für 23 % und die Abfüllung für 50 %. Der Bericht weist jedoch darauf hin, dass herkömmliche Methoden zur Bewertung der Umweltauswirkungen die Treibhausgasemissionen häufig unterschätzen, da Faktoren wie das bei der Gärung entstehende Kohlendioxid, der Kohlenstofffluss im Boden und die Emissionen aus der Abwasserbehandlung nicht berücksichtigt werden.

Die Studie schlägt einen umfassenderen, "ganzheitlichen" Ansatz vor, der künstliche Feuchtgebiete und Phycosol-Anwendungen in Weinkellereien einbezieht, um diese Bewertungslücken zu schließen. Mit diesen Lösungen können Abwässer in wiederverwendbare Produkte wie Biodünger umgewandelt werden, was zu einer Verringerung der Emissionen beiträgt und die Umweltauswirkungen der Branche minimiert.

Die Autoren der Studie betonen, dass die Weinindustrie ihre Methoden anpassen muss, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, da derzeit weltweit versucht wird, Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Obwohl die Weinproduktion nur einen kleinen Teil der weltweiten Landwirtschaft ausmacht, erfordert die Umweltbelastung durch ihren Kohlenstoff-Fußabdruck Änderungen. Die Kohlenstoffemissionen aus dem Weinbau sind ein wichtiger Faktor, aber die höchsten Emissionskonzentrationen finden sich bei der Weinherstellung und der Abfüllung, so dass für eine wirksame Reduzierung dringend Änderungen in diesen Phasen erforderlich sind.

Die Studie unterstreicht auch das kumulative Potenzial kleiner Veränderungen. Die Forscher weisen darauf hin, dass selbst bescheidene Verbesserungen, wenn sie auf breiter Ebene eingeführt werden, erhebliche Auswirkungen auf die globalen Emissionen der Branche haben könnten. Allmähliche Veränderungen in den einzelnen Weinkellereien können zusammengenommen zu einer erheblichen Verringerung der Emissionen auf globaler Ebene beitragen.

Abschließend fordern die Autoren die politischen Entscheidungsträger, die Interessenvertreter der Branche und die Forschungsgemeinschaft auf, diese Ergebnisse als Impuls in Richtung Nachhaltigkeit zu betrachten. Der Studie zufolge können sich der Weinsektor und die Landwirtschaft im Allgemeinen nur durch die Einführung umweltfreundlicher Innovationen auf eine Zukunft zubewegen, in der Nachhaltigkeit eher eine Standardpraxis als ein Ziel ist und dazu beiträgt, den Planeten für künftige Generationen zu bewahren.

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