
Eine Weinprobe ist eine multisensorische Erfahrung, bei der uns oft die Worte fehlen, vor allem wenn es darum geht, die Farbe eines Weins zu beschreiben. Der visuelle Aspekt der Weinverkostung ist von entscheidender Bedeutung. Dennoch kommt es häufig vor, dass Weinliebhaber Farbtöne verwechseln, eine falsche Terminologie verwenden oder einfach nicht das richtige Wort finden, um den Farbton eines Weins zu beschreiben. Dieser umfassende Leitfaden ist ein praktisches Nachschlagewerk für alle, die die oft subtilen und vielfältigen Farben der Weine beschreiben möchten.
Das Spektrum der Weinfarben: Begriffe und Beschreibungen
- Wachs/Metallisch: Dieser Begriff wird für Weißweine mit sehr blassen, fast metallischen oder wachsartigen Farbtönen verwendet. Er weist auf die Jugend eines Weins hin, da sich gelbe Töne mit der Zeit typischerweise vertiefen und sich zu goldenen Reflexen entwickeln.
- Gelb: Eine charakteristische Farbe von Weißweinen, deren Reflexe von grünlich, strohgelb, acerado, zitronengelb bis hin zu goldgelb reichen können. Trotz dieser Variationen ist die Grundfarbe immer gelb.
- Ziegel: Dieser Begriff beschreibt die kachel- oder ziegelartige Farbe von gealterten Rotweinen.
- Weiß: Die Farbe von Weinen aus weißen Trauben (blanc de blancs) oder roten Trauben (blanc de noirs).
- Kardinal: Ein violetter Farbton, der für rote Rebsorten charakteristisch ist.
- Karminrot: Eine charakteristische Farbe für junge Rotweine.
- Hellrosa: Ein leicht gefärbter Rotwein, in der Regel ein Verschnitt aus weißen und roten Trauben, bei dem die Schalen während der Gärung vorhanden sind. Es ist auch eine Bezeichnung für lokale Roséweine in einigen Gebieten von Kastilien und León.
- Golden: Eine Farbe, die bei bestimmten Weißweinen oder gespriteten Weinen auftritt und an Gold erinnert. Besonders auffällig ist sie bei Weinen, die zur Reifung bestimmt sind.
- Granatrot: Eine Farbe, die typisch für gereifte Rotweine ist.
- Kirsche: Ein Farbton, der zwischen Rot- und Roséweinen liegt.
- Orange: Bezieht sich auf die Schimmer und Reflexe in entwickelten Roséweinen.
- Tiefrosa: Ein Wein, der dunkler als ein Rosé ist, aber nicht so dunkel wie ein Rotwein.
- Gold: Ein gelber Farbton, der in einigen Weißweinen vorkommt, oft in fassgelagerten, leicht gealterten oder spät gelesenen Weinen.
- Oxidiert: Beschreibt einen Wein, der durch übermäßigen Luftkontakt irreversibel verändert wurde, was sich in einer beschleunigten Entwicklung seiner Farbe zeigt.
- Strohgelb: Ein gelber Farbton in Weinen. Ein hellerer Gelbton, der in weniger intensiven Weißweinen vorkommt.
- Blass: Ein sehr heller gelber Farbton bei Weißweinen.
- Randsaum: Der Rand des Weins, der sich aufhellt, wenn das Glas gekippt wird, und Hinweise auf die Art und das Alter des Weins liefert.
- Rot: Die Grundfarbe von Rotweinen, die von Anthocyanen herrührt.
- Rosa/Rosé: Die Grundfarbe von Roséweinen.
- Rubinrot: Ein roter Farbton, der an einen Edelstein erinnert und häufig bei gealterten Weinen zu finden ist.
- Violett: Ein Farbton, der in einigen jungen Weinen vorkommt.
- Jod/Kachel: Eine Farbe, die als Rand in vielen gealterten Weinen auftritt.
Wenn man die Sprache der Weinfarben versteht, kann man die Weinverkostung besser genießen. Dieser Leitfaden bietet ein Vokabular, das von den hellen, fast transparenten Farbtönen junger Weißweine bis zu den tiefen, komplexen Tönen gealterter Rotweine reicht. Ob Anfänger oder Kenner - wenn Sie diese Begriffe zur Hand haben, können Sie Ihre Weinverkostungserfahrungen bereichern und Ihre Wahrnehmungen mit größerer Klarheit und Präzision vermitteln.